Easee Wallbox Bewertung 2026: Charge Up und Charge Max im Vergleich

Marco Amato8 Min. Lesezeit

Die Easee Wallbox fällt auf, und das ist Absicht. Das norwegische Unternehmen setzt auf skandinavisches Minimaldesign, kostenlose 4G-Konnektivität und ein besonders niedriges Gewicht von nur 1,5 kg. Mit der Charge Up (ab ca. 841 €) und der Charge Max (ab ca. 743 €) bietet Easee zwei Varianten für unterschiedliche Zielgruppen: Die Charge Up richtet sich an designbewusste Eigenheimbesitzer, die Charge Max an Dienstwagen-Nutzer, Mehrfamilienhäuser und Flottenmanager. Beide laden mit bis zu 22 kW dreiphasig. Einen Vergleich aller Wallboxen finden Sie im Wallbox-Vergleich 2026.

Unternehmenshinweis (Stand Juni 2026): Easee geriet 2023 in erhebliche Schwierigkeiten: Die Wallboxen entsprachen nicht den EU-Vorgaben (fehlender normenkonformer FI-Schutz), was zu einem Imageschaden und starken Umsatzrückgängen führte. Das Unternehmen hat restrukturiert (225 von 350 Stellen abgebaut) und ist heute wieder operativ tätig. Die aktuellen Modelle erfüllen die geltenden Normen. Wer besonderen Wert auf Hersteller-Stabilität legt, sollte dies beim Kaufentscheid berücksichtigen.

Erweitertes Produktsortiment (Stand Juni 2026): Neben Charge Up und Charge Max umfasst das Easee-Angebot jetzt die Charge Lite (11 kW, ab ca. 706 €, Einstiegsmodell) und die Charge Core (22 kW, mit RFID und OCPP, bis zu 101 Ladepunkte ohne MID-Zähler, für große MFH-Installationen). Diese Bewertung konzentriert sich auf Charge Up und Charge Max als die in Deutschland meistgekauften Varianten.

Easee Wallbox Charge Up Ladestation – Bewertung auf elektronik-zeit.de
  4 / 5 – Ingenieur-Bewertung
  • Ladeleistung: bis 22 kW (3-phasig, 32 A)
  • Kostenlose 4G-Konnektivität ohne Abo (laut Easee für die Produktlebensdauer)
  • Nur 1,5 kg: leichteste fest installierte Wallbox am Markt
  • Daisy-Chain: bis zu 3 Ladepunkte an einem Anschluss
  • Charge Max: MID-Zähler, RFID, App-basierte Nutzerverwaltung
  • Ab ca. 743 € (Charge Max) / 841 € (Charge Up)
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Technische Daten: Easee Charge Up und Charge Max

SpezifikationCharge UpCharge Max
Ladeleistungbis 22 kW (3-phasig)bis 22 kW (3-phasig)
Ladestrombis 32 Abis 32 A
AnschlussTyp 2, Ladesteckdose (Kabel separat)Typ 2, Ladesteckdose (Kabel separat)
KonnektivitätWiFi + 4G (kostenlos, laut Easee für die Produktlebensdauer)WiFi + 4G (kostenlos, laut Easee für die Produktlebensdauer)
AppEasee App (iOS/Android)Easee App (iOS/Android)
LastmanagementDynamisch (Easee Equalizer)Dynamisch (Easee Equalizer)
PV-ÜberschussladenJa (über App/API/evcc)Ja (über App/API/evcc)
RFIDNeinJa
MID-ZählerNeinJa (eichrechtskonform)
Daisy-Chain / SkalierungBis zu 3 LadepunkteBis zu 101 Ladepunkte (über Easee Backbone)
SchutzartIP54 (geschützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Außenmontage möglich)IP54
Gewicht1,5 kgca. 4 kg
Integrierter FI Typ AJa (DC 6 mA)Ja (DC 6 mA)
Preis (ca.)ab 841 €ab 743 €

Easee Charge Up: Skandinavisches Design trifft Konnektivität

Vater und Tochter am Easee Charge Up an der Stele im Garten — Elektroauto wird geladen
Easee Charge Up im Alltag: Stelenmontage im Garten mit angestecktem Elektroauto · Foto: Easee ASA (Presseportal)

Die Charge Up ist die Lifestyle-Variante im Easee-Sortiment. Mit nur 1,5 kg ist sie die leichteste fest installierte Wallbox am Markt, die gesamte Leistungselektronik sitzt in der separat montierten Backplate. Das ergibt eine Optik, die mehr an ein Designobjekt als an Ladetechnik erinnert.

