Methodik-Hinweis: Grundlage dieses Ratgebers sind die offizielle evcc-Dokumentation (docs.evcc.io) und öffentliche Community-Beispiele (GitHub Discussions, Projekt-Threads). Marco Amato setzt evcc nicht selbst ein – Empfehlungen und Praxis-Hinweise basieren auf aufbereiteten Nutzerberichten und Primärquellen, nicht auf eigenen Installationen oder Messwerten.
* Partnerlinks: Diese Seite enthält mit * markierte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision – für Sie entstehen keine Mehrkosten. Die Produktauswahl erfolgt redaktionell unabhängig nach technischen Kriterien für die evcc-Kompatibilität.
Dieser Ratgeber basiert auf Hersteller-Datenblättern, der offiziellen evcc-Kompatibilitätsliste und ausgewerteten Community-Berichten. Persönliche Erfahrungswerte nennen wir nur dort, wo wir Geräte langfristig im Einsatz haben.
evcc macht PV-Überschussladen intelligent – doch die Software ist nur so gut wie die Wallbox dahinter. Phasenumschaltung, Regelgranularität und Protokollwahl bestimmen, wie präzise evcc den Solarstrom nutzt und wie zuverlässig die Steuerung im Alltag funktioniert. Die häufigste Fehlerquelle bei evcc-Installationen ist nicht die Software selbst, sondern ein Wallbox-Modell, das entweder Cloud-abhängig kommuniziert, keine feingranulare Leistungsregelung liefert oder eine Phasenumschaltung nur mit externem Zubehör beherrscht. Den vollständigen evcc-Ratgeber finden Sie auf der Übersichtsseite.
Dieser Ratgeber vergleicht acht Modelle, die in der deutschsprachigen evcc-Community am häufigsten eingesetzt werden. Die Matrix ist alphabetisch sortiert – kein Ranking, sondern eine strukturierte Entscheidungshilfe. Welches Modell für Ihre Anlage passt, hängt von Installationsart, Nutzungsszenario und Budget ab. Die Szenario-Empfehlung weiter unten hilft bei der Eingrenzung.
TL;DR – Kompatibilitätsmatrix (Stand: April 2026)
| Wallbox | 1P/3P | Protokoll | mA-Regel | Sponsor-Token | DACH | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ABL eMH1 | Nein | Modbus RS485 | ✓ | Ja | DE | Stabil |
| Easee Home | Ja | Cloud / OCPP | Ja | Ja | NO | Stabil |
| Fronius Wattpilot | Ja | WiFi lokal | – | Nein | AT | ⚠️ Deprecated |
| go-e Gemini | Ja | HTTP lokal | ✓ | Nein | AT | Stabil |
| KEBA P30 | Ja (ext.) | Modbus TCP | ✓ | Ja | AT | Stabil |
| openWB Series 2 | Ja | Modbus TCP | ✓ | Nein | DE | Stabil |
| SMA EV Charger | Nein | HTTP (SMA) | ✓ | Ja | DE | ⚠️ Deprecated |
| Wallbox Pulsar Plus | Nein | OCPP 1.6J | – | Nein | ES | Stabil |
Datenquellen: docs.evcc.io/docs/devices/chargers (abgerufen April 2026), offizielle Hersteller-Datenblätter. ⚠️ = in evcc als deprecated markiert: bestehende Installationen funktionieren, neue evcc-Features werden nicht implementiert. „Ja (ext.)“ = Phasenumschaltung nur mit externem Zubehör möglich. ✓ = 1-A-Schrittweite bestätigt. – = keine Angabe des Herstellers oder eingeschränkt.
Was bedeuten die sechs Kriterien?
1P/3P – Phasenumschaltung
Bei PV-Überschussladen entsteht ein wichtiges Effizienzproblem: Steht weniger als ca. 1,4 kW Überschuss zur Verfügung, ist 3-phasiges Laden (Mindestladeleistung 3 × 6 A = 4,1 kW) nicht möglich, ohne Netzstrom zuzukaufen. Eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung (1P3P) löst dieses Problem, indem sie auf Befehl von evcc dynamisch zwischen 1-phasigem Laden (ab ~1,4 kW) und 3-phasigem Laden (ab ~4,1 kW) wechselt. Das maximiert die Eigennutzung des Solarstroms erheblich – besonders an bewölkten Tagen mit schwankender PV-Leistung. Wallboxen ohne 1P3P laden immer 3-phasig und beziehen bei zu wenig Überschuss zwangsläufig Netzstrom.
