Kosten, kommunale Förderung, Netzbetreiber-Anmeldung und erwartbare Erträge – alle lokalen Daten für Ihre Investitionsentscheidung im Fünfseenland. Von den Villen am Starnberger See bis zu den Neubaugebieten in Gilching.
Wer mit dem Gedanken an eine eigene PV-Anlage im Landkreis Starnberg spielt, hat einen entscheidenden Standortvorteil: Die Kombination aus überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung, großen Dachflächen auf den typischen Einfamilienhäusern der Region und der höchsten Kaufkraft Deutschlands macht den Landkreis zu einem der attraktivsten PV-Standorte in ganz Bayern.
Im Landkreis sind bereits 11.930 Solaranlagen in Betrieb (MaStR, Stand: 04.10.2026). Bei der eigenen Planung tauchen trotzdem ganz konkrete lokale Fragen auf: Wie geht das mit dem Denkmalschutz bei meiner Gründerzeitvilla in Berg? Welche Gemeinde fördert noch zusätzlich? Und wie funktioniert die Anmeldung beim Bayernwerk eigentlich genau?
Dieser Ratgeber beantwortet genau diese Fragen – mit Daten, die sich ausschließlich auf den Landkreis Starnberg beziehen. Unser interaktiver PV-Realcheck berechnet Kosten, Förderung und Amortisation individuell für Ihre Gemeinde und Ihren Dachtyp.
PV-Realcheck: Was kostet es auf Ihrem Dach?
In drei kurzen Schritten erhalten Sie eine personalisierte Schätzung für Ihre PV-Investition – mit allen versteckten Kosten (Zählerschrank, Gerüst, Statik) und dem Förder-Kompass für Ihre Gemeinde.
Sonneneinstrahlung und Ertrag im Fünfseenland
Der Landkreis Starnberg liegt im oberbayerischen Voralpenland auf rund 580–640 m ü. NHN. Die Globalstrahlung beträgt laut Deutschem Wetterdienst im Mittel der Jahre 1991–2020 rund 1.200 kWh/m² pro Jahr – rund 11 % mehr als im Bundesdurchschnitt (1.086 kWh/m²). Zwischen den Gemeinden unterscheidet sie sich kaum (1.203–1.210 kWh/m²). Die Region profitiert von rund 1.700 Sonnenstunden jährlich.
Unsere Rechenbeispiele setzen für ein Süddach mit 30° Neigung 1.050 kWh je Kilowattpeak und Jahr an. Das Ertragsmodell PVGIS der EU-Kommission erwartet im Landkreis Starnberg rund 1.130 bis 1.140 kWh/kWp (Standardannahme 14 % Systemverluste).
Gemessene Werte aus dem Landkreis liegen niedriger: Die Photovoltaikanlage der DAV-Sektion Starnberg erzeugte 2023 bis 2025 im Mittel 1.038 kWh/kWp, bei leicht südwestlicher Ausrichtung und 26° Neigung. Wir rechnen deshalb mit dem vorsichtigeren Wert; eine gut geplante, unverschattete Anlage kann einige Prozent mehr erreichen.
| Kennwert | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Globalstrahlung | ~1.200 kWh/m²/a | DWD, Mittel 1991–2020 |
| Spez. Jahresertrag | 1.000–1.100 kWh/kWp | Abh. von Ausrichtung |
| Jahresertrag 10 kWp | 10.000–11.000 kWh | Optimal ausgerichtet |
| Autarkie ohne Speicher | ~37 % | 4.500 kWh/a Verbrauch (HTW Berlin) |
| Autarkie mit Speicher | ~79 % | 10-kWh-Batterie (HTW Berlin) |
| Selbst genutzter Ertrag | ~16 / 34 % | Ohne / mit Speicher, Rest wird eingespeist |
| CO₂-Vermeidung | ~7,2 t/a | UBA: 685 g CO₂-Äq./kWh (2024) |
Ein oft übersehener Vorteil im Voralpenland: PV-Module arbeiten bei kühleren Temperaturen effizienter (Temperaturkoeffizient ca. −0,35 %/°C). Dazu kommt der Föhn-Effekt: An Föhntagen im Herbst und Frühjahr sorgt die extrem klare Luft für Einstrahlungswerte, die sonst nur im Hochsommer erreicht werden.
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| Gemeinde | kWh/m² pro Jahr |
|---|---|
| Andechs | 1.210 |
| Feldafing | 1.207 |
| Gilching | 1.206 |
| Herrsching | 1.206 |
| Inning a. Ammersee | 1.206 |
| Pöcking | 1.206 |
| Seefeld | 1.206 |
| Weßling | 1.206 |
| Wörthsee | 1.206 |
| Gauting | 1.204 |
| Krailling | 1.204 |
| Tutzing | 1.204 |
| Berg | 1.203 |
| Starnberg | 1.203 |
| Landkreis-Mittel | 1.206 |
| Deutschland (Mittel) | 1.086 |
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Rasterdaten der mittleren Jahressumme 1991–2020 (1 km), Wert der Rasterzelle am Ortskern. Stand: Oktober 2026.
Eine mehrjährige Realdaten-Referenz aus dem Landkreis liefert der Praxisbericht zur 24,84-kWp-Photovoltaikanlage der DAV-Sektion Starnberg: Die Anlage am Vereinsheim erreichte 2023 bis 2025 im Mittel 1.038 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr; die PVGIS-Standorterwartung für diesen Standort liegt bei 1.067 Kilowattstunden je Kilowattpeak. Das entspricht einer Performance Ratio von 97,3 Prozent (Abweichung 2,7 Prozent).
Typische Dachlandschaft im Fünfseenland
Satteldächer (35–45°) dominieren in Starnberg, Gauting, Tutzing und Herrsching. Die typische Neigung ist ideal für PV. Viele Häuser stammen aus den 1950er–1980er Jahren und bieten Dachfläche für 8–12 kWp.
Walm- und Krüppelwalmdächer sind das Markenzeichen der historischen Villen am Seeufer – in Feldafing, Berg, Pöcking und Tutzing. Die Lösung: Ost-West-Belegung auf beiden Hauptflächen erhöht sogar den Eigenverbrauch, weil morgens und abends produziert wird.
Flach- und Pultdächer finden sich in Neubaugebieten von Gilching und Weßling. Module werden aufgeständert montiert (ca. 100–200 €/kWp mehr), erlauben aber freie Ausrichtungswahl.
Die Verschattungsfrage
Ein Thema, das Eigenheimbesitzer im Fünfseenland besonders betrifft: der alte Baumbestand. Jahrhundertealte Buchen, Eichen und Kastanien verursachen im Sommer massive Verschattung. Die Lösung: Moduloptimierer oder Mikro-Wechselrichter – jedes Modul arbeitet unabhängig, ein verschattetes Modul bremst nicht die gesamte Anlage. Für Villengrundstücke in Berg oder Feldafing kann das 20–30 % Ertragsunterschied ausmachen.
