Datengrafik · E-Auto-Technik
400 Volt gegen 800 Volt – was die höhere Spannung bringt
Immer mehr Elektroautos werben mit 800-Volt-Technik. Die Grafik zeigt, was dahintersteckt – und wo der Vorteil im Alltag endet. Frei zur Weiterverwendung.
Was die Grafik zeigt
Immer mehr Elektroautos werben mit „800-Volt-Architektur“ statt der bisher üblichen 400 Volt. Dahinter steckt ein einfaches physikalisches Prinzip – und ein Marketingversprechen, das man einordnen sollte.
Die Spannung ergibt sich aus der Zahl der in Reihe geschalteten Batteriezellen: rund 96 bei einem 400-Volt-System, etwa 192 bei 800 Volt. Der Nutzen folgt aus der Formel Leistung = Spannung × Strom: Wird die Spannung verdoppelt, halbiert sich der Strom für dieselbe Leistung. Und weil Wärmeverluste mit dem Quadrat des Stroms steigen, bedeutet halber Strom nur noch ein Viertel der Verluste. Das erlaubt dünnere, leichtere Kabel, weniger Kühlaufwand – und an einem 500-Ampere-Schnelllader bis zu 400 kW statt 200 kW.
Wichtig zur Einordnung: Die genannten Ladeleistungen sind technische Obergrenzen, keine Alltagswerte. Wie schnell ein Auto wirklich lädt, begrenzt vor allem die Batterie und ihre Zellchemie – nicht allein die Spannung. Viele 400-Volt-Autos laden ohnehin nur mit 100 bis 170 kW. Den Vorteil der 800-Volt-Technik merkt im Alltag vor allem, wer regelmäßig lange Strecken fährt und oft schnelllädt. Wer meist zu Hause lädt, profitiert kaum spürbar. 400 Volt bleibt der bewährte, günstigere und voll kompatible Standard – 800 Volt ist der logische Schritt für große Akkus und Oberklasse.