Die Easee Wallbox fällt auf, und das ist Absicht. Das norwegische Unternehmen setzt auf skandinavisches Minimaldesign, kostenlose 4G-Konnektivität und ein besonders niedriges Gewicht von nur 1,5 kg. Mit der Charge Up (ab ca. 841 €) und der Charge Max (ab ca. 743 €) bietet Easee zwei Varianten für unterschiedliche Zielgruppen: Die Charge Up richtet sich an designbewusste Eigenheimbesitzer, die Charge Max an Dienstwagen-Nutzer, Mehrfamilienhäuser und Flottenmanager. Beide laden mit bis zu 22 kW dreiphasig. Einen Vergleich aller Wallboxen finden Sie im Wallbox-Vergleich 2026.
- Ladeleistung: bis 22 kW (3-phasig, 32 A)
- Kostenlose 4G-Konnektivität, lebenslang, kein Abo
- Nur 1,5 kg: leichteste fest installierte Wallbox am Markt
- Daisy-Chain: bis zu 3 Ladepunkte an einem Anschluss
- Charge Max: MID-Zähler, RFID, V2G-ready
- Ab ca. 743 € (Charge Max) / 841 € (Charge Up)
Technische Daten: Easee Charge Up und Charge Max
| Spezifikation | Charge Up | Charge Max |
|---|---|---|
| Ladeleistung | bis 22 kW (3-phasig) | bis 22 kW (3-phasig) |
| Ladestrom | bis 32 A | bis 32 A |
| Anschluss | Typ 2, Ladesteckdose (Kabel separat) | Typ 2, Ladesteckdose (Kabel separat) |
| Konnektivität | WiFi + 4G (kostenlos, lebenslang) | WiFi + 4G (kostenlos, lebenslang) |
| App | Easee App (iOS/Android) | Easee App (iOS/Android) |
| Lastmanagement | Dynamisch (Easee Equalizer) | Dynamisch (Easee Equalizer) |
| PV-Überschussladen | Ja (über App/API/evcc) | Ja (über App/API/evcc) |
| RFID | Nein | Ja |
| MID-Zähler | Nein | Ja (eichrechtskonform) |
| V2G-ready | Nein | Ja (Hardware vorbereitet) |
| Daisy-Chain | Bis zu 3 Ladepunkte | Bis zu 3 Ladepunkte |
| Schutzart | IP54 (geschützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Außenmontage möglich) | IP54 |
| Gewicht | 1,5 kg | ca. 4 kg |
| Integrierter FI Typ A | Ja (DC 6 mA) | Ja (DC 6 mA) |
| Preis (ca.) | ab 841 € | ab 743 € |
Easee Charge Up: Skandinavisches Design trifft Konnektivität
Die Charge Up ist die Lifestyle-Variante im Easee-Sortiment. Mit nur 1,5 kg ist sie die leichteste fest installierte Wallbox am Markt, die gesamte Leistungselektronik sitzt in der separat montierten Backplate. Das ergibt eine Optik, die mehr an ein Designobjekt als an Ladetechnik erinnert.
Das technische Highlight ist die kostenlose 4G-Konnektivität. Während andere Hersteller WiFi als einzige Verbindung anbieten (was in Garagen oft problematisch ist), verbindet sich die Charge Up per Mobilfunk, ohne Abo, ohne Zusatzkosten, lebenslang. Die Wallbox ist damit auch ohne WLAN-Empfang in der Garage voll steuerbar.
Per Daisy-Chain lassen sich bis zu drei Easee-Ladepunkte an einem Stromanschluss kaskadieren. Das Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung automatisch zwischen den Ladepunkten, praktisch für Haushalte mit zwei E-Autos oder perspektivisch für kleine Mehrparteienlösungen.
Zielgruppe Charge Up: Designbewusste Eigenheimbesitzer, die eine optisch ansprechende Wallbox mit zuverlässiger Konnektivität suchen. Die 4G-Anbindung löst das häufige Problem schlechten WLAN-Empfangs in Garagen und Carports.
Easee Charge Max: MID-Zähler, RFID und V2G-Vorbereitung
Die Charge Max ist das Gegenmodell: weniger Design-Statement, mehr Funktionsumfang für professionelle Anwendungen. Der integrierte MID-konforme Zähler ermöglicht eichrechtskonforme Abrechnung, relevant für die Erstattung von Dienstwagenladung durch den Arbeitgeber oder die Abrechnung in Mehrfamilienhäusern.
Per RFID können verschiedene Nutzer identifiziert und deren Ladevorgänge separat erfasst werden. Das macht die Charge Max zur ersten Wahl in Szenarien, in denen mehrere Personen eine Wallbox teilen.
Besonders zukunftsorientiert: Die Charge Max ist V2G-ready. Die Hardware ist für bidirektionales Laden vorbereitet, sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen stehen und ein Software-Update verfügbar ist, kann die Wallbox Energie vom Fahrzeug zurück ins Netz speisen. Mehr zum Thema bidirektionales Laden finden Sie in unserem Wallbox-Vergleich 2026.
Zielgruppe Charge Max: Dienstwagen-Fahrer mit Abrechnungsbedarf, Mehrfamilienhäuser mit mehreren Nutzern und Flottenmanager, die eine zukunftssichere Ladeinfrastruktur aufbauen wollen.
Installation: Was Sie vor dem Kauf wissen müssen
Die Installation einer Wallbox muss durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen. Das ist keine Empfehlung, sondern gesetzliche Pflicht nach VDE 0100-722 und TAB des Netzbetreibers. Zusätzlich muss jede Wallbox beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden, bei Ladeleistungen über 11 kW ist eine Genehmigung erforderlich. Mehr dazu in unserem Wallbox-Installations-Ratgeber.