In Gemeinden mit Baumschutzverordnung (z.B. Feldafing, Pöcking) dürfen Sie Bäume nicht fällen, um PV-Erträge zu verbessern. Klären Sie beim Bauamt, ob eine Kronenpflege möglich ist. Verschattungsanalyse immer im Sommer bei voller Belaubung durchführen – nicht im Winter.
Schneelast im Voralpenland
Der Landkreis ist zweigeteilt (Zuordnung des DIBt nach DIN EN 1991-1-3/NA): Berg, Andechs, Feldafing, Herrsching, Pöcking, Starnberg und Tutzing liegen in Schneelastzone 2, Gauting, Gilching, Inning, Krailling, Seefeld, Weßling und Wörthsee in Zone 1a. Bei 580–640 m ü. NHN ergibt das eine charakteristische Schneelast am Boden von rund 2,0–2,3 kN/m² (Zone 2) bzw. 1,3–1,4 kN/m² (Zone 1a), in höheren Lagen mehr. Bei älteren Dächern ist eine statische Prüfung vor der PV-Installation dringend empfohlen.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Die Grafik vergleicht drei Ausbaustufen einer 10-kWp-Anlage bei 4.500 kWh Jahresverbrauch. Nach 25 Jahren bleiben rund 10.000 € (nur PV), 19.000 € (mit Speicher) bzw. 23.000 € (mit E-Auto: 2.000 kWh/a, Wallbox 1.800 €) als Überschuss. Weil Module und Speicher altern, dauert die Amortisation etwas länger als Investition geteilt durch die Ersparnis im ersten Jahr.
Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer vollständig. Anlagen bis 30 kWp sind einkommensteuerfrei. Der Wirtschaftlichkeitshebel ist der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom zu durchschnittlich 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse vom 21.08.2026), jede eingespeiste bringt nur 7,70 ct. Die Anlagenpreise stammen aus der Auswertung der Verbraucherzentrale NRW (71 Angebote von Januar 2025 bis August 2026): im Mittel 1.410 €/kWp für Anlagen von 9 bis 10 kWp und 1.290 €/kWp für 10 bis 12 kWp, jeweils ohne Speicher. Regionale Preisstatistiken für das Münchner Umland gibt es nicht, es sind bundesweite Durchschnitte. Flachdächer mit Aufständerung, verwinkelte Walmdächer, Biberschwanz- oder Schieferdeckung und Denkmalauflagen machen die Montage aufwendiger und das Angebot meist teurer.
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Haushaltsstrompreis Deutschland vs. Gestehungskosten einer privaten PV-Dachanlage, 2015 bis 2026: Haushaltsstrom 28,7 ct/kWh (2015), 47,0 ct/kWh (2023), 37,0 ct/kWh (2026, vorläufig, BDEW-Strompreisanalyse vom 21.08.2026); PV-Gestehungskosten von 12 auf rund 8 ct/kWh. Quellen: BDEW Strompreisanalyse, Fraunhofer ISE, strom-report.com. Stand Oktober 2026.
- Haushaltsstrompreis (Durchschnitt Deutschland, inkl. aller Abgaben): 2015 28,7 ct/kWh, 2023 47,0 ct/kWh (Höchstwert), 2026 37,0 ct/kWh (vorläufig)
- PV-Gestehungskosten kleiner Dachanlagen (bis 10 kWp): 2015 rund 12,0 ct/kWh, 2026 rund 8,0 ct/kWh
- Abstand 2026: rund 29 ct je selbst genutzter Kilowattstunde
Quellen: BDEW Strompreisanalyse 08/2026, Fraunhofer ISE Stromgestehungskosten Erneuerbarer Energien, strom-report.com · Stand: Oktober 2026
Was das im Monat bedeutet: Ein 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh zahlt ohne PV rund 139 € für Netzstrom. Mit 10 kWp sinkt das auf rund 88 €, mit Speicher auf rund 29 €. Dazu kommt die Einspeisevergütung von rund 54 € bzw. 42 € im Monat. Der Grundpreis ist im Durchschnittspreis anteilig enthalten und fällt auch mit PV weiter an.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus in Gauting-Stockdorf
Um die Wirtschaftlichkeit greifbar zu machen, hier eine konkrete Beispielrechnung für ein typisches Bestandsgebäude im Landkreis:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Haushalt | 4 Personen, 4.500 kWh/a Stromverbrauch |
| Bisherige Heizung | Gasbrennwert (Baujahr 2008) |
| PV-Anlage | 9,8 kWp · 24 Module à 410 Wp |
| Speicher | 10 kWh LFP (DC-gekoppelt) |
| Erwarteter Jahresertrag | ~9.900 kWh/a |
| Autarkiegrad (HTW-Rechner) | ~78 % (mit Speicher) |
| Selbst genutzter PV-Strom | ~3.520 kWh/a (36 % des Ertrags) |
| Investition PV (1.410 €/kWp, VZ NRW) | ~13.820 € |
| + Speicher 10 kWh (410 €/kWh, VZ NRW) | ~4.100 € |
| Investition gesamt | ~17.920 € (0 % MwSt., inkl. Montage) |
| Weniger Netzstrom (37,0 ct/kWh) | ~1.300 €/a |
| Einspeisevergütung (abzgl. 5 % Solarspitzengesetz) | ~470 €/a |
| Laufende Kosten (Wartung, Versicherung) | −175 €/a |
| Ersparnis pro Jahr (netto) | ~1.600 € |
| Amortisation | ~11,5 Jahre |
| 25-Jahres-Nettogewinn (nach Wartung, WR-Tausch) | ~+18.000 € |
| CO₂-Vermeidung | ~6,8 t/a |
Diese Rechnung basiert auf Durchschnittswerten für den Landkreis. Für ein verbindliches Angebot empfehlen wir, mindestens 3 regionale Installateure zu vergleichen* – kostenlos und unverbindlich.
* Werbung: Wenn Sie über unseren Angebotsvergleich Angebote anfordern, erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen keine Kosten.