Protokoll-Typ: lokal vs. Cloud vs. RS485
Lokal (HTTP/WiFi/Modbus TCP): Die Kommunikation läuft im Heimnetz, kein Cloud-Account ist nötig, und evcc reagiert auch bei Internetausfall. Empfohlen für Dauerbetrieb. Cloud (OCPP über Internet): Steuerbefehle laufen über den Server des Herstellers. Fällt die Cloud aus oder wird abgekündigt, reagiert die Wallbox nicht mehr auf evcc. RS485/Modbus TCP: Direkte Verbindung über verdrilltes Kabel (RS485) oder LAN (Modbus TCP) – sehr robust, latenzarm, braucht aber entsprechende Verkabelung oder ein Netzwerk-Gateway.
mA-Regelung – Granularität der Leistungssteuerung
evcc regelt die Ladeleistung in Ampere-Schritten. Wallboxen mit 1-A-Schrittweite (230 W bei 1-phasig, 690 W bei 3-phasig) erlauben sehr feines PV-Matching: evcc kann den Ladestrom sekündlich anpassen, sodass kaum Solarstrom ins Netz abfließt. Modelle mit gröberer Regelung – typisch bei OCPP 1.6J via SetChargingProfile – springen in mehreren Ampere-Schritten und verpassen dabei Solarstrom oder laden zu viel Netzstrom nach.
Sponsor-Token
evcc ist Open-Source-Software, die über GitHub-Sponsoring finanziert wird. Bestimmte Wallbox-Integrationen – meist solche, bei denen der Hersteller aktiv zur Entwicklung beigetragen hat – sind hinter einem Sponsor-Gate: Ein aktives GitHub-Sponsoring schaltet die Integration frei. Die Kosten sind transparent auf evcc.io ausgewiesen. Modelle ohne Sponsor-Anforderung sind kostenfrei nutzbar. Das Sponsoring unterstützt direkt die Weiterentwicklung der Open-Source-Software.
DACH-Herkunft
Die Herkunftsspalte zeigt, ob der Hersteller seinen Hauptsitz in Deutschland (DE), Österreich (AT) oder Norwegen (NO) / Spanien (ES) hat. Für Service, Gewährleistungsabwicklung und Ersatzteilbeschaffung kann ein DACH-Standort praktische Vorteile bieten. Die evcc-Kompatibilität ist davon unabhängig.
Status: Stabil oder Deprecated
evcc kennzeichnet bestimmte Integrationen als „deprecated“: Sie funktionieren mit der aktuellen evcc-Version, erhalten aber keine neuen Features mehr – typischerweise bei Modellen, deren API vom Hersteller nicht mehr gepflegt wird. Bestehende Installationen bleiben stabil und lauffähig. Für Neuinstallationen empfehlen wir ausschließlich aktiv gewartete Integrationen, um langfristig von neuen evcc-Funktionen zu profitieren.
Welche evcc-Funktion hängt an welcher Wallbox-Fähigkeit?
evcc bietet verschiedene Lademodi, deren Effizienz direkt von den Fähigkeiten der angeschlossenen Wallbox abhängt. Drei Wallbox-Eigenschaften haben den größten Einfluss:
PV-Überschussladen (Modus „PV“): evcc passt die Ladeleistung sekündlich an den verfügbaren Solarüberschuss an. Je feiner die mA-Regelung der Wallbox (1-A-Schritte = optimal), desto präziser folgt die Ladeleistung dem PV-Ertrag. Wallboxen mit grober Regelung (z. B. 6-A-Schritte) verpassen Solarstrom oder laden zu viel Netzstrom nach. Die 1P3P-Phasenumschaltung multipliziert diesen Vorteil: Wenn nur 1,5 kW Überschuss vorhanden sind, kann eine 1P3P-Wallbox 1-phasig mit 6 A laden (= 1,38 kW) statt komplett zu pausieren.
