Alpenverein Starnberg: Vier Jahre Realbetrieb der Photovoltaikanlage (24,84 kWp)

Marco Amato14 Min. Lesezeit

Auf dem Dach des Vereinsheims der DAV Sektion Starnberg läuft seit Februar 2022 eine 24,84-Kilowattpeak-Photovoltaikanlage mit 72 Modulen und einem 20-Kilowatt-Wechselrichter. In drei Volljahren erreichte sie einen mittleren spezifischen Ertrag von 1.038 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr und damit eine Performance-Ratio von 97,3 Prozent gegenüber der PVGIS-Standorterwartung. Seit Inbetriebnahme im Februar 2022 gab es keine technischen Vorfälle. Die Investition von rund 33.000 Euro netto trug die Sektion zur Hälfte selbst, die andere Hälfte kam aus dem Klimafonds des Deutschen Alpenvereins.

DAV-Vereinsheim Starnberg mit Photovoltaikanlage auf dem Satteldach, teilweise schneebedeckt
Das Vereinsheim der DAV-Sektion Starnberg mit der 24,84-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Satteldach. Foto: DAV Sektion Starnberg

Die Anlage in Zahlen

Das Vereinsheim der Sektion Starnberg liegt am Schloßhölzl 17 in Starnberg. Auf der Süddachfläche sind 72 monokristalline Halbzellen-Module montiert; ihre Nennleistung beträgt zusammen 24,84 Kilowattpeak. Die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom übernimmt ein dreiphasiger Wechselrichter mit 20 Kilowatt AC-Nennleistung. Wie sich die Anlage gegenüber dem lokalen Median einordnet, zeigt der Photovoltaik-Vergleich für Starnberg.

Wer trägt so eine Anlage: die Finanzierung der Sektion

Im November 2021 startete eine ehrenamtliche Initiative aus dem Vorstand der Sektion. Sie wollte die Süddachfläche des Vereinsheims nutzen und einen Teil des Stroms selbst erzeugen. Drei Monate später, am 7. Februar 2022, ging die Anlage in Betrieb.

Die Finanzierung kam je zur Hälfte aus eigenen Sektionsrücklagen und aus dem Klimafonds des Deutschen Alpenvereins. Der Klimafonds wird seit 2021 aus dem Mitgliedsbeitragsanteil von einem Euro je Vollmitglied gespeist. Über ihn fördert der Bundesverband Klimaschutz-Vorhaben in den Sektionen, von Heizungsumstellungen bis zu Photovoltaik-Projekten. Die Förderhöhe wird nicht pauschal vergeben, sondern für jedes Vorhaben einzeln festgelegt.

Im Fall der Sektion Starnberg übernahm der Klimafonds 16.500 Euro und damit die Hälfte der Nettoinvestition. Andere Sektionen erhalten je nach Vorhaben andere Quoten; eine Pauschalförderung gibt es nicht.

Der Vereinszweck hinter der Anlage geht über die Stromversorgung des Vereinsheims hinaus. Die Sektion betreibt im bayerischen Voralpenraum die Hörnlehütte und das Hohenzollernhaus; die Hörnlehütte wird bisher nicht klimaneutral bewirtschaftet, am Hohenzollernhaus sorgt eine vom Radurschlbach gespeiste Francis-Turbine mit einer Generatorleistung von 25 kW für die netzunabhängige elektrische Energie.

Der Überschuss aus der Vereinsheim-Anlage wird in das öffentliche Netz eingespeist und vom Bayernwerk Netz nach EEG vergütet. Die Sektion versteht das Projekt als Beitrag zur eigenen Klimabilanz neben dem Hüttenbetrieb.

