Wie groß darf ein Balkonkraftwerk ohne Genehmigung sein?

Wie groß darf ein Balkonkraftwerk sein ohne Genehmigung

Die einfachste Möglichkeit mit PV-Anlagen zu starten ist die Installation eines Balkonkraftwerks. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Steckerfertige-PV-Anlage, welche jeder auf dem Balkon, auf der Terrasse oder auf dem Garagendach betreiben kann. Doch wie groß darf ein Balkonkraftwerk sein, ohne dass man es anmelden muss? Wie viel Watt darf es maximal in das eigene Stromnetz einspeisen? Es gibt durchaus Richtlinien, an die man sich halten muss. 

Inhalt

Balkonkraftwerk maximal erlaubte Leistung

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Maximalleistung

Die maximal erlaubte Einspeiseleistung für Balkonkraftwerke beträgt in Deutschland 600W. Bis zu einer Einspeiseleistung von 600W dürfen Balkonkraftwerke als Einsteck-PV-Anlage genutzt werden. Bei den 600W ist nicht die Leistung der Solarmodule gemeint, sondern die Einspeiseleistung, welche am Wechselrichter-Ausgang ausgegeben wird. Eine Überbelegung durch Solarpanelen welche mehr als 600W Leisten sind bei 600W Balkonkraftwerken sogar sinnvoll, damit bei allen Wetterbedingungen möglichst hohe Erträge erzielt werden können.

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Erfüllung der Norm:
VDE-AR-N 4105:2018-11 und EN50549-1

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AC Ausgangsleistung max. 600 Watt,
somit perfekt für das Balkonkraftwerk

Vorteile und Nachteile der Überbelegung

Die Solarmodule können durchaus mehr Leistung erbringen. Die 600W Begrenzung beziehen sich auf die Ausgangsleistung des Wechselrichters, welche in das eigene Hausnetz eingespeist wird. Die 600W Leistung sind somit keine Grenze für die Solarmodule. Es können durchaus z.B. 2 mal 370W  oder 2 mal 400W Module verwendet werden. Aktuell ist das auch der Standard, dass für ein Balkonkraftwerk Solarmodule verwendet werden, welche insgesamt mehr als 600W leisten. Hier spricht man von Überbelegung. Vorteile und Nachteile einer Überbelegung der Solarmodule eines Balkonkraftwerks

 

Vorteil Überbelegung

Bei nicht idealen Wetterbedingungen, wie z.B. bei einem bedeckten Himmel oder nicht perfekter Sonneneinstrahlung, können höhere Ströme eingespeist werden. 

Wenn eine 800W Solaranlage noch 50% der Maximalleistung erzeugen kann, wären es immer noch 400 W, welche eingespeist werden können. Wenn man hingegen die Solarmodule auf genau 600W auslegen würde, dann wären es bei 50% Leistung nur noch 300W.

Nachteil Überbelegung

Bei voller und idealer Sonneneinstrahlung kann nicht die gesamte Energie in das Hausnetz einspeisen werden, da eine durch die Solarmodule erzeugte Leistung welche über 600W liegt, vom Wechselrichter limitiert wird.

Zudem sollte das Thema Grundlast im Haus mit einer Energieverbrauchskontrolle unterziehen. Hierzu eignet sich z.B. folgende W-LAN Steckdose als Energieverbrauchsmesser*. Sollten Sie eine niedrige Grundlast haben besteht die Gefahr, dass der erzeugte Strom durch das Balkonkraftwerk nicht vollständig genutzt werden kann und ohne Vergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Prüfen Sie deshalb die Vor- und Nachteile von 600W Balkon Solaranlagen, bevor Sie ein Balkonkraftwerk kaufen.

Eine Überbelegung macht durchaus Sinn, da man somit auch bei schlechteren Wetterbedingungen eine höhere Leistung durch das Balkonkraftwerk erzeugen und einspeisen kann. Der Ertrag des Balkonkraftwerks kann somit gesteigert werden. Gerade in den Wintermonaten macht es sich das deutlich bemerkbar.

Balkonkraftwerk mit mehr als 600W?

Mit der Verwendung von 600W Modulen ist die Anmeldung vereinfacht. Natürlich können auch größere Anlagen verbaut werden, jedoch dürfen diese dann nicht einfach über die Steckdose und dem Hausnetz eingespeist werden und müssen sich einer etwas komplexeren Anmeldeprozedur und Installation unterziehen. Mit den 600 W Balkon Solaranlagen ist es somit eine einfache Möglichkeit für jeden Haushalt selbst Energie zu erzeugen und Kosten zu sparen. Wenn jeder 10. Haushalt in Deutschland mindestens ein Balkonkraftwerk oder sogar eine größere Solaranlage installiert hätte, können wir als Bevölkerung einen großen Schritt in Richtung Energiewende gehen. Wenn dann noch PV Anlagen mit Speicher verwendet würden, könnten wir sogar in gewisser weiße autark leben, was den Strombedarf angeht.