Das technische Highlight ist die kostenlose 4G-Konnektivität. Während andere Hersteller WiFi als einzige Verbindung anbieten (was in Garagen oft problematisch ist), verbindet sich die Charge Up per Mobilfunk, ohne Abo und ohne Zusatzkosten (laut Easee für die Produktlebensdauer). Die Wallbox ist damit auch ohne WLAN-Empfang in der Garage voll steuerbar.

Per Daisy-Chain lassen sich bis zu drei Easee-Ladepunkte an einem Stromanschluss kaskadieren. Das Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung automatisch zwischen den Ladepunkten, praktisch für Haushalte mit zwei E-Autos oder perspektivisch für kleine Mehrparteienlösungen.

Zielgruppe Charge Up: Designbewusste Eigenheimbesitzer, die eine optisch ansprechende Wallbox mit zuverlässiger Konnektivität suchen. Die 4G-Anbindung löst das häufige Problem schlechten WLAN-Empfangs in Garagen und Carports.

Easee Charge Max: MID-Zähler und RFID für professionelle Anwendungen

Die Charge Max ist das Gegenmodell: weniger Design-Statement, mehr Funktionsumfang für professionelle Anwendungen. Der integrierte MID-konforme Zähler ermöglicht eichrechtskonforme Abrechnung, relevant für die Erstattung von Dienstwagenladung durch den Arbeitgeber oder die Abrechnung in Mehrfamilienhäusern.

Per RFID können verschiedene Nutzer identifiziert und deren Ladevorgänge separat erfasst werden. Das macht die Charge Max zur ersten Wahl in Szenarien, in denen mehrere Personen eine Wallbox teilen.

Wer Richtung bidirektionales Laden plant, sollte wissen: Weder Charge Up noch Charge Max unterstützen V2G. Dafür bietet Easee ein separates Modell, die Easee Charge Pro, an. Mehr zum Thema bidirektionales Laden finden Sie in unserem Wallbox-Vergleich 2026.

Zielgruppe Charge Max: Dienstwagen-Fahrer mit Abrechnungsbedarf, Mehrfamilienhäuser mit mehreren Nutzern und Flottenmanager, die eine zukunftssichere Ladeinfrastruktur aufbauen wollen.

Installation: Was Sie vor dem Kauf wissen müssen

Die Installation einer Wallbox muss durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen. Das ist keine Empfehlung, sondern gesetzliche Pflicht nach VDE 0100-722 und TAB des Netzbetreibers. Zusätzlich muss jede Wallbox beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden, bei Ladeleistungen über 11 kW ist eine Genehmigung erforderlich. Mehr dazu in unserem Wallbox-Installations-Ratgeber.

Besonderheit bei Easee: Die Backplate wird separat montiert und die eigentliche Ladeeinheit wird aufgesteckt. Das macht den Tausch oder ein Upgrade einfacher, ändert aber nichts an der Pflicht zur Fachinstallation. Der Easee Equalizer (dynamisches Lastmanagement) muss zusätzlich am Zählerplatz installiert werden.

Die Gesamtkosten einer Wallbox-Installation (Wallbox + Montage + Material) können Sie mit unserem Wallbox-Gesamtkosten-Rechner abschätzen.

PV-Überschussladen mit der Easee Wallbox

Easee Wallbox an Hauswand mit Ladekabel, Person prüft Ladevorgang auf Smartphone-App
App-Steuerung der Easee: Ladezustand, zeitgesteuerte und PV-gekoppelte Ladevorgänge per Smartphone · Foto: Easee ASA (Presseportal)

Beide Easee-Varianten unterstützen PV-Überschussladen. Die Umsetzung erfolgt über den Easee Equalizer, der den aktuellen Hausverbrauch misst und die Ladeleistung entsprechend anpasst. Alternativ lässt sich die Easee per API in Energiemanagementsysteme wie evcc einbinden.

Wie die meisten Wallboxen ohne automatische Phasenumschaltung benötigt die Easee bei dreiphasigem Betrieb mindestens ca. 4,1 kW PV-Überschuss, um den Ladevorgang zu starten. Bei niedrigerem Überschuss pausiert die Ladung. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung, wie die openWB series 2, können bereits ab ca. 1,4 kW laden.