Warum die Süddachfläche nicht voll belegt wurde

Die Süddachfläche des Vereinsheims hätte rechnerisch über 30 Kilowattpeak getragen. Die Sektion entschied sich dagegen aus zwei Gründen. Anlagen über 25 Kilowatt installierter Leistung mussten zum Inbetriebnahme-Zeitpunkt 2022 mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung ausgestattet sein (§ 9 EEG 2021). In vielen Verteilnetzen wurde das durch einen Rundsteuerempfänger umgesetzt. Das ist technisch beherrschbar, kostet aber zusätzliche Hardware, mehr Anschlussaufwand und längere Genehmigungswege.

Außerdem hätte laut Sektion der vorhandene Netzanschluss für eine größere Anlage möglicherweise nicht ausgereicht. Die Sektion blieb knapp unter der 25-Kilowatt-Schwelle und verzichtete auf zusätzliche Modulleistung, um die Inbetriebnahme nicht zu verzögern.

Bei der Modulwahl standen zwei Q-Cells-Varianten im Vergleich: die Q.PEAK DUO-G9 mit 345 Watt und die Q.PEAK DUO ML-G9 mit 390 Watt. Die kleinere Variante erlaubte 72 Module in vertikaler Anordnung auf der nutzbaren Dachfläche, die größere nur 64 Module. Bei nahezu identischer Wirkungsgradklasse von rund 20 Prozent entschied sich die Sektion für das 345-Watt-Modul. Die belegte Modulfläche entspricht rund 60 Prozent der gesamten Süddachfläche von 210 Quadratmetern.

Beim Wechselrichter fiel die Wahl auf einen dreiphasigen Stringwechselrichter mit 20 Kilowatt AC-Nennleistung. Für eine Anlage mit 24,84 Kilowattpeak DC ergibt das ein DC/AC-Verhältnis von 1,24. Dieses Verhältnis ist für Süd-Aufdachanlagen in Bayern branchenüblich; übliche Werte liegen zwischen 1,15 und 1,30.

Drei Monate von der Planung bis zum Netz, rund ein Monat bis zur modernen Messeinrichtung

Die Planung begann im November 2021 mit einer Auslegungsrechnung des Vereins. Sie kalkulierte zwei Modulvarianten und rechnete mit einem Jahresertrag von rund 26.000 Kilowattstunden bei 1.050 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr. Drei Monate später, am 7. Februar 2022, erfolgte die elektrische Inbetriebnahme durch die ausführende Firma AC Solar GmbH aus Starnberg-Leutstetten.

Nach Angabe der Sektion dauerte es noch rund einen Monat nach der Inbetriebnahme, bis das Bayernwerk Netz die moderne Messeinrichtung installiert hatte. Die Bayernwerk-Mengenabrechnung startete am 6. April 2022 mit dem Setzen der modernen Messeinrichtung, der Anfangszählerstand war null Kilowattstunden. Diese Bearbeitungszeit liegt im üblichen Rahmen der Netzbetreiber.

Die hier eingesetzte moderne Messeinrichtung nach § 29 Messstellenbetriebsgesetz erfasst Einspeisung und Bezug getrennt und überträgt die Werte fernablesbar. Eine feste Frist für den mME-Einbau bei einer neuen Photovoltaikanlage sieht das Gesetz nicht vor; bis Ende 2032 müssen alle modernisierungspflichtigen Messstellen umgerüstet sein.

Drei Volljahre Realbetrieb

Über drei Volljahre 2023 bis 2025 erzeugte die Anlage im Mittel 25.781 Kilowattstunden brutto je Jahr. Vereinsdokumentation und Bayernwerk-Abrechnung 2025 decken sich auf die Kilowattstunde genau.

Jahres-Kennzahlen 2022 bis 2025
Jahr Einspeisung (kWh) Eigenverbrauch (kWh) Bruttoerzeugung (kWh) spez. Ertrag (kWh/kWp/a) PR vs. PVGIS
2022 (Apr–Dez, Rumpfjahr)21.1881.50322.691n. v.n. v.
202324.2122.10926.3211.06099,3 %
202423.0801.96625.0461.00894,5 %
202523.8852.09025.9751.04698,0 %
Mittel 2023–202523.7262.05525.7811.03897,3 %

Datenbasis: Vereinsdokumentation der DAV Sektion Starnberg + Bayernwerk-EEG-Abrechnungen (13. Januar 2023 und 7. Januar 2026), Anlagennummer B448241.