Besonderheit bei Easee: Die Backplate wird separat montiert und die eigentliche Ladeeinheit wird aufgesteckt. Das macht den Tausch oder ein Upgrade einfacher, ändert aber nichts an der Pflicht zur Fachinstallation. Der Easee Equalizer (dynamisches Lastmanagement) muss zusätzlich am Zählerplatz installiert werden.
Die Gesamtkosten einer Wallbox-Installation (Wallbox + Montage + Material) können Sie mit unserem Wallbox-Gesamtkosten-Rechner abschätzen.
PV-Überschussladen mit der Easee Wallbox
Beide Easee-Varianten unterstützen PV-Überschussladen. Die Umsetzung erfolgt über den Easee Equalizer, der den aktuellen Hausverbrauch misst und die Ladeleistung entsprechend anpasst. Alternativ lässt sich die Easee per API in Energiemanagementsysteme wie evcc einbinden.
Wie die meisten Wallboxen ohne automatische Phasenumschaltung benötigt die Easee bei dreiphasigem Betrieb mindestens ca. 4,1 kW PV-Überschuss, um den Ladevorgang zu starten. Bei niedrigerem Überschuss pausiert die Ladung. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung, wie die openWB series 2, können bereits ab ca. 1,4 kW laden.
Easee Charge Up vs. Wallbox Pulsar Plus vs. go-eCharger Gemini: Drei Konzepte
| Kriterium | Easee Charge Up | Pulsar Plus | go-e Gemini |
|---|---|---|---|
| Ladeleistung | bis 22 kW | bis 22 kW | bis 22 kW |
| Konnektivität | WiFi + 4G (kostenlos) | WiFi + Bluetooth | WiFi + Bluetooth |
| App-Steuerung | Easee App | MyWallbox | go-e App + offene API |
| Smart-Home-Integration | API vorhanden | API vorhanden | HTTP + MQTT (offen) |
| Ladekabel | Separat (Steckdose) | Integriert (5 m) | Integriert (ab 5 m) |
| MID-Zähler (Charge Max) | Ja (Max-Variante) | Nein | Optional |
| Daisy-Chain | Bis 3 Ladepunkte | Nein | Nein |
| Gewicht | 1,5 kg | ca. 5 kg | ca. 4,5 kg |
| Preis (ca.) | ab 841 € | ab 549 € | ab 569 € |
Empfehlung:
- Sie legen Wert auf Design und brauchen 4G statt WLAN: → Easee Charge Up. Besonders sinnvoll bei Garagen ohne WLAN-Empfang und wenn das Erscheinungsbild der Wallbox eine Rolle spielt.
- Sie suchen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: → Wallbox Pulsar Plus. Ca. 300 € günstiger, mit integriertem Ladekabel und bewährter App.
- Sie wollen maximale Smart-Home-Integration: → go-eCharger Gemini. Offene API (HTTP + MQTT), ideal für Home Assistant und DIY-Setups.
Den vollständigen Überblick aller Wallboxen finden Sie in unserem Wallbox-Finder, dort können Sie nach Ihren Anforderungen filtern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Easee Charge Up und Charge Max?
Die Charge Up ist die Design-Variante mit 1,5 kg Gewicht und kostenloser 4G-Anbindung, aber ohne MID-Zähler und RFID. Die Charge Max bietet einen eichrechtskonformen MID-Zähler, RFID-Zugangskontrolle und V2G-Vorbereitung, ideal für Dienstwagen-Abrechnung und Mehrfamilienhäuser.
Ist die kostenlose 4G-Verbindung wirklich lebenslang kostenlos?
Ja, Easee übernimmt die Mobilfunkkosten dauerhaft. Es gibt kein Abo und keine versteckten Kosten. Die 4G-Verbindung wird für App-Steuerung, Updates und Lastmanagement genutzt. Auch ohne WLAN-Empfang in der Garage ist die Wallbox damit voll steuerbar.
Brauche ich einen Elektriker für die Installation?
Ja, zwingend. Die Installation einer Wallbox ist nach VDE 0100-722 einem Elektrofachbetrieb vorbehalten. Zusätzlich muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei 22 kW ist eine Genehmigung erforderlich. Details finden Sie in unserem Installations-Ratgeber.
Kann ich die Easee Wallbox für PV-Überschussladen nutzen?
Ja, über den Easee Equalizer oder per Integration mit evcc. Beachten Sie, dass die Easee bei dreiphasigem Betrieb mindestens ca. 4,1 kW PV-Überschuss benötigt, um den Ladevorgang zu starten.
Fazit der Easee Wallbox Bewertung: Design und Konnektivität als Alleinstellung
Easee verfolgt einen eigenen Weg im Wallbox-Markt. Die Charge Up ist die richtige Wahl für Eigenheimbesitzer, die eine optisch ansprechende Wallbox mit zuverlässiger 4G-Verbindung suchen, besonders wenn der WLAN-Empfang in der Garage schlecht ist. Das niedrige Gewicht und das modulare Backplate-System erleichtern Installation und spätere Upgrades.
Die Charge Max überzeugt in professionellen Szenarien: MID-Zähler für eichrechtskonforme Abrechnung, RFID für Mehrnutzer-Verwaltung und V2G-Vorbereitung für die Zukunft. Für Dienstwagen-Fahrer und Mehrfamilienhäuser ist sie eine der funktional vollständigsten Wallboxen am Markt.
Die Einschränkungen: Kein integriertes Ladekabel (muss separat gekauft werden), keine automatische Phasenumschaltung und ein höherer Preis als vergleichbare Wallboxen wie die Wallbox Pulsar Plus. Wer primär auf den Preis achtet, findet günstigere Alternativen.
Easee Wallbox. Skandinavisches Design mit lebenslanger 4G-Anbindung
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