Gratis-Strom-Report Juli 2026: 37 Stunden negativer Börsenstrompreis

Marco Amato4 Min. Lesezeit

Im Juli 2026 lag der Börsenstrompreis an der EPEX Spot in 37 Stunden im negativen Bereich. Für Verbraucher mit dynamischem Stromtarif bedeutete das: Strom zum Nulltarif oder sogar mit Vergütung.

Der Juli ist einer der stärksten Solarmonate. Hitzeperioden können jedoch die Kühlungsnachfrage steigern und das Überangebot teilweise absorbieren.

Datengrundlage: 23 von 31 Tagen archiviert, davon 23 mit unvollständigen Stundendaten. Die Zahlen können sich bei vollständiger Datenerfassung ändern.

Warum war Strom im Juli gratis?

Die negativen Preise konzentrierten sich auf die Stunden zwischen 10:00 und 17:00 Uhr – ein klares Signal für Solar-Überproduktion. PV-Anlagen erzeugten mehr Strom als das Netz zur Mittagszeit aufnehmen konnte.

Auffällig: 89 % der negativen Stunden fielen auf Samstag und Sonntag. Der Wochenend-Effekt ist messbar – niedrige Industrienachfrage trifft auf ungebremste erneuerbare Einspeisung.

Die längste Phase negativer Preise dauerte 7 Stunden am Stück – am 12. Juli 2026 von 10:00 bis 17:00 Uhr. Wer in diesem Zeitfenster seinen Speicher geladen hat, fuhr besonders günstig.

Negative Preise entstehen vor allem an Sonntagen zur Mittagszeit. Gewitter und Wolkenbrüche unterbrechen das Muster temporär.

Kernzahlen Juli 2026

KennzahlWert
Stunden mit negativem Preis37
Durchschnittspreis (alle Stunden)11,05 ct/kWh
Medianpreis13,20 ct/kWh
Günstigste Stunde−1,23 ct/kWh am 25. Juli 2026 um 14:00 Uhr
Teuerste Stunde31,17 ct/kWh am 16. Juli 2026 um 20:00 Uhr

Die 3 besten Gratis-Strom-Tage

12. Juli 2026 (Sonntag): 7 Stunden negativer Preis bei durchschnittlich −0,56 ct/kWh.

25. Juli 2026 (Samstag): 7 Stunden negativer Preis bei durchschnittlich −0,50 ct/kWh.

19. Juli 2026 (Sonntag): 7 Stunden negativer Preis bei durchschnittlich −0,23 ct/kWh.

Verteilung nach Wochentag und Uhrzeit

Sonntag war im Juli der Tag mit den meisten Gratis-Strom-Stunden.

WochentagNegative Stunden
Montag3
Dienstag1
Mittwoch0
Donnerstag0
Freitag0
Samstag15
Sonntag18

Die meisten negativen Stunden entfielen auf die Zeit um 13:00 Uhr.

UhrzeitNegative Stunden
10:002
11:003
12:005
13:008
14:007
15:007
16:004
17:001

So viel hätten Sie sparen können

Die Rechnung ist einfach: Wer große Verbraucher (E-Auto, Wärmepumpe, Speicher) in die Negativ-Preis-Fenster verschiebt, spart bares Geld. Im Juli 2026 sah das so aus:

AnwendungMonatliche Ersparnis
E-Auto (30 kWh/Tag, 3-Stunden-Ladefenster)60,19 €
Heimspeicher (10 kWh, 3-Stunden-Ladefenster)20,06 €
Wärmepumpe (8 kWh/Tag, 4-Stunden-Fenster)15,56 €
Gesamt (Haushalt)95,81 €

Berechnung: Tägliche Verlagerung des Verbrauchs in die günstigsten Stunden vs. Tagesdurchschnitt, akkumuliert über den Monat. Netzentgelte, Steuern und Abgaben sind nicht berücksichtigt – die tatsächliche Ersparnis hängt vom jeweiligen Tarif ab.

Ausblick: Was bringt der August?

Ausblick auf den August: Ab August werden die Tage kürzer. Die PV-Erträge sinken leicht, negative Stunden werden seltener.

Negative Strompreise live verfolgen

Sie möchten die aktuellen Börsenpreise in Echtzeit sehen? Im EPEX-Spot-Dashboard finden Sie die stündlichen Day-Ahead-Preise für Deutschland – inklusive Tarifvergleich und Lade-Empfehlung.

Noch bequemer: Der Negativ-Preis-Wächter benachrichtigt Sie per Push, sobald der Strompreis unter null fällt. So verpassen Sie keine Gratis-Strom-Stunde mehr.

Häufige Fragen zu negativen Strompreisen

Was sind negative Strompreise?

Negative Strompreise entstehen an der Börse (EPEX Spot), wenn mehr Strom erzeugt wird als verbraucht werden kann – typischerweise bei starkem Wind und Sonnenschein. Erzeuger müssen dann dafür zahlen, dass ihr Strom abgenommen wird.

Kann ich als Verbraucher von negativen Strompreisen profitieren?

Ja, mit einem dynamischen Stromtarif (z. B. Tibber, aWATTar, Ostrom). Diese Tarife geben die stündlichen Börsenpreise direkt an Sie weiter. In Stunden mit negativem Preis zahlen Sie nur Netzentgelte, Steuern und Abgaben – der reine Energiepreis ist null oder negativ.

Gibt es negative Strompreise auch in anderen Ländern?

Ja, besonders in Ländern mit hohem Erneuerbaren-Anteil: Dänemark, Spanien, Australien. Deutschland hat aufgrund des starken Wind- und Solarausbaus europaweit die meisten negativen Stunden.

Was passiert bei negativen Preisen mit meiner PV-Anlage?

Wer eine Einspeisevergütung nach EEG erhält, ist nicht direkt betroffen – die Vergütung bleibt gleich. Bei Direktvermarktung kann der Erlös aber sinken. Eigenverbrauch optimieren (Speicher, Wärmepumpe) wird dann noch wichtiger.


Datenquelle: EPEX Spot SE via aWATTar API. Alle Preise in ct/kWh (netto, vor Netzentgelten, Steuern und Abgaben). Wetterdaten: DWD Climate Data Center. Stand: Juli 2026.