Mindestladen mit Netzstrom-Zuschuss (Modus „Min+PV“): evcc lädt immer mit einem Mindest-Sockelbetrag und nutzt zusätzlich verfügbaren PV-Überschuss. Hier ist die Protokoll-Latenz relevant: Wallboxen mit lokaler Kommunikation (HTTP, Modbus) reagieren in Millisekunden, Cloud-Modelle mit Sekunden-Latenz. Bei schwankender PV-Leistung führt höhere Latenz zu mehr Netzstrom-Impulsen.
Dynamisches Tarifladen (Modus „Cheap“): evcc kauft günstige Strombörsen-Stunden automatisch ein. Für diesen Modus genügt eine stabile OCPP- oder Modbus-Verbindung – die mA-Granularität ist sekundär. Cloud-Wallboxen sind hier prinzipiell nutzbar, aber das Ausfallrisiko bleibt. Ein Netzausfall nachts bei günstigem Tarif bedeutet: keine Ladung, verpasste Einsparung.
Szenario-Empfehlung
Die folgende Empfehlung ist keine Rangliste. Sie zeigt, welches Modell für welches Nutzungsszenario naheliegt – auf Basis der Kriterien aus der Matrix oben. Technische Einschränkungen und Hinweise finden Sie im Datenblatt-Deep-Dive weiter unten.
Szenario 1: PV-only, Einfamilienhaus
Wer ausschließlich Solarüberschuss laden möchte, profitiert am meisten von 1P3P-Umschaltung und feiner mA-Regelung. Naheliegende Optionen: go-e Gemini überzeugt durch lokale HTTP-API v2, kein Sponsor-Token, schnelle 1P3P-Umschaltung und österreichischen Support. openWB Series 2 ist eine vollständig integrierte Lösung aus Deutschland ohne Sponsor-Anforderung. KEBA P30 bietet industrielle Robustheit über Modbus TCP – 1P3P ist möglich, erfordert aber den externen KeContact S10. Der go-e Gemini ist für das klassische PV-only-Einfamilienhaus oft die kompakteste Lösung: kein Zusatzteil für 1P3P, kein Sponsor, keine Cloud-Abhängigkeit.
Szenario 2: PV + dynamischer Stromtarif
Wenn evcc zusätzlich dynamische Tarifsignale (Tibber, aWATTar, Ostrom) in Ladebefehle umsetzt, kommt es auf sehr stabile und latenzarme Kommunikation an – auch zu ungünstigen Nachtzeiten. KEBA P30 ist hier dank Modbus TCP und robuster LAN-Anbindung eine bewährte Wahl. go-e Gemini via lokaler HTTP-API v2 funktioniert ebenfalls sehr zuverlässig. Der Wallbox Pulsar Plus ist für dieses Szenario technisch möglich, die gröbere OCPP-1.6J-Regelung bedeutet aber weniger präzises Tarif-Matching. Cloud-abhängige Modelle wie die Easee Home im Standardmodus sind für PV+Tarif-Dauerbetrieb kritisch – lokales OCPP muss zwingend konfiguriert sein.
Szenario 3: Zwei Fahrzeuge, Lastmanagement
Für Mehrfach-Lademanagement steuert evcc zwei oder mehr Wallboxen gleichzeitig und verteilt die verfügbare Hausanschlussleistung. Entscheidend ist stabile, parallele Kommunikation. openWB Series 2 unterstützt Mehrfach-Instanzen nativ und ist für dieses Szenario konzipiert. ABL eMH1 ist über den RS485-Bus für Mehrfach-Installationen in Garagen mit Kabelkanal geeignet – setzt aber RS485-Konverter und Sponsor-Token voraus. Bei Cloud-abhängigen Modellen (Easee, Wallbox Pulsar Plus) muss für jede Wallbox ein lokaler OCPP-Endpunkt aktiv sein.
