Die Smart-Meter-Lücke: Energy Sharing startet – fast ohne Teilnehmer

Marco Amato3 Min. Lesezeit

Datengrafik · Energy Sharing

Die Smart-Meter-Lücke: Energy Sharing startet – fast ohne Teilnehmer

Am 1. Juni 2026 wird Energy Sharing rechtlich möglich. Doch die technische Voraussetzung fehlt fast überall: Nur 5,5 % der Messstellen sind bereit. Frei zur Weiterverwendung.

Zählerausstattung in Deutschland und Energy-Sharing-Fähigkeit
Anteil an rund 56,5 Mio. Messlokationen · Datenstand Q4 2025
Die Smart-Meter-Lücke beim Energy-Sharing-Start 2026Infografik zum Stand des Smart-Meter-Rollouts in Deutschland: Nur 5,5 Prozent aller Messlokationen sind mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet, der technischen Voraussetzung für Energy Sharing nach § 42c EnWG. Datenquelle: Bundesnetzagentur, Stand Q4 2025. 5,5 % der Messstellen haben ein intelligentes Messsystem — nur sie sind technisch Energy-Sharing-fähig. 53,8 % 40,7 % 5,5 % Intelligentes Messsystem (iMSys) digitaler Zähler + Smart Meter Gateway — Energy Sharing möglich Moderne Messeinrichtung digitaler Zähler ohne Gateway — kein Energy Sharing Ältere / sonstige Zähler u.a. analoge Zähler — kein Energy Sharing Marktstart Energy Sharing: 1. Juni 2026 — die übrigen 94,5 % können zunächst nicht teilnehmen.
Quelle: Bundesnetzagentur, Rollout iMSys, Stand Q4 2025 elektronik-zeit.de · CC BY 4.0
Lesehilfe: Anteile bezogen auf alle rund 56,5 Mio. Messlokationen in Deutschland, nicht nur auf die gesetzlichen Pflichteinbaufälle. Der Restanteil ergibt sich rechnerisch.

Was die Grafik zeigt

Energy Sharing nach § 42c EnWG setzt zwingend ein intelligentes Messsystem voraus – einen digitalen Zähler mit Smart Meter Gateway, der Erzeugung und Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen erfasst. Ohne dieses Gerät ist die bilanzielle Zuordnung des geteilten Stroms technisch nicht möglich.

Genau hier klafft die Lücke: Zum Datenstand Ende 2025 sind erst 5,5 Prozent aller deutschen Messlokationen mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet – rund 3,1 Millionen von 56,5 Millionen. Häufig verwechselt wird das mit der modernen Messeinrichtung, dem digitalen Zähler ohne Gateway: Der ist mit 53,8 Prozent weit verbreitet – ermöglicht Energy Sharing aber nicht.

Wichtig zur Einordnung: Der 1. Juni 2026 ist der rechtliche Start, nicht der praktische. Wer teilnehmen will, braucht zuerst das richtige Messsystem – und dessen Einbau liegt beim Messstellenbetreiber, nicht beim Verbraucher. Die 5,5 Prozent sind zudem eine Momentaufnahme: Der Rollout läuft weiter, und die Bundesnetzagentur erhöht den Druck auf säumige Betreiber. Für den Marktstart bleibt die Lücke dennoch das zentrale Nadelöhr.

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Datenquelle Bundesnetzagentur, „Roll-out intelligente Messsysteme“, Datenstand Q4 2025 (31.12.2025): 3,1 Mio. intelligente Messsysteme bzw. 5,5 % und 53,8 % moderne Messeinrichtungen, bezogen auf rund 56,5 Mio. Messlokationen. Restanteil rechnerisch ermittelt.
Stand Mai 2026
Mehr dazu Ausführliche Einordnung im Energy-Sharing-Hub: Energy Sharing 2026 – Voraussetzungen, Kosten und Wirtschaftlichkeit