
Die nützlichsten Funktionen eines BYD stehen weder im Verkaufsprospekt noch im Bordhandbuch. Sie verstecken sich hinter Gesten, in Untermenüs und in den Tasten von Schlüssel und Lenkrad – und tauchen in klassischen Fahrberichten praktisch nie auf. Diese Seite trägt die 15 Funktionen zusammen, die in den BYD-Owner-Communities am häufigsten als Geheimtipp weitergegeben werden, und erklärt, was sie im Alltag wirklich bringen.
Die wichtigste Antwort gleich vorweg, für alle, die nur einen Einstieg suchen: Zu den meistgenannten versteckten BYD-Funktionen zählen die Drei-Finger-Geste für den Klima-Direktzugriff, die programmierbaren Lenkrad-Tasten, der Schlüssel-Trick für die Innenraum-Vorkonditionierung, der OBD-Zugang für ehrliche Akku-Daten und die rechtzeitige Vorkonditionierung der Wärmepumpe im Winter. BYD setzt konsequent auf gestenbasierte Shortcuts und kontextsensitive Menüs – das macht die Bedienung anfangs unübersichtlich, belohnt aber Halter, die sich die Zeit nehmen.
Eine Klarstellung vorweg, weil sie für die Einordnung wichtig ist: Die Redaktion von elektronik-zeit.de fährt keines der hier besprochenen BYD-Modelle selbst. Alle Funktionsbeschreibungen sind recherchiert und zusammengetragen – aus Owner-Communities wie byd-forum.de, MyBYD, BYDowners und dem Subreddit r/BYD sowie aus BYD-Primärquellen wie Pressemitteilungen, Datenschutz-Erklärung und Garantie-Bedingungen. Wo wir Halter zitieren, handelt es sich um fremde, anonymisierte Erfahrungsberichte. Welche Funktion in welchem Modell verfügbar ist, hängt von Baujahr, Ausstattung und Software-Stand ab – BYD aktualisiert die Software teils monatlich. Prüfen Sie deshalb im Zweifel im eigenen Fahrzeug nach.
Diese Seite ist Teil der BYD-Praxiswissen-Übersicht. Sie sortiert die 15 Funktionen nach Alltagssituationen: Bedienung, Komfort, Sicherheit, Diagnose, Menü-Tiefe und Software-Updates.
Schneller bedienen: Gesten, Touchscreen-Rotation und programmierbare Tasten
BYDs Bediensystem ist konzeptionell anders aufgebaut als das von Tesla. Statt eines minimalistischen, gestenarmen Ansatzes setzt BYD auf gestenbasierte Shortcuts und kontextsensitive Menüs. Wer die drei folgenden Funktionen kennt, spart bei fast jeder Fahrt Touchscreen-Bedienungen – und damit Ablenkung.
Die Drei-Finger-Geste für den Klima-Direktzugriff
Auf dem zentralen Touchscreen lassen sich die Klima-Einstellungen mit einer Drei-Finger-Geste regeln, ohne zuvor ins Klima-Menü zu wechseln. Drei Finger nach oben oder unten ändern die Temperatur, drei Finger nach links oder rechts steuern die Lüfterstufe. Die Geste funktioniert aus jedem Bildschirm-Kontext heraus – auch während laufender Navigation oder Musikwiedergabe. Im Subreddit r/BYD wird sie regelmäßig als der wichtigste Hidden-Tipp überhaupt genannt, weil sie den häufigsten Bedienvorgang im Auto auf eine einzige Bewegung verkürzt.
Den drehbaren Touchscreen per Sprache oder Lenkrad-Taste drehen
Atto 3 und Seal haben den drehbaren Zentralbildschirm – 12,8 Zoll im Atto 3, 15,6 Zoll im Seal. Was die wenigsten wissen: Die Drehung lässt sich nicht nur über den dafür vorgesehenen Schalter auslösen, sondern auch per Sprachbefehl („Bildschirm drehen“) oder über einen Eintrag im Lenkrad-Shortcut-Menü. Der praktische Nutzen liegt im Kontext: Im Querformat stellen Apple CarPlay und Android Auto ihre Oberfläche besser dar, im Hochformat ist die Navigationskarte deutlich übersichtlicher. Wer eine freie Lenkrad-Taste mit der Drehfunktion belegt, wechselt während der Fahrt blitzschnell zwischen beiden Modi.