Szenario 4: Mietshaus oder Gewerbe
Gewerbliche Szenarien mit mehreren Ladepunkten und Abrechnungspflicht erfordern OCPP-fähige Modelle mit lokaler Kommunikation und möglichst MID-geeichtem Zähler. ABL eMH1 (RS485/Modbus-Bus-fähig, robust, DACH-gefertigt) ist in Gewerbeinstallationen etabliert. KEBA P30 mit Modbus TCP und optionaler RFID-Zugangskontrolle ist für strukturierte Kundenparkplätze geeignet. Cloud-OCPP-Lösungen sind im gewerblichen Dauerbetrieb ein Risikofaktor – lokales OCPP ist hier keine Option, sondern Pflicht. Hinweis: §14a-EnWG-Dimmung und Netzbetreiber-Anforderungen gelten ab dem ersten Ladepunkt; Details siehe Abschnitt unten.
Kompatibilitäts-Stand
Die offizielle evcc-Kompatibilitätsliste unter docs.evcc.io/docs/devices/chargers listet über 200 Wallbox-Modelle mit ihrem aktuellen Support-Status, benötigten Parametern und Sponsor-Gate-Informationen. Prüfen Sie vor dem Kauf immer den aktuellen Eintrag – insbesondere nach evcc-Major-Updates oder Hersteller-Firmware-Releases kann sich der Status ändern. Die Matrix auf dieser Seite gibt den Stand April 2026 wieder.
Vorsicht: Häufige Inkompatibilitäts-Fallen
Die folgenden Problemmuster tauchen in den evcc-GitHub-Discussions regelmäßig auf. Sie sind aus Community-Berichten re-paraphrasiert – keine wörtlichen Zitate, keine Nutzernamen.
- KEBA P30: KeContact S10 ist kein optionales Zubehör. Die 1P3P-Phasenumschaltung beim KEBA P30 setzt den externen Phasenwechselschalter KeContact S10 und eine spezifische Firmware-Konfiguration voraus. Ohne S10 liefert die KEBA dauerhaft 3-phasige Speisung – die smarte Umschaltung entfällt. Dieses Missverständnis ist laut Community-Berichten eine der häufigsten KEBA-Installationsfallen.
- Easee Home: Cloud-OCPP ist Standard, lokales OCPP muss aktiv konfiguriert werden. evcc benötigt lokalen Zugriff auf die Wallbox. Bei der Easee Home muss lokales OCPP in der Easee-App explizit aktiviert werden. Laut mehreren Community-Berichten kann ein Hersteller-Firmware-Update diesen Status zurücksetzen. Empfehlung: Nach jedem Easee-Update den lokalen OCPP-Endpunkt in evcc prüfen.
- Fronius Wattpilot und SMA EV Charger: Deprecated bedeutet keine neuen evcc-Features. Wer diese Modelle heute neu kauft, wird mit der aktuellen evcc-Version betrieben – erhält aber keine neuen Integrations-Features mehr. Für Neuinstallationen sind aktiv gepflegte Modelle klarer zu empfehlen. Bestehende Wattpilot- und SMA-Nutzer können ohne Einschränkungen weiterarbeiten.
- go-e HOMEfix ist nicht dasselbe wie go-e Gemini. Das go-e Produktportfolio umfasst mehrere Modelle. Nur der go-e Charger Gemini unterstützt die HTTP API v2 vollständig lokal. Das günstigere HOMEfix-Modell hat eingeschränkte API-Fähigkeiten und unterstützt lokale evcc-Anbindung nicht im gleichen Umfang. Auf die exakte Modellbezeichnung beim Kauf achten.
- Firmware-Updates können Protokollverhalten ändern. Betrifft besonders Cloud-verbundene Modelle (Easee, Wallbox Pulsar Plus). Nach einem Hersteller-Update kann sich der OCPP-Modus, die API-Erreichbarkeit oder die Authentifizierung ändern. Empfehlung: Automatische Firmware-Updates deaktivieren und Updates erst nach Prüfung der evcc-Kompatibilitätsliste einspielen.
