Strompreis-Entwicklung 2010–2026: Die Infografik
Datentabelle: Strompreiskomponenten 2015–2026
| Jahr | Beschaffung & Vertrieb | Netzentgelte | Steuern, Abgaben, Umlagen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 8,3 | 6,3 | 15,0 | 29,6 |
| 2016 | 7,5 | 6,6 | 15,7 | 29,8 |
| 2017 | 6,6 | 7,6 | 16,2 | 30,4 |
| 2018 | 7,0 | 7,3 | 16,1 | 30,3 |
| 2019 | 7,8 | 7,3 | 16,1 | 31,2 |
| 2020 | 8,3 | 7,7 | 16,3 | 32,3 |
| 2021 | 8,6 | 7,7 | 16,5 | 32,8 |
| 2022 | 24,1 | 8,0 | 14,2 | 46,3 |
| 2023 | 25,1 | 9,3 | 12,6 | 47,0 |
| 2024 | 17,0 | 11,4 | 11,7 | 40,1 |
| 2025 | 15,7 | 10,9 | 12,6 | 39,3 |
| 2026 | 15,2 | 9,3 | 12,6 | 37,0 |
Was treibt den Strompreis – und was nicht?
Die kurzfristig beeinflussbare Komponente – Beschaffung und Vertrieb – kostete 2026 etwa 15,2 ct/kWh. 2015 waren es 8,3 ct/kWh. Der Anstieg um 7 ct/kWh ist größtenteils auf die Energiekrise 2022/2023 zurückzuführen, die durch gestiegene Erdgas- und Kohlepreise ausgelöst wurde: 2022 erreichte die Beschaffungskomponente 24,1 ct/kWh, 2023 sogar 25,1 ct/kWh – eine vorübergehende Verdreifachung. Seit 2024 normalisieren sich die Großhandelspreise wieder. Wer von Preisschwankungen profitieren möchte, kann das mit einem dynamischen Stromtarif – dort spiegeln sich Spotmarktpreise direkt in der Abrechnung.
Die strukturell unveränderlicheren Komponenten – Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen – wuchsen dagegen über den gesamten Zeitraum stetig. Die Netzentgelte stiegen von 6,3 ct/kWh (2015) auf bis zu 11,4 ct/kWh (2024), bevor ein Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten sie 2026 auf 9,3 ct/kWh senkte. Steuern und Abgaben lagen bis zur Abschaffung der EEG-Umlage im Juli 2022 konstant zwischen 15 und 16,5 ct/kWh und sind seitdem auf etwa 12,6 ct/kWh zurückgegangen.
Deutschland im EU-Vergleich: teuer, aber nicht allein
Im 2. Halbjahr 2025 zahlten deutsche Haushalte laut Eurostat 38,7 ct/kWh – den höchsten Preis in der EU nach Belgien (35,0 ct/kWh) und Dänemark (33,1 ct/kWh). Österreich lag bei 32,7 ct/kWh, Frankreich bei 25,6 ct/kWh. Der Hauptunterschied: Frankreich hat einen hohen Kernenergie-Anteil und ein reguliertes Tarifmodell (tarif bleu), das Preisschwankungen am Großhandelsmarkt abfedert. Deutschland finanziert dagegen den Netzausbau für erneuerbare Energien stärker über Netzentgelte. Wer seine Abhängigkeit vom Netzstrompreis reduzieren möchte, findet eine Amortisationsrechnung unter Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Wie hoch ist der Strompreis 2026 für Haushalte in Deutschland?
Laut BDEW Strompreisanalyse April 2026 beträgt der durchschnittliche Haushaltsstrompreis für Neukundentarife 37,0 ct/kWh (Basis: 3.500 kWh/Jahr, Stand April 2026). Der Preis ist gegenüber dem Peak von 47,0 ct/kWh (2023) deutlich zurückgegangen, liegt aber noch rund 24 % über dem Vorkrisenniveau von 2021 (32,8 ct/kWh).
Warum ist Strom in Deutschland so teuer?
Der deutsche Strompreis besteht zu rund 34 % aus Steuern, Abgaben und Umlagen, zu 25 % aus Netzentgelten und zu 41 % aus Beschaffung und Vertrieb (Werte für 2026). Beide staatlich regulierten Komponenten – Netzentgelte und Abgaben – sind langfristig gestiegen und machen zusammen mehr als 59 % des Endpreises aus. Die reine Energiebeschaffung ist nach dem Rückgang der Großhandelspreise wieder auf ein vergleichsweise normales Niveau gesunken.
Wie viel zahlen andere EU-Länder für Strom?
Im 2. Halbjahr 2025 zahlten Haushalte in Frankreich 25,6 ct/kWh und in Österreich 32,7 ct/kWh (Quelle: Eurostat nrg_pc_204). Deutschland lag mit 38,7 ct/kWh an der Spitze der EU. Die Unterschiede erklären sich hauptsächlich durch verschiedene Energiemixe, Netzentgelt-Strukturen und staatliche Stützungsmaßnahmen.
Was hat die Abschaffung der EEG-Umlage gebracht?“
Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 auf null gesetzt und damit faktisch abgeschafft. Sie hatte zuletzt 6,5 ct/kWh betragen. Die Entlastung wurde jedoch durch den gleichzeitigen Preisanstieg an den Energiemärkten infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine mehr als aufgezehrt: 2022 stieg der Gesamtpreis trotzdem auf 46,3 ct/kWh. Ohne die Umlage-Abschaffung wäre der Preis noch deutlich höher gewesen.
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