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– Echtzeit und historische Daten einsehbar

800W Balkonkraftwerk oder 600W Balkonkraftwerk

Während in der EU und auch in Österreich 800W Balkonkraftwerke erlaubt sind, darf man die maximale Leistung von 600W in Deutschland nicht überschreiten. Doch warum ist das so? Warum dürfen andere Länder mit dem Balkonkraftwerk mehr einspeisen als wir in Deutschland? Macht das Sinn?

WARUM NUR 600W ?

Lohnt es sich eine 600W Solaranlage zu betreiben? Die Grundlast liegt bei durchschnittlichen Haushalten bei 300W. Wer also sichergehen möchte, dass kein Strom verschenkt wird und der Fokus auf der Rentabilität liegt, ist evtl. mit einer 300W Balkon-Solaranlage besser bedient. Die Wahl der Anlage ist stark von den gegebenen Rahmenbedingungen und Wünschen des Anwenders abhängig sowohl 300W Balkonkraftwerke als auch 600W Balkonkraftwerke haben ihre Vor- und Nachteile. Erfahren Sie mehr über die Vorteile von 600W Balkonkraftwerken.

Wie groß darf ein Balkonkraftwerk 600W sein ohne Genehmigung

600W Balkonkraftwerk PV Leistung oder auf der AC-Ausgangsseite?

Netzbetreiber fordern auf ihren Antragsformularen oft die Information zur maximalen Leistung der PV-Anlage ein. Das führt zu Verwirrung, da es vielmehr auf die maximale Einspeiseleistung von 600W kommt. Auch wenn 4 Solarmodule, je 300W montiert sind und am Ende nur 600W eingespeist werden, spielt das doch in der Regel für den Netzbetreiber keine Rolle. Gibt es Normen oder Gesetze, welche klarstellen, was erlaubt ist? Hierzu kann man sich auf die VDE-Norm VDE-AR-N 4105:2018-11 beziehen. Wer die Norm ist leider nicht kostenlos einsehbar, jedoch hat der Pfalzer Netzbetreiber Pfalzwerke Netz die wichtigsten Punkte  in einem PDF zusammengefasst.

VDE-AR-N 4105:2018-11, Abschnitt 5.5.3; Stecker-PVA

Eine steckerfertige PV-Anlage kann über eine vorhandene, spezielle Energiesteckdose (z.B. nach VDE V 0628-1) angeschlossen werden.

Es muss ein Zweirichtungs-Stromzähler auf dem zentralen Zählerplatz vorhanden sein.

Wenn die vorherigen Punkte erfüllt sind und die Anlage eine Maximalleistung kleiner, gleich 600VA liefert, darf die Unterschrift und Angaben des Anlagenerrichters entfallen.

Quelle: Pfalzwerke Netz / VDE-Norm

Warum es Sinn macht, ein Balkonkraftwerk mit 600W zu betreiben?

Wer sein Balkonkraftwerk ohne Elektriker installieren möchte, muss darauf achten, dass die Balkon Solaranlage nicht mehr als 600W erzeugt. In anderen EU Ländern sind tatsächlich auch Balkonkraftwerke mit 800W erlaubt, jedoch gilt das nicht für Deutschland. Wenn man das Thema „Grundlast“ betrachtet und den Sinn und Zweck eines Balkonkraftwerks, dann macht es aus meinen Augen auch wenig Sinn eine Mini-PV-Anlage mit mehr als 600W ohne Speicher zu betreiben. Der nicht genutzte in das öffentliche Stromnetz eingespeiste Strom wird nicht vergütet, sodass die Kosten für die Mehrleistung oft nicht durch das Einsparen im Eigengebrauch gedeckt werden können.

Es macht tatsächlich Sinn, dass ein Balkonkraftwerk in Deutschland nur 600 W einspeisen darf.

Wie könnte es ein Problem durch eine zu hohe Einspeisung geben?

In folgendem Beispiel möchte ich aufzeigen, dass Balkonkraftwerk mit mehr als 600W zu Problemen führen könnte

Stellen Sie sich folgendes Beispiel vor:

– 16A Sicherung im Sicherungskasten verbaut (Leitungsschutz)

– Aktive Verbraucher eingesteckt, welche insgesamt 15,9A an Strom benötigen

– Balkonkraftwerk, welches im gleichen Leitungsstrang eingesteckt ist und 600W Leistung liefert, was 2,6 A entspricht (600W/230V=2,6A)

Folge:
Die Leitung ist mit einer 16A Sicherung geschützt, um thermische Beschädigungen durch einen Überstrom zu vermeiden. In diesem Beispiel würden jedoch 15,9A+2,6A=18,5A über die Leitung fließen. Somit werden ohnehin schon alle Toleranzen ausgenutzt, welche sogar über den durch die Sicherung zulässigen Strom überschritten wird. Die Leistungsgrenze von 600W ist bei Steckerfertigen PV-Anlagen ist somit allein aus Sicherheitsaspekten sinnvoll.