- Wallbox Pulsar Plus: OCPP 1.6J ohne 1-A-Granularität. OCPP 1.6J kennt keine standardisierte 1-A-Leistungsregelung. Die Ladeleistung wird über SetChargingProfile-Blöcke gesetzt, was zu Sprüngen von mehreren Ampere führen kann. Für präzises PV-Überschussladen ist das eine spürbare Einschränkung gegenüber Modbus-TCP- oder HTTP-API-Modellen.
- ABL eMH1: RS485-Konverter oder TCP-Gateway nicht vergessen. Die Modbus-RS485-Anbindung des ABL eMH1 erfordert entweder einen RS485-USB-Konverter (direkter Anschluss am evcc-Rechner) oder einen Modbus-TCP-Gateway (LAN-Lösung, z. B. Waveshare RS485-to-Ethernet). Ohne dieses Zusatzteil ist evcc nicht anbindbar. Zusätzlich ist ein Sponsor-Token erforderlich.
Datenblatt-Deep-Dive
Für jedes Modell sind nachfolgend die evcc-relevanten Kerndaten aus dem offiziellen Hersteller-Datenblatt zusammengefasst. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand der jeweils genannten Datenblatt-Version. Preisangaben ohne Gewähr – bitte vor Kauf aktuell prüfen.
ABL eMH1
Die ABL eMH1 (Typen 1W1101 / 1W2201) ist eine robuste Wandladestation der ABL SURSUM Ladelösungen GmbH aus Lauf an der Pegnitz – ein deutsches Produkt mit langer Industrieerfahrung. In evcc-Installationen wird sie über Modbus RTU (RS485) angebunden und ermöglicht feingranulare Leistungsregelung in 1-A-Schritten.
Kerndaten (ABL eMH1 Datenblatt, Typenblatt 1W1101, Stand 2024): Ladeleistung 11 kW (3 × 16 A), Schutzklasse IP54/IK10, Kabel 7,5 m (Typ 2, fest), Betriebstemperatur −35 bis +55 °C, Kommunikation via RS485 (optional mit Modbus-Gateway auf TCP erweiterbar). 1P3P: Nein. evcc-Sponsor-Token: Erforderlich. Zubehör für evcc: RS485-USB-Konverter oder Modbus-TCP-Gateway (ca. 30–60 EUR).
evcc-Eignung: Solide Wahl für Garagen-Neubauten mit RS485-Kabelkanal oder gewerbliche Mehrfach-Installationen. Die mA-Regelung ist präzise. Ohne 1P3P-Umschaltung ist die Eigennutzung bei geringem PV-Überschuss eingeschränkt. Für PV-only-Privatinstallationen gibt es flexiblere Alternativen.
→ ABL eMH1 11 kW kaufen (Partnerlink*)
→ Ausführliche ABL eMH1 Bewertung
Easee Home
Die Easee Home ist eine norwegische Wallbox der Easee AS (Oslo). Sie unterstützt automatische 1P3P-Umschaltung und ist in DACH über Installateure und Onlinehändler erhältlich. Technisch ausgereift, aber mit Cloud-OCPP als Standardmodus – ein relevanter Punkt für evcc-Betrieb.
Kerndaten (Easee Home Technisches Datenblatt v2.x, Stand 2025): Ladeleistung 7,4 / 11 / 22 kW (konfigurierbar per App), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse (kabellos), 1P3P via Easee-Protokoll automatisch, Kommunikation OCPP 1.6J (Standard: Cloud; lokal: konfigurierbar). evcc-Sponsor-Token: Erforderlich.
evcc-Eignung: Die 1P3P-Fähigkeit und gute DACH-Verfügbarkeit sind Pluspunkte. Das zentrale Risiko ist die Cloud-OCPP-Abhängigkeit im Werksstandard. Lokales OCPP muss explizit aktiviert werden und kann nach Firmware-Updates zurückgesetzt sein – regelmäßige Prüfung ist nötig. Für hochverfügbare evcc-Installationen gibt es lokal-native Alternativen.