Diese Rechnung berücksichtigt bereits den 5-%-Abschlag durch das Solarspitzengesetz, laufende Kosten (Wartung ~100 €/a, Versicherung ~75 €/a) und den Wechselrichter-Tausch im 15. Jahr (~2.000 €). Module verlieren pro Jahr ca. 0,4 % Leistung (Degradation) – nach 25 Jahren sind das rund 10 %. Auch das ist eingerechnet, ebenso ein Kapazitätsverlust des Speichers von 2 % pro Jahr (Felddaten, Figgener et al. 2024); ein Speichertausch ist nicht enthalten, die Verbraucherzentrale nennt 10 bis 15 Jahre Lebensdauer. Gerechnet ist mit dem Durchschnittspreis von 37,0 ct/kWh, der den Grundpreis anteilig enthält; Strompreis und Vergütung (7,70 ct/kWh) sind über 25 Jahre konstant angesetzt. Der Grundpreis fällt auch mit PV weiter an: Wer nur den Arbeitspreis ansetzt (etwa 32 ct/kWh), kommt auf rund 13 Jahre mit und 16 bis 17 Jahre ohne Speicher. Die Eigenverbrauchswerte stammen aus den Tabellen des HTW-Unabhängigkeitsrechners. Nicht berücksichtigt: Strompreissteigerungen, die die Rechnung weiter verbessern würden.
Mit einem E-Auto, das überwiegend tagsüber zu Hause lädt (rund 2.000 kWh/a), steigt der selbst genutzte Anteil des Ertrags auf gut 43 %; die Amortisation sinkt auf rund 10,6 Jahre (inklusive Wallbox), der Überschuss nach 25 Jahren auf rund 23.000 €. Die Ersparnis beim Sprit ist darin nicht enthalten. Eine Wärmepumpe erhöht den Eigenverbrauch vor allem im Frühjahr und Herbst; im Winter liefert die Anlage wenig.
PV + Wärmepumpe + Wallbox
Pendler-Region: Die S6 (Tutzing–München) und S8 (Herrsching–München) binden alle Orte an. Wer sein E-Auto tagsüber mit PV-Strom lädt, spart erheblich.
Heizungstausch steht an: ~86 % der Heizenergie stammt aus fossilen Quellen. PV + Wärmepumpe bietet sich beim ohnehin anstehenden Heizungstausch an.
Gesamtinvestition: PV + Speicher + Wallbox: rund 20.000 € (Durchschnittspreise der Verbraucherzentrale NRW; die Wallbox ist inklusive Installation mit 1.800 € angesetzt, der ADAC nennt für eine 11-kW-Wallbox im Einfamilienhaus 1.200–3.500 €). Mit einem E-Auto, das tagsüber lädt, amortisiert sich das Paket nach rund 10,6 Jahren, bei 3.500 € für die Wallbox nach rund 11,6 Jahren. Die Ersparnis beim Sprit und beim Heizen mit Wärmepumpe kommt hinzu, hängt aber vom Fahrzeug und vom bisherigen Heizsystem ab und ist hier nicht eingerechnet.
Autarkie ist der Anteil des Jahresverbrauchs, den die Anlage deckt; die Eigenverbrauchsquote ist der Anteil des Ertrags, der im Haus bleibt. Mit E-Auto steigt der Verbrauch auf 6.500 kWh/a: Es wird mehr PV-Strom selbst genutzt, der Autarkiegrad sinkt trotzdem. Angenommen ist, dass das Auto tagsüber lädt; wer abends lädt, nutzt weniger PV-Strom.
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Entscheidungsbaum-Flowchart zur Frage ob ein Batteriespeicher empfohlen wird. Basierend auf Eigenverbrauch, Strompreis-Unabhängigkeit, Wallbox/Wärmepumpe-Planung und Netzengpass-Situation. Faustregel der Verbraucherzentrale: rund 1,5 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei kleinen Anlagen nicht viel mehr kWh als kWp.
- Brauche ich einen Batteriespeicher?
- Entscheidungsbaum für PV-Anlagenbesitzer
- Brauche ich einen Speicher?
- Eigenverbrauch > 60 % gewünscht?
- NEIN
- Strompreis-Unabhängigkeit wichtig?
- SPEICHER
- EMPFOHLEN
- Wallbox oder WP geplant?
- OPTIONAL
- Netzengpass in Ihrer Gemeinde?
- DRINGEND
Entscheidungshilfe für PV-Anlagenbesitzer – keine individuelle Beratung. Faustregel: Verbraucherzentrale. Stand: Oktober 2026
Optimale EMS-Priorität für einen typischen Starnberger Haushalt: Erst Eigenverbrauch, dann Wärmepumpe/Warmwasser, dann Speicher füllen, zuletzt E-Auto laden (idealerweise um die Mittagszeit bei Spitzenproduktion).
Was Sie vor der Installation einplanen sollten
Die meisten PV-Ratgeber zeigen eine glatte Rechnung: Module aufs Dach, Strom fließt, fertig. Die Realität im Landkreis Starnberg sieht etwas anders aus – und wer die folgenden Punkte kennt, vermeidet böse Überraschungen.
Elektroinstallation im Bestandsgebäude
Ein häufig unterschätzter Kostenfaktor bei Häusern der 1960er–1980er Jahre: Der vorhandene Zählerschrank ist zu klein für einen Zweirichtungszähler und das Smart Meter Gateway. Bevor Bayernwerk den neuen Zähler setzen kann, muss der Elektriker den Zählerschrank ertüchtigen oder komplett erneuern. Die Kosten dafür liegen bei 1.500 bis 3.000 € – ein Posten, der in keinem Online-PV-Rechner auftaucht, im Landkreis Starnberg aber bei rund der Hälfte der Bestandsgebäude anfällt.
Dachzustand und Asbest
Ein weiteres Thema bei Häusern aus den 1960er–1970er Jahren: Eternit-Dachplatten, die asbesthaltiges Material enthalten können. Auf solchen Dächern darf keine PV-Anlage montiert werden – es muss zuerst eine fachgerechte Asbestsanierung erfolgen (Kosten: ab 15.000 € aufwärts, je nach Dachgröße). Im Landkreis Starnberg betrifft das insbesondere Siedlungshäuser in Gauting-Buchendorf, Teile von Gilching und ältere Gebäude in Herrsching. Lassen Sie im Zweifel eine Materialprobe nehmen, bevor Sie PV-Angebote einholen.
Statikprüfung
Die Kombination aus der Schneelast (je nach Gemeinde und Höhe rund 1,3–2,3 kN/m²) und dem zusätzlichen Gewicht der PV-Module (12–15 kg/m²) erfordert bei älteren Dächern eine statische Prüfung. Ein Statik-Gutachten kostet ca. 300–500 € und gibt Klarheit, ob Ihr Dach die Zusatzlast tragen kann. Seriöse Installateure fordern diese Prüfung bei Gebäuden vor Baujahr 1990 von sich aus an.
Denkmalschutz: Drei verschiedene Verfahren
Im Landkreis Starnberg gibt es drei unterschiedliche denkmalrechtliche Konstellationen, die jeweils ein eigenes Genehmigungsverfahren erfordern:
Einzeldenkmal – Ihr Gebäude steht als Einzelobjekt im Bayerischen Denkmalatlas (z.B. historische Villen in Feldafing oder Tutzing). Zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Starnberg. Seit dem EEG 2023 genießt Solarenergie bei der Schutzgüterabwägung grundsätzlich Vorrang. Solardachziegel (z.B. Autarq, Creaton) werden zunehmend genehmigt.