Die Bruttoerzeugung ergibt sich aus der Summe von Einspeisung und Eigenverbrauch und beschreibt den AC-Output an der Wechselrichter-Klemme. Bezogen auf die Nennleistung von 24,84 Kilowattpeak ergibt sich ein spezifischer Jahresertrag von 1.038 Kilowattstunden je Kilowattpeak. Damit liegt die Anlage in der oberen Hälfte der für Süd-Aufdachanlagen in Bayern üblichen Bandbreite von 1.000 bis 1.150 Kilowattstunden je Kilowattpeak.

Die Performance-Ratio gegenüber der unabhängigen PVGIS-Standorterwartung beträgt 97,3 Prozent. PVGIS ist ein vom Joint Research Centre der EU-Kommission betriebenes Standort-Modellierungswerkzeug auf Basis der Strahlungsdatenbank SARAH3 und ERA5-Temperaturdaten der Jahre 2005 bis 2023. Für den Standort Starnberg, Süd, 26 Grad Neigung, Azimut 23 Grad und 14 Prozent System-Verluste-Annahme rechnet PVGIS eine Erwartung von 1.067 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr. Die Differenz zum Realwert beträgt 29 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr; sie erklärt sich durch das Wechselrichter-Clipping.

Konsistenz statt Zufall: Drei Volljahre liefern zwischen 25.046 und 26.321 Kilowattstunden bei einem Mittelwert von 25.781 Kilowattstunden.

Skala 24.000 bis 27.000 kWh, damit die Differenzen sichtbar werden · Bandbreite 4,9 Prozent vom Mittelwert · Rumpfjahr 2022 ab April liefert 22.691 kWh.

Säulendiagramm der Bruttoerzeugung in Kilowattstunden für die Jahre 2022 (Rumpfjahr ab April), 2023, 2024 und 2025. Werte: 22.691, 26.321, 25.046, 25.975. Die drei Volljahre liegen innerhalb einer Spanne von 1.275 Kilowattstunden, was 4,9 Prozent vom Mittelwert entspricht.

Daten als Tabelle (auch für Screenreader, Print und Zitation)
Bruttoerzeugung der Anlage 2022 bis 2025 · Einheit: Kilowattstunden · Quelle: Vereinsdokumentation und Bayernwerk-Abrechnungen
JahrBruttoerzeugung (kWh)Hinweis
202222.691Apr–Dez, Rumpfjahr
202326.321Volljahr
202425.046Volljahr
202525.975Volljahr

1.038 kWh/kWp im oberen Mittelfeld der Bayern-Range

Der Realwert von 1.038 Kilowattstunden je Kilowattpeak lässt sich gegen drei Referenzen prüfen: die PVGIS-Standorterwartung, die Süddeutschland-Bandbreite aus Branchenliteratur und Daten des Energie-Atlas Bayern. Ohne das Wechselrichter-Clipping läge die Performance-Ratio bei 99,3 bis 101,3 Prozent; die Anlage selbst liegt damit am Standortoptimum.

97,3 Prozent PVGIS-Standorterwartung: 1.038 kWh/kWp/a im Drei-Jahres-Mittel.

Drei Anlagen-Volljahre gegen die PVGIS-Erwartung: die 2024er-Delle (1.008) markiert ein einstrahlungsschwaches Jahr, nicht einen Anlagen-Defekt.

Säulendiagramm des spezifischen Jahresertrags in Kilowattstunden je Kilowattpeak, Skala 900 bis 1.100: Anlage 2023 mit 1.060, Anlage 2024 mit 1.008, Anlage 2025 mit 1.046, Drei-Jahres-Mittel mit 1.038, PVGIS-Standorterwartung Starnberg mit 1.067. Süddeutschland-Range Aufdach: untere Grenze 1.000, obere Grenze 1.150 kWh/kWp/a.