→ Hersteller-Seite Easee Home (kein Partnerlink verfügbar)
→ Ausführliche Easee Home Bewertung
Fronius Wattpilot ⚠️
Der Fronius Wattpilot (Home 11 J 2.0, Best.-Nr. 4.240.404 / Home 22 J 2.0, Best.-Nr. 4.240.403) ist ein österreichisches Produkt von Fronius International GmbH (Sattledt, AT). Die evcc-Integration läuft über eine lokale WiFi-API – keine Cloud erforderlich. Hinweis: Die Integration ist in evcc als deprecated geführt.
Kerndaten (Fronius Wattpilot Home Datenblatt, Best.-Nr. 4.240.404, Stand 2023): Ladeleistung 11 kW (1 × 16 A oder 3 × 16 A, per App konfigurierbar), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse (kabellos), 1P3P via myWattpilot-Protokoll, Kommunikation lokale WiFi-API (kein Cloud-Zwang für evcc). evcc-Sponsor-Token: Nicht erforderlich.
evcc-Eignung: Bestehende Installationen laufen stabil. Das Deprecated-Label betrifft ausschließlich die evcc-seitige Feature-Weiterentwicklung. Fronius selbst pflegt das Produkt weiterhin. Wer heute neu kauft und auf langfristig aktive evcc-Weiterentwicklung angewiesen ist, sollte ein nicht-deprecated Modell wählen.
→ Fronius Wattpilot Home 11J 2.0 kaufen (Partnerlink*)
→ Ausführliche Fronius Wattpilot Bewertung
go-e Charger Gemini
Der go-e Charger Gemini flex (CH-04-11-01) ist ein österreichisches Produkt der go-e GmbH (Graz, AT) und gilt in der evcc-Community als eine der unkompliziertesten Wallboxen: lokale HTTP-API v2, kein Sponsor-Token, schnelle 1P3P-Umschaltung, keine Cloud-Abhängigkeit.
Kerndaten (go-e Charger Gemini flex Datenblatt CH-04-11-01, Stand 2024): Ladeleistung 11 kW (3 × 16 A) oder 22 kW (3 × 32 A), Schutzklasse IP54, Typ-2-Kabel (flex: abnehmbar), 1P3P-Umschaltung automatisch (< 1 s laut Hersteller), mA-Regelung 1-A-Schritte (6–32 A), Kommunikation HTTP API v2 (lokal, WLAN). evcc-Sponsor-Token: Nicht erforderlich.
evcc-Eignung: Hervorragend für PV-Überschussladen im Einfamilienhaus. Lokale API, feingranulare Regelung, schnelle Phasenumschaltung – alle drei zentralen evcc-Anforderungen erfüllt, ohne Sponsor-Kosten. Achtung beim Kauf: Nur der Gemini (nicht das günstigere HOMEfix-Modell) unterstützt HTTP API v2 vollständig. Auf exakte Modellbezeichnung achten.
→ go-e Charger Gemini flex kaufen (Partnerlink*)
→ Ausführliche go-e Charger Gemini Bewertung
KEBA KeContact P30
Die KEBA KeContact P30 (x-series und c-series) ist eine österreichische Wallbox der KEBA AG (Linz, AT) und in der evcc-Community für ihre industrietaugliche Modbus-TCP-Implementierung bekannt. Für 1P3P-Umschaltung ist der externe Phasenwechselschalter KeContact S10 erforderlich.
Kerndaten (KEBA KeContact P30 x-series Datenblatt, Best.-Nr. 124.989, Stand 2024): Ladeleistung 11 kW (3 × 16 A) oder 22 kW (3 × 32 A), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse (kabellos, oder mit Kabel erhältlich), 1P3P mit KeContact S10 + Firmware-Konfiguration, mA-Regelung 1-A-Schritte (6–63 A, modellabhängig), Kommunikation Modbus TCP (LAN). OCPP 1.6J optional. evcc-Sponsor-Token: Erforderlich.
evcc-Eignung: Robuste Wahl für PV+Tarif-Szenarien und Mehrfach-Lademanagement. Die Modbus-TCP-Verbindung ist latenzarm und sehr stabil. Wichtig: KeContact S10 (Phasenwechselschalter) und Sponsor-Token sind als Zusatzkosten einzuplanen. Österreichischer Support und langjährige Bewährtheit in der Praxis.