Ensembleschutz – Ihr Gebäude steht nicht einzeln unter Schutz, aber innerhalb eines geschützten Ensembles (z.B. historischer Ortskern Starnberg, Teile von Berg). Hier prüft die Behörde, ob die PV-Anlage das Gesamtbild des Ensembles stört. Kontakt: Gemeinde + Landratsamt gemeinsam.
Gestaltungssatzung – Kein Denkmalschutz im engeren Sinne, aber eine kommunale Satzung, die z.B. Farbe, Material oder Ausrichtung von Dachaufbauten vorschreibt. In Pöcking gibt es eine solche Satzung, die verlangt, dass Module sich farblich dem Dach anpassen. Zuständig: Gemeindeverwaltung.
Wartezeiten und Planungshorizont
Ein ehrlicher Hinweis: Der Markt für PV-Installationen im Münchner Umland ist angespannt. Von der Erstanfrage bis zur Inbetriebnahme sollten Sie aktuell 3 bis 6 Monate einplanen. Im Landkreis Starnberg gibt es rund 8–10 Fachbetriebe, die regelmäßig Privatkunden-Anlagen installieren – die meisten sind Wochen im Voraus ausgebucht. Drei Empfehlungen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein, beginnen Sie im Herbst mit der Planung für eine Frühjahrs-Montage, und ziehen Sie auch überregionale Installateure in Betracht, die den Landkreis bedienen.
Bevor Sie Angebote von Installateuren einholen, empfiehlt sich eine herstellerunabhängige Beratung. Die Verbraucherzentrale Bayern bietet PV-Beratung vor Ort an – ein Energieberater kommt zu Ihnen nach Hause und bewertet Dach, Verbrauch und Wirtschaftlichkeit neutral. Kosten: 40 € Unkostenbeitrag. Anmeldung unter Tel. 0800 / 809 802 400. Alternativ: Die Umweltberatung des Landratsamts Starnberg berät kostenlos unter 08151 / 148-77442.
Förderung im Landkreis Starnberg
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Entwicklung der EEG-Einspeisevergütung für Photovoltaik-Dachanlagen bis 10 kWp (Teileinspeisung) in Deutschland, 2000 bis 2027. Quellen: Bundesnetzagentur, EEG 2023, Regierungsentwurf EEG 2027 (BT-Drucksache 21/7867). Stand September 2026.
- EEG-Einspeisevergütung: Von 50 ct auf null?
- Teileinspeisung, Dachanlagen ≤10 kWp · Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich 20 Jahre garantierte Vergütung
- ct / kWh
- 50,6 ct
- 57,4 ct
- Höchstwert
- 6,2 ct
- 7,70 ct
- ab 2027: keine feste Vergütung für Neuanlagen geplant (Entwurf EEG 2027)
- Ab 2027: Feste Vergütung soll
- für Neuanlagen entfallen
- −87 % seit Höchstwert
Quellen: Bundesnetzagentur EEG-Fördersätze, EEG 2023, Finanztip, BT-Drucksache 21/7867 (EEG 2027) · Stand: September 2026
Solarspitzengesetz: Was bedeutet der 5-%-Abschlag?
Seit 2025 gilt das sogenannte Solarspitzengesetz: Wenn der Börsenstrompreis negativ wird (also mehr Strom erzeugt als verbraucht wird), erhalten PV-Anlagenbesitzer für diese Stunden keine Einspeisevergütung. Im Jahresmittel reduziert das die Einspeiseerlöse um ca. 5 %. Für eine typische 10-kWp-Anlage im Landkreis Starnberg mit Teileinspeisung bedeutet das rund 15–25 € weniger Vergütung pro Jahr.
Der wichtigste Hebel dagegen: Eigenverbrauch maximieren. Wer einen Batteriespeicher nutzt und tagsüber möglichst viel Solarstrom selbst verbraucht, speist weniger ein und ist vom Abschlag kaum betroffen. Alle Wirtschaftlichkeitsrechnungen in diesem Artikel und im PV-Realcheck berücksichtigen den Solarspitzengesetz-Abschlag bereits.
EEG-Reform 2027: Warum 2026 das entscheidende Jahr ist
Die Bundesregierung plant ab 2027 den Wegfall der festen Einspeisevergütung für Neuanlagen. Stattdessen sollen PV-Anlagen ihren Überschussstrom zum volatilen Börsenstrompreis verkaufen. Was das konkret bedeutet: Wer seine Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuelle EEG-Vergütung für volle 20 Jahre – garantiert, unabhängig von Marktpreisschwankungen. Wer bis 2027 wartet, bekommt nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 keine feste Vergütung mehr, sondern nur eine befristete Übergangszahlung und danach den schwankenden Marktwert (aktuell 3–7 ct/kWh) statt der festen 7,70 ct/kWh. Der Gesetzentwurf (BT-Drucksache 21/7867) hat der Bundestag Ende September 2026 in erster Lesung beraten; beschlossen ist er noch nicht (bundestag.de (öffnet in neuem Tab), Stand 04.10.2026).
Die EEG-Vergütung macht bei einer Teileinspeisung rund 10–15 % der Gesamtersparnis aus. Der Haupthebel bleibt der Eigenverbrauch. Dennoch: 20 Jahre Planungssicherheit sind ein erheblicher Vorteil gegenüber einem volatilen Marktmodell. Wenn Sie ohnehin PV planen, ist 2026 der wirtschaftlich günstigste Zeitpunkt.
Netzbetreiber und Anmeldung
Bayernwerk Netz GmbH ist für die meisten Gemeinden zuständig. Im Würmtal operiert zusätzlich das Regionalwerk Würmtal.