Versteckte Lenkrad-Tasten neu belegen
BYD versteckt die Lenkrad-Konfiguration tief in den Einstellungen unter „Fahrzeug → Lenkrad-Konfiguration“. Dort lässt sich beispielsweise festlegen, was die untere rechte Taste auslöst: Werksseitig ruft sie die Stimmungsbeleuchtung auf, sinnvoller belegt sind der Klima-Direktzugriff oder das Speichern der aktuellen Position. Der größte Hebel liegt bei der Sprach-Taste: Lässt man sie auf die Direktwahl von Apple CarPlay oder Android Auto umlegen, spart das bei jedem Telefonat sechs bis acht Touchscreen-Bedienungen. Für vielfahrende Halter ist das der mit Abstand wirkungsvollste der drei Tipps.
Klima und Komfort: was BYD vor der Abfahrt schon erledigt
Komfortfunktionen wirken im Datenblatt nebensächlich, im Alltag entscheiden sie über den ersten Eindruck nach dem Einsteigen. Vier davon sind bei BYD nicht offensichtlich zugänglich – eine spart im Winter sogar messbar Reichweite.
Der Schlüssel-Trick für die Innenraum-Vorkonditionierung
Der Fahrzeugschlüssel hat eine versteckte Funktion, die viele BYD-Käufer nie entdecken: Wer die Entriegelungstaste rund drei Sekunden gedrückt hält, startet Klimaanlage und Innenraum-Vorkonditionierung – ohne dass das Auto entriegelt wird und ohne dass die App geöffnet werden muss. Die Vorkonditionierung läuft standardmäßig etwa zehn Minuten. An eisigen Wintermorgen ist das die schnellste Art, ein vorgewärmtes Fahrzeug zu betreten, ohne zum Smartphone greifen zu müssen.
Die Wärmepumpe rechtzeitig vorheizen – bis zu 12 Prozent mehr Winter-Reichweite
Die Wärmepumpe gehört bei den aktuellen BYD-Modellen zur Serienausstattung und arbeitet deutlich effizienter als die elektrischen Heizmatten älterer Elektroautos. Sie hat allerdings bei sehr niedrigen Temperaturen eine Anlaufzeit von drei bis fünf Minuten. Wer die Vorkonditionierung rund 15 Minuten vor Abfahrt aktiviert, lässt die Wärmepumpe den Innenraum erwärmen, solange das Auto noch an der Wallbox hängt – statt während der Fahrt aus dem Antriebsakku. Owner berichten dadurch von einer Reichweiten-Ersparnis von 8 bis 12 Prozent im Winter. Bei einer realen Winterreichweite von beispielsweise 300 Kilometern sind das rund 24 bis 36 Kilometer, die sonst in der Heizung verschwinden.
Heckklappen- und Trunk-Licht dauerhaft aktivieren
Bei Sealion und Seal ist die Heckklappe bei Nacht zwar beleuchtet, das volle Frunk- und Trunk-Licht schaltet sich aber erst ein, wenn die Innenraumbeleuchtung auf „Auto“ oder „An“ steht. Wer in einer dunklen Garage lädt und dabei häufig den Kofferraum benötigt, aktiviert die Innenraumbeleuchtung einmal im Untermenü „Lichter“ – das Trunk-Licht bleibt dann auch ohne geöffnete Türen verfügbar.