→ KEBA KeContact P30 x-series kaufen (Partnerlink*)
→ Ausführliche KEBA KeContact P30 Bewertung
openWB Series 2
Die openWB Series 2 ist ein Produkt der openWB GmbH (Freiburg, DE) – eine Wallbox, die gleichzeitig als eigenständige Lademanagement-Plattform konzipiert ist. In evcc-Installationen wird sie als regulärer Ladepunkt eingebunden. Vollständig lokal, kein Sponsor-Token, deutsches Unternehmen.
Kerndaten (openWB Series 2 Produktdokumentation, Stand 2025): Ladeleistung 11 kW (3 × 16 A) oder 22 kW (3 × 32 A), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse oder Kabelversion, 1P3P via evcc-Steuerbefehl, mA-Regelung 1-A-Schritte, Kommunikation Modbus TCP (LAN) oder REST API (lokal). evcc-Sponsor-Token: Nicht erforderlich.
evcc-Eignung: Starke Option für Nutzer, die ein rein deutsches Produkt mit etabliertem Support bevorzugen. Die evcc-Integration ist offiziell gepflegt. Besonderheit: openWB selbst bietet eine evcc-Alternative als Firmware – wer openWB als Standalone-System betreibt, benötigt kein separates evcc.
→ Hersteller-Seite openWB (kein Partnerlink verfügbar)
→ Ausführliche openWB Series 2 Bewertung
SMA EV Charger ⚠️
Der SMA EV Charger (7,4 kW und 22 kW) ist eine Wallbox von SMA Solar Technology AG (Niestetal, DE). Die Integration ist in evcc als deprecated markiert. SMA hat den EV Charger durch ein Nachfolge-Ökosystem mit direkter SMA-Energiemanagement-Integration abgelöst.
Kerndaten (SMA EV Charger Datenblatt EVCHARGER-US-DE-10, Stand 2023): Ladeleistung 7,4 kW (1 × 32 A) oder 22 kW (3 × 32 A), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse, 1P3P: Nein (feste Phase je Modell), mA-Regelung via HTTP-SMA-API, Kommunikation HTTP-basierte SMA-Schnittstelle. evcc-Sponsor-Token: Erforderlich.
evcc-Eignung: Bestehende SMA-EV-Charger-Installationen sind weiterhin funktionsfähig. Für Neuinstallationen in SMA-Systemen bietet das native SMA-Energiemanagement eine direktere Integration ohne evcc. Wer ein SMA-unabhängiges Setup aufbaut, sollte ein nicht-deprecated Modell wählen.
→ Hersteller-Seite SMA Solar (kein Partnerlink verfügbar)
→ Ausführliche SMA EV Charger Bewertung
Wallbox Pulsar Plus
Die Wallbox Pulsar Plus ist ein spanisches Produkt der Wallbox Chargers S.L. (Barcelona, ES) und in DACH weit verbreitet – auch über Amazon erhältlich. Kein Sponsor-Token erforderlich, aber OCPP 1.6J mit eingeschränkter mA-Regelung.
Kerndaten (Wallbox Pulsar Plus Datenblatt PLP1-0-2-4, Stand 2024): Ladeleistung 7,4 kW (1 × 32 A) / 11 kW (3 × 16 A) / 22 kW (3 × 32 A, je nach Modell), Schutzklasse IP54, Typ-2-Buchse, 1P3P: Nein (feste Phasenzahl je Modell), mA-Regelung: eingeschränkt via OCPP 1.6J SetChargingProfile (kein 1-A-Standard), Kommunikation OCPP 1.6J (konfigurierbar auf lokalen OCPP-Server). evcc-Sponsor-Token: Nicht erforderlich.
evcc-Eignung: Einstiegsfreundlich durch Verzicht auf Sponsor-Kosten. Die eingeschränkte OCPP-1.6J-mA-Regelung bedeutet weniger präzises PV-Matching im Vergleich zu Modbus-TCP- oder HTTP-API-Modellen. Für einfache Nutzungsszenarien ohne 1P3P-Anforderung durchaus geeignet, wenn Kosteneinsparung Priorität hat.