Easee Charge Up vs. Wallbox Pulsar Plus vs. go-eCharger Gemini: Drei Konzepte

KriteriumEasee Charge UpPulsar Plusgo-e Gemini
Ladeleistungbis 22 kWbis 22 kWbis 22 kW
KonnektivitätWiFi + 4G (kostenlos)WiFi + BluetoothWiFi + Bluetooth
App-SteuerungEasee AppMyWallboxgo-e App + offene API
Smart-Home-IntegrationAPI vorhandenAPI vorhandenHTTP + MQTT (offen)
LadekabelSeparat (Steckdose)Integriert (5 m)Integriert (ab 5 m)
MID-Zähler (Charge Max)Ja (Max-Variante)NeinOptional
Daisy-ChainBis 3 LadepunkteNeinNein
Gewicht1,5 kgca. 5 kgca. 4,5 kg
Preis (ca.)ab 841 €ab 549 €ab 569 €

Empfehlung:

  • Sie legen Wert auf Design und brauchen 4G statt WLAN: → Easee Charge Up. Besonders sinnvoll bei Garagen ohne WLAN-Empfang und wenn das Erscheinungsbild der Wallbox eine Rolle spielt.
  • Sie suchen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: → Wallbox Pulsar Plus. Ca. 300 € günstiger, mit integriertem Ladekabel und bewährter App.
  • Sie wollen maximale Smart-Home-Integration: → go-eCharger Gemini. Offene API (HTTP + MQTT), ideal für Home Assistant und DIY-Setups.

Den vollständigen Überblick aller Wallboxen finden Sie in unserem Wallbox-Finder, dort können Sie nach Ihren Anforderungen filtern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Easee Charge Up und Charge Max?

Die Charge Up ist die Design-Variante mit 1,5 kg Gewicht und kostenloser 4G-Anbindung, aber ohne MID-Zähler und RFID. Die Charge Max bietet einen eichrechtskonformen MID-Zähler und RFID-Zugangskontrolle, ideal für Dienstwagen-Abrechnung und Mehrfamilienhäuser. Bidirektionales Laden (V2G) unterstützen beide Modelle nicht. Für V2G-Anwendungen empfehlen sich Alternativen wie der Wallbox Quasar 2.

Ist die kostenlose 4G-Verbindung wirklich dauerhaft kostenlos?

Easee übernimmt die Mobilfunkkosten für die gesamte Produktlebensdauer laut Herstellerangabe. Es gibt kein Abo und keine versteckten Kosten. Rechtlich bindend ist die jeweils aktuelle Easee-AGB – eine zeitlich unbegrenzte Garantie über die Produktlebensdauer hinaus ist damit nicht verbunden. Die 4G-Verbindung wird für App-Steuerung, Updates und Lastmanagement genutzt.

Brauche ich einen Elektriker für die Installation?

Ja, zwingend. Die Installation einer Wallbox ist nach VDE 0100-722 einem Elektrofachbetrieb vorbehalten. Zusätzlich muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei 22 kW ist eine Genehmigung erforderlich. Details finden Sie in unserem Installations-Ratgeber.

Kann ich die Easee Wallbox für PV-Überschussladen nutzen?

Ja, über den Easee Equalizer oder per Integration mit evcc. Beachten Sie, dass die Easee bei dreiphasigem Betrieb mindestens ca. 4,1 kW PV-Überschuss benötigt, um den Ladevorgang zu starten.

Fazit der Easee Wallbox Bewertung: Design und Konnektivität als Alleinstellung

Easee verfolgt einen eigenen Weg im Wallbox-Markt. Die Charge Up ist die richtige Wahl für Eigenheimbesitzer, die eine optisch ansprechende Wallbox mit zuverlässiger 4G-Verbindung suchen, besonders wenn der WLAN-Empfang in der Garage schlecht ist. Das niedrige Gewicht und das modulare Backplate-System erleichtern Installation und spätere Upgrades.

Die Charge Max überzeugt in professionellen Szenarien: MID-Zähler für eichrechtskonforme Abrechnung und RFID für Mehrnutzer-Verwaltung. Für Dienstwagen-Fahrer und Mehrfamilienhäuser ist sie eine der funktional vollständigsten AC-Wallboxen am Markt. V2G gehört nicht zum Funktionsumfang der Charge Up und Charge Max.

Die Einschränkungen: Kein integriertes Ladekabel (muss separat gekauft werden), keine automatische Phasenumschaltung und ein höherer Preis als vergleichbare Wallboxen wie die Wallbox Pulsar Plus. Wer primär auf den Preis achtet, findet günstigere Alternativen.

Easee Wallbox. Skandinavisches Design mit 4G-Anbindung ohne Abo

Easee Charge Up beim Fachhändler ansehen

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Weiterführende Ratgeber & Bewertungen

Alle Wallboxen im Überblick, aktuelle Tests und den interaktiven Wallbox-Finder finden Sie in unserem Wallbox-Ratgeber 2026.