Karaoke-Modus mit externen Mikrofonen
Eines der ungewöhnlicheren Features existiert tatsächlich: Einige BYD-Modelle, darunter Sealion und Han, haben einen Karaoke-Modus mit Mikrofonbuchsen am Mitteltunnel. Aktiviert wird er im Entertainment-Menü; Effekte wie Echo, Reverb und Tonhöhen-Anpassung sind eingebaut. Für Roadtrips mit Kindern ist das ein überraschend beliebtes Extra – alltagsrelevant ist es nicht, aber es zeigt, wie weit BYDs Funktionsumfang reicht.
Mehr Sicherheit beim Zugang und auf der Straße
Drei Funktionen betreffen Zugang und Fahrsicherheit. Zwei davon erhöhen den Schutz im Alltag, eine erfordert eine klare rechtliche Einordnung.
Der PIN-Code zur Fahrzeugnutzung
BYD bietet wie Tesla eine PIN-zur-Fahrt-Funktion, die in der EU-Region nicht offen beworben wird. Aktiviert wird sie unter „Fahrzeug → Sicherheit → PIN-Schutz“. Anschließend startet der Wagen nur nach Eingabe einer vierstelligen PIN. Das ist eine sinnvolle zusätzliche Sicherheitsschicht – etwa beim Verleih an Familienmitglieder, beim Werkstattaufenthalt oder als Diebstahlschutz, falls ein Schlüssel verloren geht.
App-Geofencing für automatische Aktionen
Die offizielle BYD-App enthält ab Version 4.x eine Geofencing-Funktion, die nirgendwo prominent beworben wird. Damit lassen sich standortabhängige Aktionen auslösen – zum Beispiel beim Einfahren in die heimische Garage automatisch alle Fenster schließen, die Klimaanlage in einen Schlafmodus schalten oder kamerabasierte Aufzeichnungen deaktivieren. Der Pfad führt über „App-Einstellungen → Smart Actions → Standortbasierte Aktionen“. Gerade die automatische Deaktivierung der Kamera-Aufzeichnung am eigenen Stellplatz ist auch aus Datenschutz-Sicht ein sinnvoller Standard.
Versteckte Fahrmodi und der Track-Modus – die Rechtslage richtig verstanden
Im Atto 3 und im Seal AWD lassen sich unter „Fahrzeug → Fahrmodi → Erweitert“ zusätzliche Fahrmodi freischalten: ein Snow Mode, ein Off-Road Mode und ein Track-Modus, der das elektronische Stabilitätsprogramm zurücknimmt. Snow Mode und Off-Road Mode sind im Alltag unkritisch. Der Track-Modus dagegen verlangt eine genaue Einordnung – und an dieser Stelle korrigieren wir eine verbreitete Fehldarstellung.
Recht: Stabilitätskontrolle und Track-Modus
Die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) ist seit Jahren Pflichtausstattung für neue Pkw. Rechtsgrundlage ist die EU-Verordnung VO (EU) 2019/2144 (General Safety Regulation), die die frühere VO (EG) Nr. 661/2009 abgelöst hat. Entscheidend ist nicht der Fahrmodus selbst, sondern der Zustand des Stabilitätssystems: Im öffentlichen Straßenverkehr muss die ESC funktionsfähig bleiben. Ein dauerhaft reduziertes oder abgeschaltetes Stabilitätssystem auf öffentlichen Straßen ist das Problem – nicht die Existenz eines Track-Modus.
Viele Fahrzeuge erlauben ein kurzzeitiges, temporäres Abschalten der ESC, etwa zum Freischaukeln aus Schnee oder Schlamm; das ist üblich und vorgesehen. Ein Track-Modus, der die Stabilitätskontrolle dauerhaft zurücknimmt, gehört dagegen auf abgesperrte Strecken. Wer ihn dort nutzt, bewegt sich im vorgesehenen Rahmen. Wer mit dauerhaft reduzierter ESC auf öffentlichen Straßen fährt, riskiert je nach Einzelfall Konsequenzen bis hin zu Problemen beim Versicherungsschutz im Schadensfall. Im Zweifel gilt: Snow Mode und Off-Road Mode für die Straße, Track-Modus für die Rennstrecke.