Störung Bayernwerk: 0941 / 280 033 66 (24h) · Regionalwerk Würmtal: 089 / 4520 836-0 · Klimaschutz LRA: 08151 / 148-77352
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| Schritt | Hinweis | Dauer |
|---|---|---|
| 1. Erstberatung | Energieberatung der Verbraucherzentrale: kostenlos, Beratung zu Hause mit bis zu 40 € Eigenanteil; vor Ort auch KLIMA³, die Energieagentur der Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech | 1 Termin |
| 2. Angebote einholen | Mindestens drei Fachbetriebe anfragen und Angebote für dieselbe Anlagengröße vergleichen | 2–4 Wochen |
| 3. Angebote prüfen | Preis je kWp mit dem Durchschnitt vergleichen (siehe Kosten oben), Leistungsumfang prüfen | ca. 1 Woche |
| 4. Auftrag erteilen | Einen KfW-Kredit (Programm 270) vor dem Vertragsabschluss beantragen | 1 Tag |
| 5. Installation | Montage und Elektroinstallation durch den Fachbetrieb | 1–3 Tage |
| 6. Netzanmeldung | Der Netzbetreiber muss unverzüglich einen Zeitplan schicken. Bei Anlagen bis 30 kW auf einem Grundstück mit bestehendem Netzanschluss darf nach einem Monat ohne Zeitplan angeschlossen werden (§ 8 Abs. 5 EEG). Die Dauer enthält den Zählerwechsel. | 6–12 Wochen |
| 7. Inbetriebnahme | Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats (§ 5 Abs. 5 MaStRV); EEG-Vergütung 20 Jahre ab Inbetriebnahme (§ 25 EEG) | Tag 1 |
Gesamtdauer rund 3–5 Monate inklusive Wartezeit auf den Montagetermin. Die Angaben zur Dauer sind Richtwerte. Quellen: Verbraucherzentrale-Energieberatung, EEG, MaStRV, KfW. Stand: Oktober 2026.
So sieht PV in den einzelnen Gemeinden aus
Anlagen, Leistung und Zubau jeder Gemeinde laut Marktstammdatenregister finden Sie in der Gemeindetabelle.
Im Zentrum: Ensembleschutz, PV nur mit Genehmigung. In den Wohnlagen Richtung Söcking und Percha: Satteldächer der 1960er–1990er, ideale PV-Kandidaten.
Von Walmdach-Villen im Würmtal über Siedlungshäuser in Stockdorf bis Reihenhäuser in Buchendorf. Hoher Baumbestand entlang der Würm: Moduloptimierer empfehlenswert. S6-Halt – typisches Szenario für Pendler-E-Auto mit PV-Wallbox.
Jüngste Bevölkerungsstruktur, starkes Wachstum. Neubaugebiete mit Flach-/Pultdächern – PV wird oft direkt mitgeplant. Im Ortskern: klassische Satteldächer, wenig Verschattung. Standort der innovativen Floating-PV-Anlage (1,8 MW).
Floating-PV Gilching (Weltpremiere): Auf dem Jais-Baggersee bei Gilching hat das Gautinger Unternehmen SINN Power im Oktober 2025 die weltweit erste vertikal schwimmende PV-Anlage eingeweiht: 1,87 MWp, 2.600 bifaziale Module in Ost-West-Ausrichtung, nur 4,65 % der Wasserfläche belegt. Ergebnis: 70 % weniger Netzstrombezug des Kieswerks, 600 t CO₂-Einsparung pro Jahr. Laut SINN Power ist ein zweiter Bauabschnitt mit rund 1,7 MW geplant. Im Marktstammdatenregister ist bis zum 04.10.2026 nur der erste Bauabschnitt eingetragen (1,87 MWp, Inbetriebnahme 21.08.2025).
Der PV-Pionier: kommunales Energieförderprogramm seit 1999 und 2026 die einzige Gemeinde im Landkreis mit eigener PV-Förderung.
Seefeld: kommunale PV-Förderung seit 1999
Die Gemeinde Seefeld fördert seit 1999 die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Energie. Nach der Richtlinie mit Stand 01.01.2026 gibt es für neue PV-Anlagen 500 € (unter 5 kWp) bzw. 750 € (ab 5 kWp), allerdings nur mit fest verbautem Speicher; bei Mehrfamilienhäusern entfällt die Speicherpflicht. Balkonkraftwerke werden mit 75 € je Modul gefördert, höchstens 150 € je Stromzähler.
Für alle Maßnahmen zusammen gilt ein Deckel von 5.000 € je Gebäude in fünf Jahren. Den Antrag reichen Sie mit Rechnung bis spätestens 6 Monate nach Abschluss der Maßnahme ein. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, die Gemeinde bewilligt im Rahmen der Haushaltsmittel in der Reihenfolge der vollständigen Anträge (Richtlinie der Gemeinde Seefeld, PDF (öffnet in neuem Tab)). Angebote einholen und Förderung nutzen*.
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Exklusivste Wohnlagen: Gründerzeitvillen, Jugendstilhäuser – viele denkmalgeschützt. Solardachziegel werden von Behörden zunehmend akzeptiert. Seit EEG 2023 genießt Solar bei der Schutzgüterabwägung Vorrang. Herausforderung: Verschattung durch alten Baumbestand.
Endstation S8, klassischer Pendler-Ort. Wohnlagen in Breitbrunn und Widdersberg: ländlich, hohe Eigenheimquote, große Dachflächen. Sonnigere Westseite des Sees.
Weitere Gemeinden
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Im Landkreis Starnberg hat sich die PV-Leistung seit 2015 fast vervierfacht
Im Landkreis Starnberg sind laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur 11.930 Solaranlagen mit zusammen 169,4 MWp (Megawatt Peak, Modulleistung) in Betrieb, Stand: 04.10.2026. Die installierte Leistung stieg von 39,4 MWp Ende 2015 auf 152,7 MWp Ende 2025, das 3,9-Fache. Gut drei Viertel davon liegen auf Gebäuden, rund 23,4 % auf Freiflächen. Den größten einzelnen Sprung brachte 2022 eine Freiflächenanlage in Gilching mit 16,2 MWp.
Starnbergs Solarleistung liegt zu gut drei Vierteln auf Gebäuden
Von 39,4 MWp Ende 2015 auf 152,7 MWp Ende 2025, heute sind 169,4 MWp in Betrieb.
- In Betrieb
- 169,4 MWp
- Stand 04.10.2026
- Anteil Freifläche
- 23,4 %
- Ende 2025
- kWp je Einwohner
- 1,21
- Dachau 2,16 · Fürstenfeldbruck 1,31
- 2022: +16,2 MWp Freifläche in Gilching
Skala 0–350 MWp, gleich für Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg
Daten als Tabelle: Bestand
| Jahr | Leistung in MWp | Gebäude inkl. Steckersolar in MWp | Freifläche in MWp | Anlagen |
|---|---|---|---|---|
| Ende 2015 | 39,4 | 34,3 | 5,2 | 2.745 |
| Ende 2016 | 40,5 | 35,3 | 5,2 | 2.860 |
| Ende 2017 | 41,8 | 36,6 | 5,2 | 3.007 |
| Ende 2018 | 43,5 | 38,4 | 5,2 | 3.168 |
| Ende 2019 | 48,2 | 42,3 | 6,0 | 3.424 |
| Ende 2020 | 52,8 | 46,9 | 6,0 | 3.871 |
| Ende 2021 | 62,3 | 53,8 | 8,5 | 4.406 |
| Ende 2022 | 87,4 | 62,7 | 24,8 | 5.326 |
| Ende 2023 | 107,5 | 82,8 | 24,8 | 7.535 |
| Ende 2024 | 133,1 | 102,4 | 30,8 | 9.493 |
| Ende 2025 | 152,7 | 116,9 | 35,8 | 10.936 |
| 2026 (bis 03.10., vorläufig) | 169,4 | 126,4 | 43,0 | 11.930 |
Nach Leistung war 2024 das stärkste Jahr (25,7 MWp), nach Anzahl 2023 (2.230 Anlagen). 2025 kamen 1.501 Anlagen mit 19,7 MWp hinzu, davon 14,0 MWp auf Gebäuden ohne Steckersolargeräte. 550 der neuen Anlagen waren Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke), im Bestand sind es heute 2.020. Je Einwohner sind 1,21 kWp installiert, weniger als in Fürstenfeldbruck (1,31 kWp) und Dachau (2,16 kWp). Weitere Regionen: Photovoltaik in Bayern.