Hintergrundinformation 

Leitungsquerschnitt im Zusammenhang mit einem Balkonkraftwerk einfach erklärt.

Generell gilt, dass eine Leitung mit größerem Leitungsquerschnitt auch für höhere Ströme genutzt werden darf. Jeder Leitungsquerschnitt hat einen Maximalstrom, welcher nicht überschritten werden darf. Sollte der Maximalstrom überschritten werden, kann die Leitung einen Schaden nehmen, was z.B. zu Bränden führen kann. Aus diesem Grund muss auch jede Leitung zu Ihrer eigenen Sicherheit mit einer Sicherung abgesichert werden. Die Sicherung ist so ausgelegt, dass diese bei einer Stromstärker, welcher geringer ist als der Maximalstrom auslöst und somit den Stromfluss unterbricht. In Deutschland werden in der Regel für den üblichen 230V Anschluss 1,5 mm² Leitungen verlegt, welche mit einer 16A Sicherung abgesichert sind. Mit 16 A lässt man an dieser Stelle schon einen hohen Strom zu, sodass kein übermäßiger ungenutzter Puffer zum Maximalstrom vorliegt.

In Deutschland ist es so, dass die Leitungen bereits bei maximaler Auslastung mit 16 A sehr stark ausgelastet sind und zusätzlich eingespeiste Ströme dazu führen könnten, dass die Kabel übermäßig heiß werden. Studien haben gezeigt, dass Balkonkraftwerke mit einer Leistung über 600W nicht mehr sicher wären, da die Leitungen im Hausnetz zu heiß werden könnten. Sie können sich vorstellen, dass sich die Ströme überlagern können. So wird zum einen der Strom aus dem Stromnetz in das Hausnetz geleitet und zum anderen kommt zusätzlich noch der Strom vom Balkonkraftwerk hinzu, welcher nicht über die Leitungssicherung eingespeist wird. Sollten also viele leistungshungrige Geräte im Haushalt betrieben werden und gleichzeitig wird noch ein hoher Strom vom Balkonkraftwerk eingespeist werden, könnte dies zu Problemen führen.

 

Balkonkraftwerk ohne Genehmigung

Wer sich ein Balkonkraftwerk kauft und auf dem eigenen Balkon betreiben möchte, muss sich an ein paar Spielregeln halten. Wie auch im Beitrag In 6 Schritten zum Balkonkraftwerk, erwähnt ist vor der Inbetriebnahme der Balkon-Solaranlage folgendes zu beachten was die Genehmigung angeht.

1. Wenn Sie zur Miete wohnen, müssen Sie den Vermieter um Erlaubnis fragen, ob die Solarmodule sichtbar aufgestellt bzw. aufgehängt werden dürfen

2. Eine Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist verpflichtend Die Eintragung erfolgt im Marktstammdatenregister.

3. Informieren Sie den für Ihren Haushalt zuständigen Netzbetreiber

Was passiert wenn ich meine Solaranlage nicht anmelde?

Ich kann hier keine Rechtsberatung geben, aber nach aktuellem Stand kann eine Nichtanmeldung des Balkonkraftwerks zu einer Strafe führen, da gegen die Marktstammdatenregisterverordnung verstoßen wurde. Ob es hier jemals Ahnungen bei kleinen Balkonkraftwerken gegeben hat und ob eine Nichtanmeldung tatsächlich zur Strafe führen würde, kann ich nicht sagen, da hierzu keine Informationen vorliegen.

Doch ehrlich gesagt, wüsste ich nicht, warum man seinen Mini-PV-Anlage nicht anmelden sollte. Es geht einfach und schnell und kommt somit seinen Pflichten nach. Folgen Sie den Vorschriften, informieren Sie den Vermieter/Hausgemeinschaft, den Netzbetreiber und tragen sich in das Marktstammdatenregister ein. Somit haben Sie langfristig Freude an Ihrer Anlage.

Fazit

Durch die Vorgabe einer maximalen Leistung von 600 W für Balkonkraftwerke ist sichergestellt, dass die Leitungen und die Hausinstallation keinen Schaden nehmen. Normen und Gesetze schieben diesen Riegel somit nicht ohne Grund vor, denn die Sicherheit sollte immer an oberster Stelle stehen und auch bei jeder Konstellation von Verbrauchern und Hausinstallationen gewährleistet sein.