Diagnose-Tiefe: was Touchscreen und App über den Akku verschweigen
Das Bordsystem eines BYD zeigt den Ladestand und eine grobe Reichweitenschätzung – die wirklich aussagekräftigen Akku-Daten bleiben verborgen. Genau hier setzt der OBD-Zugang an, und genau deshalb ist er für technisch interessierte Halter die wertvollste der 15 Funktionen.
Der OBD-II-Anschluss liefert die ehrlichen Akku-Werte
Atto 3 und Seal haben einen OBD-II-Anschluss unter dem Lenkrad. Anders als bei einem Verbrenner folgt ein Elektroauto dabei aber keinem einheitlichen OBD-II-Standard – der bloße Anschluss genügt also nicht. Erst die Kombination aus einem Bluetooth-OBD-Dongle und einer Diagnose-App mit passendem Fahrzeugprofil macht die Werte sichtbar; in den BYD-Communities ist dafür vor allem die App „Car Scanner“ gebräuchlich, die eigene Verbindungsprofile für den Atto 3 mitbringt. Damit lassen sich Werte auslesen, die das Bordsystem nie anzeigt: die einzelnen Zellspannungen, der individuelle State of Health (SoH, also der Gesundheitszustand) je Zelle, die Akku-Temperatur am genauen Sensor sowie die realen Lade- und Entladeströme.
Für tech-affine Owner: Wofür der OBD-Zugang wirklich gut ist
Der praktische Wert des OBD-Zugangs zeigt sich in zwei Situationen. Erstens beim Gebrauchtwagenkauf: Der vom Bordcomputer angezeigte Akku-Zustand ist geschönt – die echten Zellspannungen und der SoH je Zelle verraten, ob eine Batterie gleichmäßig gealtert ist oder ob einzelne Zellen abfallen. Zweitens bei einer Garantie-Auseinandersetzung: Wer eine schleichende Akku-Degradation gegenüber dem Händler belegen will, hat mit dokumentierten OBD-Messwerten eine deutlich bessere Argumentationsgrundlage als mit der groben Prozentanzeige des Touchscreens.
OBD-II-Bluetooth-Dongles: was in den BYD-Communities gängig ist
Ein OBD-Dongle ist kein Auslesegerät im klassischen Sinn, sondern eine kleine Funkbrücke: Der Dongle steckt im OBD-II-Port, eine Diagnose-App auf dem Smartphone übernimmt die Auswertung. Wir testen diese Geräte nicht selbst – die folgende Einordnung gibt wieder, welche Geräte in den BYD-Owner-Communities verbreitet genannt werden und worin sie sich unterscheiden. Wichtig ist vor dem Kauf vor allem die Kompatibilität: Der Dongle muss zum Smartphone-Betriebssystem und zur gewünschten Diagnose-App passen.
OBD-Dongle · Untere Preisklasse
Vgate iCar Pro 2S (Bluetooth)
Wird in den Foren häufig als preisgünstiger Einstieg genannt. Das Gerät arbeitet mit iOS, Android und Windows und verbindet sich mit der App „Car Scanner“ und deren Fahrzeugprofil für den Atto 3. Eine solide Wahl für Halter, die zunächst nur die Akku-Werte auslesen möchten.
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Stand: Mai 2026. Preise und Verfügbarkeit ändern sich häufig – prüfen Sie vor dem Kauf den aktuellen Preis und die App-Kompatibilität.
OBD-Dongle · Mittlere Preisklasse
Veepeak OBDCheck BLE+ (Bluetooth Low Energy)
Ein verbreiteter Allround-Adapter für iOS und Android, der ausdrücklich für Diagnose-Apps wie „Car Scanner“ ausgelegt ist. Bei Elektroautos beschränkt sich der Funktionsumfang auf das Auslesen des Batteriesystems – genau darum geht es bei der Akku-Diagnose. Eine ausgewogene Wahl für Halter, die mehr Verbindungsstabilität als beim Einstiegsgerät möchten, ohne in die Oberklasse zu gehen.