Die meisten Anlagen kamen 2023 hinzu, die meiste Leistung 2024
Oben die neue Leistung, unten die Zahl neuer Anlagen.
Neue Leistung pro Jahr in MWp
Gestapeltes Säulendiagramm, Landkreis Starnberg, neue PV-Leistung pro Jahr in MWp nach Gebäude (inklusive Steckersolar) und Freifläche. 2015: 1,6; 2016: 1,0; 2017: 1,3; 2018: 1,8; 2019: 4,7 (Freifläche 0,8); 2020: 4,6; 2021: 9,5 (Freifläche 2,6); 2022: 25,1 (Freifläche 16,2); 2023: 20,2; 2024: 25,7 (Freifläche 6,0); 2025: 19,7 (Freifläche 5,0); 2026 bis 03.10., vorläufig: 16,9 (Freifläche 7,2). Skala 0 bis 60 MWp. Hinweis: 2024: 6,0 MWp aus einer Freiflächenanlage in Wörthsee.
Skala 0–60 MWp
2024: 6,0 MWp aus einer Freiflächenanlage in Wörthsee
bis 03.10., vorläufig
Neue Anlagen pro Jahr
Gestapeltes Säulendiagramm, Landkreis Starnberg, neue PV-Anlagen pro Jahr nach Gebäude, Steckersolar und Freifläche. 2015: 147 (147 Gebäude); 2016: 115 (115 Gebäude); 2017: 147 (147 Gebäude); 2018: 161 (161 Gebäude); 2019: 256 (251 Gebäude, 3 Steckersolar, 2 Freifläche); 2020: 450 (444 Gebäude, 6 Steckersolar); 2021: 541 (523 Gebäude, 16 Steckersolar, 2 Freifläche); 2022: 929 (814 Gebäude, 114 Steckersolar, 1 Freifläche); 2023: 2.230 (1.803 Gebäude, 427 Steckersolar); 2024: 1.994 (1.412 Gebäude, 581 Steckersolar, 1 Freifläche); 2025: 1.501 (947 Gebäude, 550 Steckersolar, 4 Freifläche); 2026 bis 03.10., vorläufig: 1.066 (637 Gebäude, 422 Steckersolar, 7 Freifläche). Skala 0 bis 3.500 Anlagen. Markierung zwischen 2022 und 2023: 0 % USt. ab 01.01.2023.
Skala 0–3.500 Anlagen
bis 03.10., vorläufig
Skalen 0–60 MWp und 0–3.500 Anlagen, gleich für Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg
Daten als Tabelle: Zubau
| Jahr | Zubau in MWp | Gebäude inkl. Steckersolar in MWp | Freifläche in MWp | Neue Anlagen | davon Gebäude | davon Steckersolar | davon Freifläche |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 1,6 | 1,6 | 0,0 | 147 | 147 | 0 | 0 |
| 2016 | 1,0 | 1,0 | 0,0 | 115 | 115 | 0 | 0 |
| 2017 | 1,3 | 1,3 | 0,0 | 147 | 147 | 0 | 0 |
| 2018 | 1,8 | 1,8 | 0,0 | 161 | 161 | 0 | 0 |
| 2019 | 4,7 | 3,9 | 0,8 | 256 | 251 | 3 | 2 |
| 2020 | 4,6 | 4,6 | 0,0 | 450 | 444 | 6 | 0 |
| 2021 | 9,5 | 6,9 | 2,6 | 541 | 523 | 16 | 2 |
| 2022 | 25,1 | 8,9 | 16,2 | 929 | 814 | 114 | 1 |
| 2023 | 20,2 | 20,2 | 0,0 | 2.230 | 1.803 | 427 | 0 |
| 2024 | 25,7 | 19,7 | 6,0 | 1.994 | 1.412 | 581 | 1 |
| 2025 | 19,7 | 14,7 | 5,0 | 1.501 | 947 | 550 | 4 |
| 2026 (bis 03.10., vorläufig) | 16,9 | 9,7 | 7,2 | 1.066 | 637 | 422 | 7 |
2025 waren 36,6 % der neuen Anlagen Balkonkraftwerke, sie brachten 3,5 % der neuen Leistung
Freiflächenanlagen: 0,3 % der neuen Anlagen, 25,6 % der neuen Leistung.
- Gebäude Anlagen 63,1 % · Leistung 70,9 %
- Steckersolar (Balkonkraftwerk) Anlagen 36,6 % · Leistung 3,5 %
- Freifläche Anlagen 0,3 % · Leistung 25,6 %
Daten als Tabelle: Anteile
| Art | Anlagen 2025 | Anteil Anlagen | Leistung 2025 in MWp | Anteil Leistung |
|---|---|---|---|---|
| Gebäude | 947 | 63,1 % | 14,0 | 70,9 % |
| Steckersolar (Balkonkraftwerk) | 550 | 36,6 % | 0,7 | 3,5 % |
| Freifläche | 4 | 0,3 % | 5,0 | 25,6 % |
| Gesamt | 1.501 | 100 % | 19,7 | 100 % |
Der Kreistag hat im Dezember 2005 das Ziel beschlossen, die Region bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen, und es 2013 bekräftigt. Der Verein „Energiewende Landkreis Starnberg e.V.“ koordiniert Solarkampagnen, die Energiegenossenschaft Fünfseenland bietet über RESA regionalen Ökostrom an.
