Energy Sharing im EU-Vergleich: wo Deutschland zum Start steht

Marco Amato3 Min. Lesezeit

Datengrafik · Energy Sharing

Energy Sharing im EU-Vergleich: wo Deutschland zum Start steht

Vier Länder, ein Modell – aber sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Die Übersicht zeigt, woran Deutschlands Energy Sharing zum Marktstart hängt. Frei zur Weiterverwendung.

Umsetzungsstand von Energy Sharing in vier EU-Ländern
Energiegemeinschaften / Energy Sharing · Stand Mai 2026
Land Rechtsrahmen etabliert Reduzierte Netzentgelte Smart-Meter-Stand Reifegrad
Österreich 2021 JA bis ~64 % weitgehend ausgerollt etabliert
Italien ab 2020 JA Fördertarif weitgehend ausgerollt im Ausbau
Spanien ab 2020 TEILS regional weitgehend ausgerollt im Ausbau
Deutschland 2026 NEIN 5,5 % der Messstellen Marktstart
Quellen: nationale Koordinationsstellen, BBEn, BNetzA elektronik-zeit.de · CC BY 4.0
Lesehilfe: „Rechtsrahmen etabliert“ bezeichnet, ab wann ein tragfähiger nationaler Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften bestand – die Umsetzung der EU-Richtlinien erfolgte in mehreren Etappen. Die Reifegrad-Spalte ist eine qualitative Einordnung, keine Messgröße.

Was die Übersicht zeigt

Energy Sharing ist in mehreren EU-Ländern längst Praxis. Spanien und Italien bauten ihre Rechtsrahmen ab 2020 auf, Österreich folgte 2021. Deutschland zieht mit § 42c EnWG erst 2026 nach – mehrere Jahre nach den Pionieren. Die Umsetzung der zugrunde liegenden EU-Richtlinien erfolgte in allen Ländern in mehreren Etappen; die Jahresangaben markieren den Aufbau eines tragfähigen Rahmens, kein exaktes Stichdatum.

Entscheidender als das Startjahr ist die Spalte „reduzierte Netzentgelte“. In Österreich senkt der Nachlass auf das Netznutzungsentgelt die Kosten für geteilten Strom erheblich – ein Hebel, der das Modell auch für kleine Gemeinschaften wirtschaftlich macht. Deutschland sieht eine solche Reduktion nicht vor. Geteilter Strom zahlt hier das volle Netzentgelt. Das ist der zentrale wirtschaftliche Unterschied zum Vorbild.

Hinzu kommt die Infrastruktur: Energy Sharing setzt intelligente Messsysteme mit Viertelstundenwerten voraus. Während die Pioniere ihren Smart-Meter-Rollout weitgehend abgeschlossen haben, sind in Deutschland erst rund 5,5 % der Messstellen entsprechend ausgestattet. Wichtig zur Einordnung: Der 1. Juni 2026 markiert den rechtlichen Start – nicht die flächendeckende Verfügbarkeit. Diese Übersicht vergleicht Rahmenbedingungen, keine exakten Teilnehmerzahlen, da diese je Land unterschiedlich erfasst werden.

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Datenquellen Einführungsjahre und Rahmenbedingungen: nationale Umsetzung der EU-Richtlinien RED II/III; Bündnis Bürgerenergie, „Umsetzungsstand von Energy Sharing in der EU“. Österreich: Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften. Deutschland: § 42c EnWG, BNetzA-Roll-out-Statistik intelligenter Messsysteme (Q4 2025).
Stand Mai 2026
Mehr dazu Ausführliche Einordnung im Energy-Sharing-Hub: Energy Sharing 2026 – Voraussetzungen, Kosten und Wirtschaftlichkeit