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Stand: Mai 2026. Preise und Verfügbarkeit ändern sich häufig – prüfen Sie vor dem Kauf den aktuellen Preis und die App-Kompatibilität.
OBD-Dongle · Obere Preisklasse
OBDLink MX+ (Bluetooth)
Gilt in den Communities als das verlässlichste Gerät – schnelle, stabile Verbindung und breite App-Unterstützung auf iOS und Android, ebenfalls in Kombination mit „Car Scanner“. Das spielt seine Stärke vor allem bei Fahrzeugen aus, deren Diagnose-Protokoll empfindlich auf einfache Adapter reagiert.
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Stand: Mai 2026. Preise und Verfügbarkeit ändern sich häufig – prüfen Sie vor dem Kauf den aktuellen Preis und die App-Kompatibilität.
Diese drei Geräte decken die gängigen Anforderungen ab: Vgate iCar Pro als günstiger Einstieg, Veepeak OBDCheck BLE+ als ausgewogene Mitte und OBDLink MX+ für maximale Verbindungsstabilität. Allen drei gemeinsam ist, dass sie universelle Adapter sind – ihre BYD-Tauglichkeit erhalten sie erst über die Diagnose-App mit passendem Fahrzeugprofil. Das eigentliche Können steckt also in der App, nicht im Stecker. Mehr als drei Dongles muss niemand vergleichen; die Wahl hängt vor allem am Budget und an der gewünschten Verbindungsqualität.
Noch ein Hinweis zur Nutzung: Stecken Sie einen OBD-Dongle nicht dauerhaft eingesteckt im Fahrzeug, wenn Sie ihn nicht aktiv verwenden – manche Adapter ziehen im Ruhezustand Strom aus der 12-Volt-Bordbatterie. Mehr zur empfindlichen 12-Volt-Batterie steht im Schwester-Beitrag zu Datenschutz und Wartung.
Mehr Klarheit im Menü: Sprachsteuerung, Anzeige-Optionen und Service-Menü
Die letzten drei Funktionen liegen tief im Menü- und Sprachsystem. Eine davon erweitert den Bedienkomfort spürbar, eine berührt den Datenschutz, eine verlangt Zurückhaltung.
Sprachsteuerung jenseits des Offensichtlichen
BYD nutzt seit 2025 eine erweiterte KI-Sprachsteuerung namens Xuanji Voice, die kontextuelle Befehle versteht – also nicht nur exakte Kommandos, sondern auch umgangssprachliche Formulierungen. In den Communities kursieren Beispiele: „Mir ist warm“ senkt die Temperatur und erhöht die Lüfterstufe. „Bin müde“ lässt das Auto den nächsten Rastplatz vorschlagen und die Innenraumbeleuchtung anheben. In Hybrid-Modellen schlägt „Wir müssen tanken“ die nächste Tankstelle samt Lademöglichkeit vor. Der Charme liegt darin, dass man sich keine Befehlssyntax merken muss.
Surveillance Mode – und seine datenschutzrechtliche Grenze
Neuere BYD-Modelle mit dem God’s-Eye-System bieten den Surveillance Mode, BYDs Gegenstück zu Teslas Sentry Mode. Er aktiviert die 360-Grad-Kameras zur Aufzeichnung, sobald sich Personen oder Fahrzeuge dem geparkten Auto nähern. Gespeichert wird auf einem internen Speicher, abrufbar über USB-Stick oder die App.
Datenschutz: Surveillance Mode mit Bedacht einsetzen
Beim Surveillance Mode ist nicht die Funktion das Problem, sondern wie sie genutzt wird. Eine anlasslose Daueraufzeichnung öffentlicher Verkehrsflächen ist datenschutzrechtlich unzulässig. Eine anlassbezogene Aufzeichnung – etwa bei einem konkreten Verdachtsmoment – ist dagegen zulässig. „Verboten“ ist die Funktion also nicht; entscheidend ist der Anlass und der Umgang mit den Aufnahmen.