Solarleistung nach Gemeinden
Gilching hat mit 39,0 MWp die meiste Leistung, davon 22,0 MWp auf Freiflächen. Die meisten Anlagen stehen in Gauting (1.717). Das gemeindefreie Gebiet Starnberger See hat keine Einwohner, dort ist 1 Anlage registriert.
| Gemeinde | Anlagen in Betrieb | Leistung in MWp | davon Freifläche in MWp | Zubau 2025 in MWp | kWp je Einwohner¹ |
|---|---|---|---|---|---|
| Gilching | 1.671 | 39,0 | 22,0 | 4,4 | 2,04 |
| Gauting | 1.717 | 17,4 | 1,5 | 1,9 | 0,80 |
| Starnberg (Stadt) | 1.529 | 16,7 | – | 1,9 | 0,68 |
| Wörthsee | 670 | 14,3 | 7,0 | 0,9 | 2,70 |
| Seefeld | 860 | 11,8 | 2,9 | 0,7 | 1,55 |
| Weßling | 641 | 11,2 | 3,9 | 0,6 | 2,01 |
| Andechs | 484 | 10,6 | 4,2 | 3,9 | 2,80 |
| Tutzing | 696 | 9,4 | 1,5 | 0,8 | 0,94 |
| Berg | 772 | 8,6 | – | 1,0 | 1,06 |
| Herrsching a. Ammersee | 837 | 7,9 | – | 1,0 | 0,70 |
| Inning a. Ammersee | 563 | 7,1 | – | 0,9 | 1,47 |
| Krailling | 605 | 5,9 | – | 0,7 | 0,76 |
| Pöcking | 481 | 5,3 | – | 0,5 | 0,95 |
| Feldafing | 403 | 4,1 | – | 0,4 | 0,94 |
| Starnberger See | 1 | 0,0 | – | 0,0 | – |
| Landkreis Starnberg gesamt | 11.930 | 169,4 | 43,0 | 19,7 | 1,21 |
¹ Bruttoleistung aller Anlagen in Betrieb, geteilt durch die Einwohnerzahl (Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, Stand 31.12.2025). Fett: mindestens so hoch wie im Landkreis (1,21). Ein einzelner Freiflächenpark hebt den Wert kleiner Gemeinden stark an. Er sagt dann wenig über die Dachanlagen der Einwohner aus. Das gemeindefreie Gebiet Starnberger See hat keine Einwohner, dort ist 1 Anlage registriert.
RegioEnergie StarnbergAmmersee (RESA)
Eine Besonderheit des Landkreises, die kaum ein anderer PV-Ratgeber erwähnt: Über die RegioEnergie StarnbergAmmersee (RESA) können PV-Anlagenbesitzer ihren Überschussstrom direkt an Nachbarn im Landkreis vermarkten – zu Konditionen, die über der regulären EEG-Einspeisevergütung liegen. Die RESA ist ein Kooperationsprojekt der Energiegenossenschaft Fünfseenland (EGF) mit Bayernwerk Regio Energie. Der Strom wird garantiert aus regionalen Anlagen im Landkreis erzeugt und TÜV-zertifiziert. Für PV-Besitzer bedeutet das: Selbst der eingespeiste Überschuss bleibt wirtschaftlich attraktiver als bei einem anonymen Netzbetreiber. Kontakt: 08151 / 9799801 oder info@eg-5-seen.de.
Häufige Fragen
Im Mittel 1.410 €/kWp für Anlagen von 9 bis 10 kWp und 1.290 €/kWp für 10 bis 12 kWp, jeweils ohne Speicher (Verbraucherzentrale NRW, 71 Angebote von Januar 2025 bis August 2026). 10-kWp-Anlage: rund 14.100 € mit 0 % Mehrwertsteuer. Speicher 10 kWh (Ø 410 €/kWh): rund +4.100 €. Gesamt PV + Speicher: rund 18.200 €. Flachdach mit Aufständerung, verwinkelte Walmdächer und Denkmalauflagen machen die Anlage teurer.
Bayernwerk Netz GmbH. Im Würmtal zusätzlich Regionalwerk Würmtal. Anmeldung: bayernwerk-netz.de.
Nein (Art. 57 BayBO). Ausnahme: Denkmalschutz (häufig in Feldafing, Berg, Pöcking). Seit EEG 2023 genießt Solar Vorrang.
Moduloptimierer oder Mikro-Wechselrichter. Verschattungsanalyse im Sommer bei voller Belaubung durchführen lassen.
Im Landkreis besonders: Hohe Pendlerquote (S6/S8), viele Gasheizungen vor dem Austausch, große Dachflächen. PV + Speicher + Wallbox kosten im Beispiel rund 20.000 €; mit einem E-Auto, das tagsüber lädt, amortisiert sich das nach rund 10,6 Jahren (ohne Sprit-Ersparnis). Eine Wärmepumpe erhöht den Eigenverbrauch vor allem im Frühjahr und Herbst.
Kommunal: Eine PV-Förderung gibt es 2026 nur in Seefeld (PV-Anlage mit Speicher 500 € bzw. 750 €, Balkonkraftwerk bis 150 €). Gilching bezuschusst eine Energieberatung mit 100 €, der Landkreis selbst fördert keine PV-Anlagen. Wichtig: Das bayerische PV-Speicher-Programm ist seit April 2022 ausgesetzt. Auf Bundesebene: 0 % MwSt., ESt-Befreiung bis 30 kWp, KfW-Kredit 270.
Standardmäßig nein: Der Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) trennt die PV-Anlage bei Netzausfall automatisch vom Netz – auch der Speicher schaltet ab. Für eine Notstromversorgung benötigen Sie einen notstromfähigen Wechselrichter mit Backup-Funktion (z.B. Fronius GEN24 Plus, SMA Sunny Tripower mit Backup-Box). Mehrkosten: ca. 500–1.500 €. Damit können Sie bei Netzausfall zumindest Grundverbraucher (Kühlschrank, Licht, Router) über den Speicher weiter betreiben.
Ja, Sie sind verpflichtet, Ihre Wohngebäudeversicherung über die PV-Anlage zu informieren. Viele Policen decken PV als „festes Gebäudezubehör“ kostenfrei mit ab – fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach. Manche verlangen einen geringen Aufpreis oder empfehlen eine separate PV-Versicherung (ca. 50–100 €/Jahr), die zusätzlich Ertragsausfall, Diebstahl und technische Defekte abdeckt. Klären Sie das vor der Installation, nicht danach.
Die Anlage produziert weiter Strom – Module halten typischerweise 25–30 Jahre und mehr. Nach Auslaufen der EEG-Vergütung können Sie den Überschussstrom zum Marktwert einspeisen (aktuell 3–7 ct/kWh) oder über regionale Vermarktungsmodelle wie RESA bessere Konditionen erzielen. Die Wirtschaftlichkeit basiert dann fast ausschließlich auf dem Eigenverbrauch – der zu diesem Zeitpunkt längst kostenlos ist, da die Anlage sich nach rund 11 bis 13 Jahren amortisiert hat. Kurz: Nach 20 Jahren beginnt die reine Gewinnphase.
Bei Bestandsgebäuden im Landkreis Starnberg können folgende Zusatzkosten anfallen: Zählerschrank-Ertüchtigung (1.500–3.000 €), Statik-Gutachten (300–500 €), ggf. Gerüst bei verwinkelten Walmdächern (500–1.500 €), und bei Asbest-Dächern eine Komplettsanierung (ab 15.000 €). Seriöse Installateure weisen auf diese Punkte im Angebot transparent hin – achten Sie darauf.