Bayern-Range Aufdach Süd zum Einordnen: untere Grenze 1.000, obere Grenze 1.150 kWh/kWp/a (Fraunhofer-ISE Photovoltaics Report).

Daten als Tabelle (auch für Screenreader, Print und Zitation)
Spezifischer Jahresertrag im Vergleich · Einheit: kWh/kWp/a
ReferenzWertQuelle
Anlage 20231.060Vereinsdokumentation
Anlage 20241.008Vereinsdokumentation
Anlage 20251.046Vereinsdokumentation und Bayernwerk-Abrechnung 2026
Drei-Jahres-Mittel Anlage1.038Eigenrechnung
PVGIS-Standorterwartung1.067PVGIS-SARAH3 v5.3, Lat 47,999 / Lon 11,343
Süddeutschland-Range untere Grenze1.000Fraunhofer-ISE Photovoltaics Report
Süddeutschland-Range obere Grenze1.150Fraunhofer-ISE Photovoltaics Report

Weitere Daten zu Einstrahlung, regionalen Förderbedingungen und Modulauswahl im Landkreis finden Sie im Starnberg-Photovoltaik-Leitfaden.

Wechselrichter-Begrenzung: Was das DC/AC-Verhältnis im Sommer kostet

Bei einem DC/AC-Verhältnis von 1,24 liefert der Generator an klaren Hochsommer-Tagen zur Mittagszeit kurzzeitig mehr DC-Leistung, als der 20-Kilowatt-Wechselrichter wandeln kann. Die AC-Ausgangsleistung des Wechselrichters wird auf seine Nennleistung von 20 Kilowatt begrenzt; der MPPT-Tracker fährt den Generator entsprechend off-MPP.

Wirtschaftlich ist das Clipping ein bewusster Kompromiss. Ein größerer Wechselrichter würde die DC-Spitzen vollständig aufnehmen, mehrere hundert Euro mehr kosten und die meiste Zeit des Jahres deutlich unter seiner Nennleistung laufen. Branchen-Simulationen quantifizieren den durchschnittlichen Clipping-Verlust bei einem DC/AC-Verhältnis um 1,24 mit 2 bis 4 Prozent des Jahresertrags. Auf die Anlage in Starnberg übertragen entspricht das rund 500 bis 1.000 Kilowattstunden je Jahr.

Drei bis vier Stunden Spitzenleistung pro klarem Sommer-Tag: DC-Erzeugung übersteigt die 20-kW-Grenze des Wechselrichters von rund 11:00 bis 14:30 Uhr.

An rund 30 bis 50 Tagen pro Jahr greift das Clipping spürbar; an den übrigen Tagen liegt die DC-Leistung unter 20 Kilowatt.

Liniendiagramm eines modellierten klaren Hochsommer-Tags. Die DC-Leistung des Generators verläuft als Glockenkurve mit Sonnenaufgang um etwa 5:30 Uhr, einem Maximum gegen 12:45 Uhr (MESZ) bei rund 23 Kilowatt und Sonnenuntergang gegen 21:00 Uhr. Die AC-Wechselrichter-Begrenzung verläuft horizontal bei 20 Kilowatt. Die rot gefüllte Fläche zwischen DC-Kurve und AC-Cap zwischen 11:00 und 14:30 Uhr markiert den durch Clipping verlorenen Anteil von schätzungsweise 8 bis 12 Kilowattstunden an einem solchen Tag.