Die App-Geofencing-Funktion aus dem Abschnitt zur Sicherheit hilft dabei: Sie kann den Surveillance Mode am eigenen Stellplatz automatisch deaktivieren. Die ausführliche rechtliche Einordnung – mit den einschlägigen Urteilen und dem DSGVO-Auskunftsrecht – finden Sie im Beitrag zu Datenschutz und Wartung beim BYD.
Anzeige-Optionen und das Service-Menü
In den Anzeige-Einstellungen lassen sich verschiedene UI-Themes wechseln (Standard, Dark, Sport) sowie grundlegende Darstellungen anpassen: die Schriftgröße, die Anzeige der Geschwindigkeit als Tachoscheibe oder als Digitalwert und die Akkukapazität wahlweise in Prozent oder in Kilometern. Besonders aufschlussreich ist der Modus „Energie-Display Detailliert“: Er zeigt live, wie viel Strom die einzelnen Verbraucher ziehen – Klima, Heizung, Antrieb, Display und die Kamera-Überwachung getrennt aufgeschlüsselt. Wer wissen will, wohin die Reichweite im Winter wirklich verschwindet, findet hier die Antwort.
Hinweis zum Service-Menü
Über das Service-Menü lassen sich tiefer gehende Parameter erreichen. Eingriffe dort können Garantie-Ansprüche beeinflussen: BYD behält sich nach den Garantie-Bedingungen 2026 vor, Ansprüche bei nicht freigegebenen Software-Eingriffen einzuschränken. Wir beschreiben das Service-Menü ausschließlich zur Kenntnisnahme und geben bewusst keine Anleitung zur Veränderung von Parametern. Wer Anzeige-Optionen anpassen möchte, bleibt mit den oben genannten regulären Anzeige-Einstellungen auf der sicheren Seite.
Updates richtig handhaben: Software-Hygiene aus den Communities
Viele der hier beschriebenen Funktionen kommen oder verändern sich per Over-the-Air-Update (OTA). Diese Update-Fähigkeit ist eine Stärke von BYD – und zugleich ein Grund, beim Aufspielen mit Bedacht vorzugehen. Aus den Owner-Communities haben sich dafür drei Praxisregeln herausgebildet.
Software-Update-Hygiene: drei Regeln aus den Communities
- Nicht sofort updaten. BYD staffelt seine Rollouts. Wer ein bis zwei Wochen wartet, profitiert von Hotfixes für Fehler, die in der ersten Welle auffallen. BYD-Updates erscheinen seltener als bei manchem Wettbewerber, der Effekt ist aber derselbe.
- Release Notes lesen. BYD zeigt die Versionshinweise im Touchscreen unter „System-Information“. Wichtig: Funktionen, die in den Notes nicht erwähnt sind, können trotzdem geändert worden sein. Die Owner-Foren sind häufig die zuverlässigere Quelle für inoffizielle Änderungen – auch wenn ein bekannter Bedien-Trick nach einem Update plötzlich anders funktioniert.
- Vor dem Update keine wichtige Fahrt planen. Ein OTA-Update dauert in der Regel 30 bis 90 Minuten, in dieser Zeit ist das Fahrzeug nicht fahrbereit. BYD erlaubt es, Updates im manuellen Modus unbegrenzt zu verschieben – nutzen Sie das, wenn ein Termin ansteht.
Zur Rollback-Realität: BYD erlaubt kein eigenständiges Zurücksetzen auf eine ältere Software-Version. Tritt nach einem Update ein Fehler auf, führt der Weg über das Service-Center mit einem konkreten Fehlerbericht. Auch das spricht dafür, mit dem Update lieber ein paar Tage zu warten.
Häufige Fragen zu den versteckten BYD-Funktionen
Was ist die wichtigste versteckte Funktion im BYD?
