Ein IC-CPD (In-Cable Control and Protection Device), auf Deutsch In-Kabel-Steuer- und Schutzeinrichtung, ist das Steuer- und Sicherheitselement, das bei Mode-2-Ladekabeln zwischen Fahrzeug und Haushaltssteckdose eingebaut ist. Es erhöht die Schutzklasse des Ladevorgangs und regelt die Kommunikation zwischen Steckdose und Elektrofahrzeug. Der IC-CPD wird häufig als „Ladeziegel“ bezeichnet — wegen seines kompakten, quaderförmigen Gehäuses.
Einsatzbereich: Mode 2 Ladekabel
Nach IEC 61851-1 werden Lademodi in Mode 1 bis 4 eingeteilt:
- Mode 1: Direktes Laden an einer Haushaltssteckdose ohne Schutzeinrichtung — in Deutschland und der EU für Elektroautos nicht zulässig.
- Mode 2: Laden an einer Haushaltssteckdose mit IC-CPD im Kabel. Der Ladeziegel übernimmt Schutz- und Kommunikationsfunktionen. Maximal 3,7 kW (einphasig, 16 A).
- Mode 3: Laden über eine dedizierte Wallbox mit fest installierter Schutzeinrichtung. Standard für Heimladung ab 11 kW.
- Mode 4: Gleichstrom-Schnellladung (DC) an öffentlichen Schnellladepunkten (CCS, CHAdeMO).
Das IC-CPD macht Mode-2-Ladung erst normkonform und sicher. Ohne es wäre das Laden an einer Haushaltssteckdose mit dem dafür nicht ausgelegten Dauerstrom verbunden — ein Brandrisiko.
Funktionen des IC-CPD im Detail
Ein IC-CPD nach IEC 61851-1 und EN 61851-21-2 muss folgende Schutz- und Steuerungsfunktionen übernehmen:
- Schutzleiterüberwachung: Permanente Kontrolle der PE-Verbindung zwischen Fahrzeug und Steckdose. Bei Unterbrechung wird der Ladevorgang sofort unterbrochen.
- Fehlerstromschutz (RCD): Integrierter Differenzstromschutz Typ A plus DC-Fehlerstromsensor (6 mA). Schützt vor Personengefährdung bei Isolationsfehlern im Fahrzeug.
- Temperaturüberwachung: Thermosensoren im Stecker und im Kabelgehäuse erkennen Überhitzung (z. B. durch lockere Steckverbindungen) und unterbrechen rechtzeitig.
- PWM-Kommunikation: Ein Pulsweitenmodulations-Signal (Pilot-Leitung, CP) teilt dem Fahrzeug die verfügbare Ladeleistung mit. Das Fahrzeug bestätigt die Verbindung und startet die Ladung erst nach diesem Handshake.
- Ladestrom-Einstellung: Viele IC-CPDs erlauben die manuelle Anpassung des Ladestroms (z. B. 6 A, 8 A, 10 A, 13 A, 16 A), um eine Überlastung älterer Hausstromkreise zu vermeiden.
- Überspannungsschutz: Schutz der Fahrzeugelektronik vor Netzspannungsschwankungen.
Ladeleistung und typische Ladezeiten
Ein IC-CPD ist für einphasigen Betrieb ausgelegt. Die maximale Ladeleistung hängt vom eingestellten Ladestrom und der Netzspannung (230 V) ab:
| Ladestrom | Ladeleistung | Ladezeit 60 kWh (ca.) |
|---|---|---|
| 6 A | 1,4 kW | ca. 43 Std. |
| 10 A | 2,3 kW | ca. 26 Std. |
| 13 A | 3,0 kW | ca. 20 Std. |
| 16 A | 3,7 kW | ca. 16 Std. |
Wichtig: Mode-2-Laden an der Haushaltssteckdose ist keine Dauerlösung. Steckdosen und Hausstromkreise sind für Dauerlasten von 16 A über viele Stunden nicht ausgelegt. Der VDE empfiehlt, die Dauerlast auf maximal 10 A (2,3 kW) zu begrenzen, wenn keine dedizierte Leitung vorhanden ist. Für regelmäßiges Laden empfiehlt sich die Installation einer Wallbox (Mode 3).
IC-CPD vs. Wallbox: Was ist der Unterschied?
| Merkmal | IC-CPD (Mode 2) | Wallbox (Mode 3) |
|---|---|---|
| Lademodus | Mode 2 | Mode 3 |
| Anschluss | Haushaltssteckdose (Schuko) | Dedizierte Leitung |
| Max. Ladeleistung | 3,7 kW (16 A, einphasig) | bis 22 kW (32 A, 3-phasig) |
| Schutzeinrichtung | Im Kabel (IC-CPD) | In der Wallbox integriert |
| Installation | Keine (Plug & Play) | Elektrofachbetrieb nötig |
| Dauertauglichkeit | Eingeschränkt (Steckdose) | Ja (dedizierte Leitung) |
| Preis | ca. 150–400 € | ab ca. 400 € (zzgl. Installation) |
| Typische Nutzung | Unterwegs, Notlösung, Zweitlösung | Heimladen |
Häufig gestellte Fragen
Ist Mode-2-Laden an der Haushaltssteckdose gefährlich?
Mit einem normkonformen IC-CPD ist Mode-2-Laden sicher — das Gerät überwacht Schutzleiter, Fehlerstrom und Temperatur. Das Risiko besteht bei alten oder beschädigten Steckdosen, losen Verbindungen oder bei Überlastung durch zu hohen Dauerstrom. Für regelmäßiges Laden empfiehlt sich eine fest installierte Wallbox.
Brauche ich einen Elektriker für ein IC-CPD?
Nein — Mode-2-Ladekabel mit IC-CPD werden einfach in eine vorhandene Schuko-Steckdose eingesteckt. Keine Installation nötig. Allerdings sollte vorab ein Elektriker prüfen, ob die vorhandene Hausinstallation und Steckdose für Dauerlasten geeignet sind.
Welchen Ladestrom sollte ich am IC-CPD einstellen?
Ohne geprüfte Hausinstallation maximal 10 A (2,3 kW). Bei dedizierter 16-A-Steckdose (z. B. Campingsteckdose) sind 13–16 A möglich. Im Zweifel lässt man die Leitung von einem Elektriker prüfen.
Für fest installierte Heimladelösungen empfiehlt sich eine Wallbox (Mode 3). Alle Wallboxen im Überblick und den interaktiven Wallbox-Finder finden Sie in unserem Wallbox-Ratgeber 2026.