Modelliertes Tagesprofil DC-Leistung mit AC-Begrenzung DC-Generator-Leistung als Glockenkurve Peak 23 Kilowatt um 12:45, AC-Cap horizontal bei 20 Kilowatt, Clipping-Fläche zwischen 11:00 und 14:30. 0 5 10 15 20 25 Leistung in Kilowatt 06:00 09:00 12:00 15:00 18:00 21:00 Tageszeit (MESZ) AC-Cap 20 kW Peak 23 kW · 12:45 Clipping 11:00 – 14:30 · ~10 kWh/Tag DC-Generator AC-Begrenzung (Wechselrichter 20 kW) Clipping-Verlust
Daten als Tabelle (auch für Screenreader, Print und Zitation)
Modelliertes Tagesprofil DC-Generator-Leistung an einem klaren Hochsommer-Tag · Einheit: Kilowatt
UhrzeitDC-Leistung (kW)AC-Output (kW)Clipping (kW)
06:000,50,50
09:0011110
11:0020200
12:0022202
12:4523203
14:0022202
14:3020200
15:0018180
18:00550
21:00000

Ein größerer Wechselrichter mit 25 Kilowatt AC-Nennleistung hätte die DC-Spitzen nahezu vollständig aufgenommen. Im Gegenzug wären die Anschaffungskosten höher und die mittlere Auslastung des Wechselrichters geringer. Die gewählte Auslegung folgt der branchenüblichen Logik: niedrigere Investition gegen einen einstelligen Prozentsatz Ertragsverlust.

Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit

Die EEG-Vergütung der Anlage ist seit Inbetriebnahme im Februar 2022 für 20 Jahre festgeschrieben. Konkret zahlt das Bayernwerk Netz für den Anlagen-Anteil bis 10 Kilowatt 6,73 Cent je Kilowattstunde netto und für den Anteil zwischen 10 und 40 Kilowatt 6,53 Cent je Kilowattstunde netto. Bei einer 24,84-Kilowattpeak-Anlage ergibt sich daraus ein gewichteter Mittelwert von 6,61 Cent je Kilowattstunde netto.

Die Cash-Erlöse der Sektion teilen sich in zwei Komponenten. Das Bayernwerk Netz zahlt monatlich Abschläge auf den eingespeisten Strom und rechnet einmal jährlich final ab. Für 2025 ergab sich ein Einspeise-Erlös von 1.578,93 Euro netto. Der eigenverbrauchte Strom (im Drei-Jahres-Mittel rund 2.055 Kilowattstunden je Jahr) wird direkt im Vereinsheim genutzt und ersetzt damit Netzbezug.

Bei 20 Jahren EEG-Vergütungsbindung bleiben nach der statischen Amortisation rund 12 Jahre positive Erträge. Strompreis-Steigerung beim Eigenverbrauch, Modul-Degradation von rund 0,5 Prozent je Jahr und eine eventuelle Wechselrichter-Tausch-Rückstellung nach 10 bis 15 Jahren wurden nicht eingerechnet. Strompreis-Steigerung erhöht den Eigenverbrauchs-Vorteil; Degradation und Wechselrichter-Tausch wirken in die Gegenrichtung. Vorzeichen und Größenordnung hängen vom konkreten Strompreispfad ab.

Wartung und Reinigung: vier Jahre ohne Eingriff

In vier Betriebsjahren gab es keine technischen Vorfälle, keine Reparaturen und keine Reinigung.

Bei der Dachneigung von 26 Grad genügt der Regenabtrag, um Pollen und Staub abzuwaschen; eine separate Reinigung war in vier Jahren nicht nötig. Im Winter rutscht der Schnee bei 26 Grad allerdings nicht von selbst ab; die Module bleiben im ungünstigsten Fall wenige Tage unter einer geschlossenen Schneedecke und liefern in dieser Zeit keine Erzeugung. Der Verein dokumentiert die monatlichen Zählerstände selbst und überwacht damit den Anlagenbetrieb ohne zusätzliche Software.

Vier übertragbare Erkenntnisse für Vereine, Kirchengemeinden und Schulen

Erstens: Eine knapp unterhalb der 25-Kilowatt-Schwelle ausgelegte Anlage erspart die Pflicht zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung nach § 9 EEG 2021 und beschleunigt die Inbetriebnahme oft um Wochen oder Monate.

