Datengrafik · Energy Sharing
Energy Sharing im EU-Vergleich: wo Deutschland zum Start steht
Vier Länder, ein Modell – aber sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Die Übersicht zeigt, woran Deutschlands Energy Sharing zum Marktstart hängt. Frei zur Weiterverwendung.
| Land | Rechtsrahmen etabliert | Reduzierte Netzentgelte | Smart-Meter-Stand | Reifegrad |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | 2021 | JA bis ~64 % | weitgehend ausgerollt | etabliert |
| Italien | ab 2020 | JA Fördertarif | weitgehend ausgerollt | im Ausbau |
| Spanien | ab 2020 | TEILS regional | weitgehend ausgerollt | im Ausbau |
| Deutschland | 2026 | NEIN | 5,5 % der Messstellen | Marktstart |
Was die Übersicht zeigt
Energy Sharing ist in mehreren EU-Ländern längst Praxis. Spanien und Italien bauten ihre Rechtsrahmen ab 2020 auf, Österreich folgte 2021. Deutschland zieht mit § 42c EnWG erst 2026 nach – mehrere Jahre nach den Pionieren. Die Umsetzung der zugrunde liegenden EU-Richtlinien erfolgte in allen Ländern in mehreren Etappen; die Jahresangaben markieren den Aufbau eines tragfähigen Rahmens, kein exaktes Stichdatum.
Entscheidender als das Startjahr ist die Spalte „reduzierte Netzentgelte“. In Österreich senkt der Nachlass auf das Netznutzungsentgelt die Kosten für geteilten Strom erheblich – ein Hebel, der das Modell auch für kleine Gemeinschaften wirtschaftlich macht. Deutschland sieht eine solche Reduktion nicht vor. Geteilter Strom zahlt hier das volle Netzentgelt. Das ist der zentrale wirtschaftliche Unterschied zum Vorbild.
Hinzu kommt die Infrastruktur: Energy Sharing setzt intelligente Messsysteme mit Viertelstundenwerten voraus. Während die Pioniere ihren Smart-Meter-Rollout weitgehend abgeschlossen haben, sind in Deutschland erst rund 5,5 % der Messstellen entsprechend ausgestattet. Wichtig zur Einordnung: Der 1. Juni 2026 markiert den rechtlichen Start – nicht die flächendeckende Verfügbarkeit. Diese Übersicht vergleicht Rahmenbedingungen, keine exakten Teilnehmerzahlen, da diese je Land unterschiedlich erfasst werden.