→ Wallbox Pulsar Plus kaufen (Partnerlink*)
→ Ausführliche Wallbox Pulsar Plus Bewertung
Vorsicht: §14a EnWG und Netzbetreiber-Dimmung
Seit 2024 dürfen Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen – darunter Wallboxen – bei Netzüberlastung auf mindestens 4,2 kW drosseln (§ 14a EnWG). Das betrifft alle Wallboxen, die nach 2024 ans Netz angeschlossen werden und vom Netzbetreiber als steuerbare Einrichtung registriert sind.
Praktisch relevant: Bei 4,2 kW laden Sie ein Fahrzeug mit ca. 18 kWh/100 km noch mit rund 23 km Reichweite pro Stunde. Die Dimmung tritt nur bei tatsächlicher Netzüberlastung in Kraft – in der Realität ein seltenes Ereignis. evcc berücksichtigt die §14a-Dimmung automatisch, wenn die Wallbox entsprechende Befehle unterstützt. Für Neuinstallationen: Klären Sie mit Ihrem Netzbetreiber, ob ein Steuerbox-Gateway oder Smart Meter erforderlich ist. Welche Wallboxen §14a-konform konfiguriert werden können und was KEBA S10 als Zubehör damit zu tun hat, erklärt unser Detailartikel:
→ § 14a EnWG – Was Wallbox-Besitzer wissen müssen
Welche Wallbox eignet sich für evcc?
Eine universell passende Wallbox gibt es nicht – die richtige Wahl hängt von Installationsart, Nutzungsszenario und Budget ab. Für PV-Überschussladen im Einfamilienhaus eignen sich go-e Gemini (lokale HTTP-API, kein Sponsor, 1P3P) und openWB Series 2 (Modbus TCP, deutsches Produkt) besonders gut. Wer industrielle Robustheit priorisiert, greift zur KEBA P30. Die Matrix auf dieser Seite gibt eine strukturierte Entscheidungsgrundlage.
Benötige ich einen Sponsor-Token für evcc?
Nicht für alle Wallboxen. go-e Gemini, openWB Series 2, Fronius Wattpilot und Wallbox Pulsar Plus benötigen keinen Sponsor-Token. ABL eMH1, Easee Home und KEBA P30 erfordern ein aktives GitHub-Sponsoring. Die aktuellen Konditionen sind transparent auf evcc.io ausgewiesen – das Sponsoring unterstützt die Open-Source-Entwicklung direkt.
Funktioniert evcc auch mit Cloud-abhängigen Wallboxen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Cloud-abhängige Modelle (z. B. Easee Home im Werksstandard) funktionieren, solange der Hersteller-Server erreichbar ist. Fällt die Cloud aus oder wird abgekündigt, reagiert evcc nicht auf Steuerbefehle. Für Dauerbetrieb empfehlen wir Wallboxen mit lokaler Kommunikation: HTTP API, Modbus TCP oder lokal konfiguriertes OCPP.
Können ich eine deprecated Wallbox noch mit evcc nutzen?
Ja. Auch als deprecated markierte Modelle (Fronius Wattpilot, SMA EV Charger) funktionieren mit der aktuellen evcc-Version stabil. Deprecated bedeutet nur, dass keine neuen evcc-Features für diese Integration entwickelt werden. Für Neuinstallationen empfehlen wir aktiv gepflegte Modelle, um langfristig von evcc-Weiterentwicklungen zu profitieren.
Was kostet eine evcc-taugliche Wallbox?
Eine evcc-kompatible Wallbox kostet je nach Modell und Konfiguration zwischen ca. 500 und 1.200 EUR (ohne Installationskosten durch einen Elektriker). Der Preis korreliert nicht direkt mit der evcc-Eignung: go-e Gemini liegt im mittleren Preissegment bei hoher Kompatibilität, KEBA P30 punktet durch industrielle Robustheit. Hinzu kommen ggf. Kosten für Sponsor-Token und Zubehör (RS485-Konverter, KeContact S10). Preise bitte immer aktuell prüfen.