Wie funktioniert Energy Sharing? Das Grundprinzip

Marco Amato3 Min. Lesezeit

Datengrafik · Energy Sharing

Wie funktioniert Energy Sharing? Das Grundprinzip

Es gibt kein Kabel vom Dach zum Nachbarn. Energy Sharing läuft über das öffentliche Netz – die Zuordnung passiert rechnerisch. Das Schema zeigt, wie. Frei zur Weiterverwendung.

So funktioniert Energy Sharing nach § 42c EnWG
Schematische Darstellung des Grundprinzips · Stand Mai 2026
Funktionsweise von Energy Sharing nach § 42c EnWGSchematische Darstellung des Grundprinzips von Energy Sharing: Solarstrom einer Erzeugungsanlage fließt physikalisch durch das öffentliche Netz, die Zuordnung zu den Teilnehmern erfolgt bilanziell in 15-Minuten-Intervallen. ÖFFENTLICHES STROMNETZ Erzeuger PV-Anlage einspeisen M Verbr. 1 M Verbr. 2 M Verbr. 3 M Bilanzielle Zuordnung Smart Meter (M) messen Erzeugung und Verbrauch alle 15 Minuten. Ein Zuordnungsschlüssel weist die erzeugte Menge rechnerisch den Teilnehmern zu — nicht physikalisch. Messdaten Wichtig: Es gibt kein direktes Kabel vom Dach zum Nachbarn. Der Strom fließt physikalisch durchs Netz — geteilt wird nur rechnerisch über die Messdaten. Stromfluss Messdaten M Smart Meter (15-Min-Messung)
Quelle: § 42c EnWG · elektronik-zeit.de elektronik-zeit.de · CC BY 4.0
Lesehilfe: Schematische, nicht maßstäbliche Darstellung. Die Zahl der Teilnehmer ist beispielhaft; reale Gemeinschaften können deutlich größer sein.

Was die Grafik zeigt

Der häufigste Irrtum beim Energy Sharing: die Vorstellung, der Solarstrom flösse über ein eigenes Kabel direkt zum Nachbarn. Das ist nicht der Fall. Der Strom fließt physikalisch durch das öffentliche Verteilnetz – wie jeder andere Strom auch.

Das Teilen passiert rechnerisch, nicht physikalisch. Die Smart Meter aller Beteiligten messen Erzeugung und Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen. Ein Zuordnungsschlüssel bestimmt dann, welcher Anteil der erzeugten Strommenge welchem Teilnehmer gutgeschrieben wird. Diese bilanzielle Zuordnung ist der Kern des Modells – und der Grund, warum ein intelligentes Messsystem zwingend Voraussetzung ist.

Wichtig zur Einordnung: Weil der Strom das öffentliche Netz nutzt, fallen Netzentgelte und netzbezogene Umlagen an. Genau das unterscheidet Energy Sharing von der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung, bei der der Strom das Gebäude nicht verlässt. Das Schema zeigt das Prinzip – die genaue Wirtschaftlichkeit hängt vom Einzelfall ab.

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Lizenz CC BY 4.0. Verwendung kostenlos für private und gewerbliche Zwecke, auch verändert, solange elektronik-zeit.de als Quelle mit Link genannt wird.
Grundlage § 42c EnWG; bilanzielle Zuordnung über Zählerstandsgangmessung (15-Minuten-Intervalle). Aufbereitung: elektronik-zeit.de. Schematische, nicht maßstäbliche Darstellung.
Stand Mai 2026
Mehr dazu Ausführliche Einordnung im Energy-Sharing-Hub: Energy Sharing 2026 – Voraussetzungen, Kosten und Wirtschaftlichkeit