Datengrafik · Bidirektionales Laden
V2L, V2H, V2G – die drei Spielarten des bidirektionalen Ladens
Drei Abkürzungen, drei sehr verschiedene Dinge. Die Übersicht zeigt, wo der Strom hinfließt und was das praktisch bedeutet. Frei zur Weiterverwendung.
| Kriterium | V2LVehicle-to-Load | V2HVehicle-to-Home | V2GVehicle-to-Grid |
|---|---|---|---|
| Strom fließt wohin? | an einzelne Geräte (230-V-Steckdose) | ins eigene Hausnetz | ins öffentliche Stromnetz |
| Technischer Aufwand | gering — Adapter genügt | mittel — bidirektionale Wallbox nötig | hoch — Wallbox, Messkonzept, Zertifizierung |
| Netzbetreiber beteiligt? | nein | nein (reine Eigennutzung) | ja — Anmeldung als Erzeugungsanlage |
| Anmeldung | keine | vereinfacht (bis 11 kW) | vollständig beim Netzbetreiber |
| Typischer Nutzen | Strom unterwegs — Camping, Baustelle | PV-Strom zwischenspeichern, Eigenverbrauch erhöhen | Netzdienste, Lastspitzen ausgleichen |
| Für Privathaushalte | nützliches Nebenfeature | der praktische Anwendungsfall | bislang selten wirtschaftlich |
Was die Übersicht zeigt
Beim bidirektionalen Laden gibt ein Elektroauto Strom aus seiner Batterie wieder ab. Wohin dieser Strom fließt, unterscheidet die drei Varianten – und das ist der ganze Punkt. V2L speist einzelne Geräte über eine normale Steckdose: praktisch beim Camping, aber kein Ersatz für einen Speicher.
V2H ist für die meisten Haushalte der eigentlich relevante Fall. Das Auto versorgt das eigene Hausnetz – typischerweise, um tagsüber erzeugten PV-Strom abends zu nutzen. Entscheidend: Es ist kein Netzbetreiber beteiligt, weil der Strom das Grundstück nicht verlässt. Die Anmeldung ist entsprechend schlank.
V2G speist ins öffentliche Netz und kann damit Netzdienste leisten. Das ist technisch und regulatorisch der aufwändigste Weg – es braucht ein Messkonzept und die Anmeldung als Erzeugungsanlage. Wichtig zur Einordnung: Die Grundprinzipien in dieser Übersicht sind stabil. Welche konkreten Fahrzeuge und Wallboxen welche Variante beherrschen und wie sich die Förderlage entwickelt, ändert sich dagegen schnell – dafür lohnt der Blick in einen laufend aktualisierten Ratgeber.