Zweitens: Die DC/AC-Auslegung mit einem Verhältnis um 1,2 ist branchenüblich, aber nicht alternativlos. Wer auf Süddächern in Bayern arbeitet, sollte die Abwägung zwischen Wechselrichter-Größe und Clipping-Verlust kennen und bewusst entscheiden. Bei einer ehrenamtlichen Vereinsanlage mit langem Förder-Zeithorizont sind 2 bis 4 Prozent Ertragsverlust durch Clipping selten der entscheidende Faktor. Bei einer kommerziellen Anlage mit knapper Marge können sie es durchaus sein.

Drittens: Die EEG-Vergütungssätze sind nach Inbetriebnahme für 20 Jahre fixiert. Wenige Wochen Unterschied im Inbetriebnahme-Datum entscheiden über das Vergütungsniveau der nächsten 20 Jahre. Für die Sektion Starnberg lagen die Sätze zum Zeitpunkt 7. Februar 2022 bei den hier dokumentierten 6,73 und 6,53 Cent je Kilowattstunde. Wer in Starnberg eine eigene Anlage plant, findet im Photovoltaik-Ratgeber für den Landkreis den vollständigen Überblick zu Auslegung, Anbietersuche und Förderung.

Viertens: Förderprogramme wie der DAV-Klimafonds verkürzen die Amortisation des Eigenanteils erheblich. Im Modell der Sektion Starnberg sinkt sie durch den 50-Prozent-Zuschuss von rund 15 auf etwa 7,5 Jahre. Vergleichbare Förder-Töpfe existieren bei weiteren Verbänden mit Klimaschutz-Mandat; Konditionen sind je Vorhaben einzeln zu erfragen.

Methodik, Datenbasis, Freigabe

Methodik

  • Datenherkunft: Monatliche Zählerablesung am Einspeise- und am Eigenverbrauchszähler sowie zwei jährliche EEG-Abrechnungen der Bayernwerk Netz GmbH (2023 und 2026).
  • Bruttoerzeugung = Einspeisung + Eigenverbrauch (AC-Output an der Wechselrichter-Klemme).
  • Spezifischer Ertrag = Bruttoerzeugung / Nennleistung der Anlage (24,84 kWp).
  • Performance-Ratio = realer spezifischer Ertrag / PVGIS-Standorterwartung. PVGIS modelliert Wechselrichter-Clipping nicht; die ausgewiesene PR liegt damit konservativ.
  • PVGIS-Anfrage: v5.3 PVcalc-API, Lat 47,999 / Lon 11,343, kristallines Silizium, 14 Prozent System-Verluste, 26° Neigung, Azimut 23°.
  • Modellrechnung Amortisation: statisch, ohne Modul-Degradation, ohne Strompreis-Steigerung, ohne Wechselrichter-Tausch-Rückstellung. Bezugsstrom-Tarif von 30 Cent je Kilowattstunde brutto als Annahme angesetzt.
  • Modelliertes Tagesprofil: Klarsichttag im Hochsommer auf Basis PVGIS-SARAH3-Daten und Datenblatt-Eckwerten von Modul und Wechselrichter; Visualisierung zur Einordnung; kein gemessenes Tagesprofil der konkreten Anlage.

Quellen-Stamm

  1. Vereinsdokumentation der DAV Sektion Starnberg, Datenfreigabe der Vorstandschaft am 12. Mai 2026.
  2. Bayernwerk Netz GmbH, EEG-Abrechnung 13. Januar 2023, Anlagennummer B448241, Zeitraum 6. April 2022 bis 31. Dezember 2022.
  3. Bayernwerk Netz GmbH, EEG-Abrechnung 7. Januar 2026, Anlagennummer B448241, Zeitraum 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025.
  4. PVGIS v5.3, Joint Research Centre der EU-Kommission, Datenbank SARAH3 + ERA5, Zeitraum 2005 bis 2023, Abruf 5. Mai 2026.
  5. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, „Photovoltaics Report“, Edition 2024.
  6. Energie-Atlas Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Abruf 5. Mai 2026.
  7. Hanwha Q CELLS GmbH, Datenblatt Q.PEAK DUO-G9 335-355, Revision 2021-01.
  8. Fronius International GmbH, Datenblatt Symo 20.0-3-M, Stand 2024.
  9. § 29 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), Abruf 5. Mai 2026.
  10. Deutscher Alpenverein, Klimaschutz im DAV, Abruf 5. Mai 2026.