Im Landkreis Starnberg sollten Sie aktuell 3 bis 6 Monate einplanen. Die reine Montage dauert 1–3 Tage, aber die Wartezeit auf einen Termin beim Installateur beträgt oft 2–4 Monate, und die Bayernwerk-Netzanmeldung nochmals 6–12 Wochen. Empfehlung: Beginnen Sie im Herbst mit der Planung, wenn Sie eine Frühjahrs-Montage anstreben. Im Landkreis gibt es rund 8–10 Fachbetriebe für Privatkunden-Anlagen – die meisten sind Wochen im Voraus ausgebucht.
Ja, und das ist sogar empfehlenswert, wenn Ihr Dach ohnehin in die Jahre gekommen ist. Sie sparen die doppelten Gerüstkosten, und der Dachdecker kann die Unterkonstruktion für die PV-Module gleich mitvorbereiten. Im Landkreis Starnberg sollte das besonders bei Häusern der 1960er–1980er Jahre geprüft werden. Wenn Sie die Dachziegel ohnehin austauschen, sind Solardachziegel eine elegante Alternative – besonders in den Seeufer-Gemeinden mit Denkmalschutz- oder Gestaltungsauflagen.
Teileinspeisung: 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, 6,66 ct/kWh für den Anteil 10–40 kWp (Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026, BNetzA). Volleinspeisung: 12,22 ct/kWh bis 10 kWp. Garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme – aber nur bei Inbetriebnahme bis voraussichtlich Ende 2026. Ab 2027 soll die feste Vergütung für Neuanlagen nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 entfallen (Gesetz noch nicht beschlossen). Der eigentliche wirtschaftliche Hebel liegt im Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte kWh spart ca. 37 ct/kWh Netzstrom (BDEW-Durchschnitt 2026). Hinweis: Das Solarspitzengesetz reduziert die Einspeiseerlöse bei negativen Börsenstrompreisen um ca. 5 %.
Ein Balkonkraftwerk (bis 800 W / 2 kWp) ist eine sinnvolle Option für Mieter oder Eigentümer, die keine Dachanlage installieren können – z.B. wegen Denkmalschutz, Statikproblemen oder Miteigentümer-Konflikten. Die Ersparnis liegt bei ca. 100–200 € pro Jahr, die Kosten bei 400–900 €. Im Landkreis Starnberg sind Balkonkraftwerke verfahrensfrei und müssen nur im Marktstammdatenregister registriert werden. Als Einstieg oder Ergänzung sinnvoll, aber kein Ersatz für eine Dachanlage in Sachen Wirtschaftlichkeit.
Ja, einige Anbieter bieten PV-Mietmodelle an, bei denen Sie eine monatliche Rate zahlen statt den Kaufpreis. Vorteil: Keine hohe Anfangsinvestition. Nachteil: Über die Gesamtlaufzeit (meist 15–20 Jahre) zahlen Sie deutlich mehr als beim Kauf, und die Anlage gehört Ihnen nicht. Bei der hohen Kaufkraft im Landkreis Starnberg ist der Direktkauf in den meisten Fällen wirtschaftlicher. Prüfen Sie die Mietverträge genau auf Laufzeit, Kündigungsklauseln und Wartungspflichten.
Bei Premiummodulen (z.B. SunPower Maxeon, REC Alpha, Meyer Burger) zahlen Sie ca. 10–20 % mehr, erhalten aber höhere Wirkungsgrade (22–24 % statt 20–21 %), längere Leistungsgarantien (25–40 Jahre statt 25), bessere Schwachlichtverhalten und geringere Degradation. Im Landkreis Starnberg, wo die Dachflächen oft begrenzt sind (besonders bei Walmdächern), lohnen sich effizientere Module besonders – Sie holen mehr kWp aus der verfügbaren Fläche.
PV-Anlagen sind wartungsarm. Empfohlen wird eine Sichtprüfung pro Jahr und eine professionelle Wartung alle 3–4 Jahre (ca. 150–250 €). Eine Reinigung ist im Fünfseenland selten nötig – Regen und Schnee reinigen die Module natürlich. Kosten für den Wechselrichter-Tausch (nach ca. 12–15 Jahren): 1.500–2.500 €. Gesamtkosten über 25 Jahre: ca. 3.000–5.000 €. Diese laufenden Kosten sind in seriösen Amortisationsrechnungen bereits berücksichtigt.
Im Landkreis Starnberg gibt es tatsächlich eine solche Möglichkeit: Über die RegioEnergie StarnbergAmmersee (RESA) können PV-Besitzer ihren Überschussstrom regional vermarkten – zu Konditionen, die über der regulären EEG-Vergütung liegen. RESA ist ein Kooperationsprojekt der Energiegenossenschaft Fünfseenland mit Bayernwerk Regio Energie. Der Strom wird TÜV-zertifiziert aus regionalen Anlagen erzeugt. Kontakt: 08151/9799801.
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Quellen und Datengrundlagen
Deutscher Wetterdienst (DWD) – Globalstrahlungskarten (öffnet in neuem Tab)
Marktstammdatenregister (MaStR) – Bundesnetzagentur (öffnet in neuem Tab)
Statistische Ämter des Bundes und der Länder – Gemeindeverzeichnis (Einwohner, Stand 31.12.2025) (öffnet in neuem Tab)
Landratsamt Starnberg – Energiebericht 2025 (öffnet in neuem Tab)
Landratsamt Starnberg – Solarkataster & Energieberatung (öffnet in neuem Tab)
Landratsamt Starnberg – Kommunale Förderübersicht (öffnet in neuem Tab)
Energiewende Landkreis Starnberg e.V. (öffnet in neuem Tab)
Bayernwerk Netz GmbH – Netzanschluss & Einspeiser (öffnet in neuem Tab)
Fraunhofer ISE – Aktuelle Fakten zur Photovoltaik (2026) (öffnet in neuem Tab)
KfW Research – Fokus Nr. 457: Haushaltsphotovoltaik (2024) (öffnet in neuem Tab)
Verbraucherzentrale – Energieberatung (PV-Beratung vor Ort) (öffnet in neuem Tab)
Bayerische Bauordnung – Art. 57 (Verfahrensfreie Bauvorhaben)
DIN EN 1991-1-3 – Schneelasten
DIBt – Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen (öffnet in neuem Tab)
DWD – Rasterdaten Globalstrahlung 1991–2020 (öffnet in neuem Tab)
Umweltbundesamt – Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 2024 (öffnet in neuem Tab)
ADAC – Wallbox-Kosten (öffnet in neuem Tab)