In den Owner-Communities wird die Drei-Finger-Geste für den Klima-Direktzugriff am häufigsten als wichtigster Hidden-Tipp genannt. Drei Finger nach oben oder unten ändern die Temperatur, nach links oder rechts die Lüfterstufe – aus jedem Bildschirm-Kontext heraus, ohne ins Klima-Menü zu wechseln. Sie verkürzt den häufigsten Bedienvorgang im Auto auf eine einzige Bewegung.
Wie hole ich detaillierte Akku-Daten aus meinem BYD?
Detaillierte Akku-Daten liefert der OBD-II-Anschluss unter dem Lenkrad in Verbindung mit einem Bluetooth-OBD-Dongle und einer Diagnose-App wie „Car Scanner“. Damit lassen sich einzelne Zellspannungen, der State of Health je Zelle, die Akku-Temperatur und die realen Lade- und Entladeströme auslesen – Werte, die das Bordsystem nie anzeigt. Das ist besonders beim Gebrauchtwagenkauf und bei Garantie-Fragen nützlich.
Ist der Track-Modus im BYD auf öffentlichen Straßen verboten?
Nicht der Track-Modus selbst ist das Problem, sondern eine dauerhaft reduzierte oder abgeschaltete Stabilitätskontrolle (ESC) auf öffentlichen Straßen. Die ESC muss im öffentlichen Straßenverkehr funktionsfähig bleiben – das regelt die EU-Verordnung VO (EU) 2019/2144. Ein kurzzeitiges, temporäres ESC-Off erlauben viele Fahrzeuge; ein Track-Modus, der die Stabilitätskontrolle dauerhaft zurücknimmt, gehört auf abgesperrte Strecken.
Verliere ich die Garantie, wenn ich versteckte BYD-Funktionen nutze?
Nein, das Nutzen regulärer versteckter Funktionen wie Gesten, Lenkrad-Belegung oder Anzeige-Einstellungen berührt die Garantie nicht – diese Funktionen sind Teil des normalen Bediensystems. Heikel wird es nur bei Eingriffen ins Service-Menü: BYD behält sich nach den Garantie-Bedingungen 2026 vor, Ansprüche bei nicht freigegebenen Software-Eingriffen einzuschränken. Veränderungen im Service-Menü sollten Sie deshalb unterlassen.
In welchen BYD-Modellen funktionieren diese versteckten Funktionen?
Die meisten der hier beschriebenen Funktionen beziehen sich auf die in Deutschland 2026 verbreiteten Modelle Atto 3, Seal, Sealion und Han, einzelne Funktionen auch auf weitere Modelle. Welche Funktion verfügbar ist, hängt von Baujahr, Ausstattung und Software-Stand ab, da BYD die Software teils monatlich aktualisiert. Prüfen Sie im Zweifel im eigenen Fahrzeug nach, ob ein Menüpunkt vorhanden ist.
Weiterlesen im BYD-Praxiswissen
Diese Seite ist Teil der BYD-Praxiswissen-Übersicht – der zentralen Sammelstelle für alltagsnahes Wissen rund um BYD-Elektroautos. Den Gesamtüberblick zur Marke, von der Blade-Battery-Technik über Förderung bis zur Marktposition, liefert der BYD-Leitfaden für Deutschland 2026.
Zwei der hier angerissenen Themen vertiefen die Schwester-Beiträge: Wie sich aus dem Atto 3, Seal oder Sealion bis zu 3,3 Kilowatt Wechselstrom für Kaffeemaschine, Campingtechnik oder den Notstrom-Einsatz entnehmen lassen, zeigt der Beitrag zur V2L-Praxis beim BYD – inklusive eines interaktiven Strom-Budget-Rechners. Und welche datenschutzrechtlichen Regeln für den Surveillance Mode gelten und wie Sie Ihr DSGVO-Auskunftsrecht nutzen, erklärt der Beitrag zu Datenschutz und Wartung ausführlich.