Schadet bidirektionales Laden der Autobatterie?

Marco Amato3 Min. Lesezeit

Datengrafik · Bidirektionales Laden

Schadet bidirektionales Laden der Autobatterie?

Die häufigste Sorge beim Thema V2H. Eine Studie der RWTH Aachen liefert Zahlen – und ein überraschendes Ergebnis. Frei zur Weiterverwendung.

Kapazitätsverlust der E-Auto-Batterie nach 10 Jahren
drei Ladestrategien im Vergleich · Studie RWTH Aachen / The Mobility House
Batteriealterung durch bidirektionales Laden im VergleichInfografik auf Basis einer Studie der RWTH Aachen und The Mobility House: Vergleich des Kapazitätsverlusts einer E-Auto-Batterie nach zehn Jahren bei drei Ladestrategien. Intelligentes Laden führt zu rund 18 Prozent Verlust, ungesteuertes Sofortladen sowie intelligentes Laden mit zusätzlicher V2G-Nutzung zu rund 21 Prozent. 25 % 20 % 15 % 10 % 5 % 0 ~21 % ~18 % ~21 % Sofort-Laden ungesteuert Intelligentes Laden gesteuert (V1G) V1G + bidirektional mit V2G-Nutzung Bidirektionales Laden ist nicht schädlicher als ungesteuertes Sofort-Laden. Der V2G-Aufschlag gegenüber intelligentem Laden: rund 3 Prozentpunkte — je nach Zelltyp 1,7 bis 5,8.
Quelle: RWTH Aachen / The Mobility House, Studie 2025 elektronik-zeit.de · CC BY 4.0
Lesehilfe: Kapazitätsverlust einer E-Auto-Batterie nach zehn Jahren simulierter Nutzung. Studienbasis: 52-kWh-Batterie, intelligentes Lademanagement im SoC-Fenster 20–80 %.

Was die Grafik zeigt

„Macht V2H meinen teuren Autoakku kaputt?“ – das ist die häufigste Sorge beim bidirektionalen Laden. Eine Studie der RWTH Aachen gemeinsam mit The Mobility House hat das durchgerechnet und drei Ladestrategien über zehn Jahre simuliert.

Das Ergebnis ist beruhigend – und überraschend: Intelligentes, gesteuertes Laden schneidet am besten ab (rund 18 Prozent Kapazitätsverlust nach zehn Jahren). Kommt die bidirektionale Nutzung hinzu, steigt der Verlust auf etwa 21 Prozent – ein Aufschlag von rund drei Prozentpunkten. Die eigentliche Pointe: Ungesteuertes Sofort-Laden – einfach immer volladen – ist mit ebenfalls rund 21 Prozent genauso belastend wie intelligentes Laden plus V2G zusammen.

Wichtig zur Einordnung: Nicht das bidirektionale Laden ist der Stressfaktor für die Batterie, sondern fehlende Steuerung. Der V2G-Aufschlag von rund drei Prozentpunkten entspricht laut Studie je nach Zelltyp nur einem Verlust von 0,9 bis 3,1 Kilowattstunden – oder umgerechnet 6 bis 19 Kilometern Reichweite nach zehn Jahren. Wichtig ist das SoC-Fenster: Wer die Entladung im Bereich 20 bis 80 Prozent hält, bleibt im schonenden Arbeitsbereich. Dauerhafter Betrieb bei 100 oder unter 10 Prozent beschleunigt die Alterung deutlich stärker.

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Datenquelle Studie der RWTH Aachen gemeinsam mit The Mobility House (2025) zur Batteriealterung bei verschiedenen Ladestrategien. Simulationsbasis: 52-kWh-Batterie, zehn Jahre. Zusätzliche Alterung durch V2G: 1,7 bis 5,8 Prozentpunkte bzw. 0,9 bis 3,1 kWh. Prozentwerte gerundet.
Stand Mai 2026
Mehr dazu Ausführlicher Ratgeber: Bidirektionales Laden – V2G, V2H, V2L erklärt