Inhaltliche Freigabe

Inhalte freigegeben durch die Vorstandschaft der DAV Sektion Starnberg vor Veröffentlichung am [Datum nach Freigabe einfügen].

Aktualisierungslog

Die in diesem Bericht ausgewiesenen Werte werden jährlich nach Eingang der Bayernwerk-Abrechnung aktualisiert. Übersicht aller redaktionellen Updates auf /transparenz/aktualisierungslog/.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie hoch ist der spezifische Ertrag der DAV-Anlage in Starnberg im Vergleich zur PVGIS-Erwartung?

1.038 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr im Mittel 2023 bis 2025. Das entspricht 97,3 Prozent der PVGIS-Standorterwartung von 1.067 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr für Starnberg, Süd, 26 Grad Neigung. Die Differenz erklärt sich überwiegend durch das DC/AC-Verhältnis von 1,24: Der Wechselrichter kappt im Hochsommer DC-Spitzen oberhalb 20 Kilowatt ab.

Welcher EEG-Vergütungssatz gilt für die 24,84-Kilowattpeak-Anlage seit Inbetriebnahme 2022?

Die EEG-Vergütung für diese Anlage ist mit Inbetriebnahme am 7. Februar 2022 für 20 Jahre festgeschrieben. Das Bayernwerk Netz zahlt für den Anlagen-Anteil bis 10 Kilowatt 6,73 Cent je Kilowattstunde netto und für den Anteil zwischen 10 und 40 Kilowatt 6,53 Cent je Kilowattstunde netto. Bei der Größe von 24,84 Kilowattpeak ergibt sich daraus ein gewichteter Mittelwert von 6,61 Cent je Kilowattstunde netto.

Wie förderte der Klimafonds des Deutschen Alpenvereins das Vereinsheim-Projekt?

Der DAV-Klimafonds wird seit 2021 aus einem Mitgliedsbeitragsanteil von einem Euro je Vollmitglied gespeist und fördert Klimaschutz-Vorhaben in Sektionen. Im Fall der Sektion Starnberg übernahm der Klimafonds 16.500 Euro der Nettoinvestition von rund 33.000 Euro. Das entspricht im konkreten Vorhaben der Hälfte der Kosten. Die Förderhöhe wird nicht pauschal vergeben, sondern für jedes Vorhaben einzeln festgelegt.

Welche Auswirkung hat die Wechselrichter-Begrenzung auf 20 Kilowatt bei einer 24,84-Kilowattpeak-Anlage?

Bei einem DC/AC-Verhältnis von 1,24 begrenzt der Wechselrichter die Einspeiseleistung an klaren Sommertagen kurzzeitig auf 20 Kilowatt. Der durchschnittliche Clipping-Verlust beträgt 2 bis 4 Prozent des Jahresertrags. Auf die DAV-Anlage bezogen entspricht das rund 500 bis 1.000 Kilowattstunden je Jahr.

Wie lange dauerte der Bayernwerk-Anschluss der Anlage?

Nach Angabe der Sektion dauerte es rund einen Monat, bis das Bayernwerk Netz die moderne Messeinrichtung installiert hatte. Die Bayernwerk-Mengenabrechnung startete am 6. April 2022. Erst mit dem Setzen der modernen Messeinrichtung nach § 29 Messstellenbetriebsgesetz begann der Betrieb und das Bayernwerk Netz erfasste Einspeisung sowie Bezug getrennt und fernablesbar. Eine feste gesetzliche Frist für den mME-Einbau gibt es nicht.

Weitere Informationen zur DAV Sektion Starnberg unter dav-starnberg.de.