Batteriekapazität berechnen: So finden Sie die richtige Batterie für Ihren Bedarf

Batteriekapazitaet berechnen — Rechner-Illustration
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Batteriekapazität berechnen: So finden Sie die richtige Batterie für Ihren Bedarf

Die Kapazität einer Batterie — angegeben in Amperestunden (Ah) — bestimmt, wie lange sie Ihre Verbraucher mit Strom versorgen kann. Ob Wohnmobil, Boot oder Solaranlage: Vor dem Kauf einer Versorgungsbatterie müssen Sie Ihren tatsächlichen Energiebedarf kennen. Die Grundformel: Benötigte Kapazität (Ah) = Gesamtverbrauch (Wh) / Batteriespannung (V) / maximale Entladetiefe. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen.

Schritt 1: Alle Verbraucher und deren Laufzeit erfassen

Listen Sie jeden elektrischen Verbraucher auf, der über die Batterie betrieben werden soll. Notieren Sie die Leistungsaufnahme (Watt) und die geschätzte tägliche Laufzeit (Stunden). Multiplizieren Sie beides, um den Tagesverbrauch in Wattstunden (Wh) zu erhalten.

VerbraucherLeistungLaufzeit/TagVerbrauch/Tag
LED-Beleuchtung10 W5 h50 Wh
Kühlbox (Kompressor)45 W12 h (Kompressor läuft ~50 %)270 Wh
Smartphone laden10 W2 h20 Wh
Laptop laden65 W2 h130 Wh
Wasserpumpe30 W0,5 h15 Wh
Summe Tagesverbrauch485 Wh

Schritt 2: Benötigte Kapazität berechnen

Teilen Sie den Tagesverbrauch durch die Batteriespannung (üblicherweise 12 V):

485 Wh / 12 V = 40,4 Ah pro Tag

Diese Zahl allein reicht aber nicht — Sie dürfen eine Batterie nie vollständig entladen. Die maximale empfohlene Entladetiefe (Depth of Discharge, DoD) hängt vom Batterietyp ab:

BatterietypMax. Entladetiefe (DoD)Benötigte Kapazität für 40,4 Ah Entnahme
Nassbatterie50 %80,8 Ah
AGM50 %80,8 Ah
GEL50 %80,8 Ah
LiFePO480–90 %44,9–50,5 Ah

Für Bleibatterien gilt: Verdoppeln Sie den Tagesbedarf, um die Nennkapazität zu ermitteln. Bei LiFePO4-Batterien reicht eine Kapazität, die etwa 15–25 % über dem Tagesbedarf liegt.

Schritt 3: Autonomietage einplanen

Wenn Sie mehrere Tage ohne Nachladen (Landstrom oder Solar) auskommen müssen, multiplizieren Sie die benötigte Kapazität mit der Anzahl der Autonomietage. Für unser Beispiel mit 2 Tagen Autonomie:

Bleibatterie: 80,8 Ah × 2 = 161,6 Ah → eine 180-Ah-Batterie wählen

LiFePO4: 50,5 Ah × 2 = 101 Ah → eine 100-Ah-Batterie wählen

Praxisbeispiel Wohnmobil: Welche Batteriekapazität brauche ich?

Ein typisches Wohnmobil mit LED-Beleuchtung, Kompressor-Kühlbox, Wasserpumpe und Ladebedarf für Smartphones/Tablets kommt auf einen Tagesverbrauch von 400–600 Wh (33–50 Ah bei 12 V). Für 2 Tage Autarkie ohne Solaranlage benötigen Sie:

  • AGM/GEL: 200 Ah (50 % DoD × 2 Tage × 50 Ah)
  • LiFePO4: 100–120 Ah (80 % DoD × 2 Tage × 50 Ah)

Die LiFePO4-Variante wiegt nur 12–14 kg statt 55–60 kg bei einer AGM — ein entscheidender Vorteil für das Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Mehr zu den Technologie-Unterschieden finden Sie im AGM-vs-Lithium-Vergleich.

Praxisbeispiel Boot: Versorgungs- und Starterbatterie trennen

Auf Booten müssen Starter- und Versorgungsbatterie getrennt werden (Trennrelais oder Ladebooster). Die Starterbatterie dimensionieren Sie nach dem Kälteprüfstrom des Motors, die Versorgungsbatterie nach dem oben beschriebenen Verfahren. Einen detaillierten Vergleich finden Sie im Bootsbatterien-Vergleich.

Häufige Fehler bei der Kapazitätsberechnung

  • Wechselrichter-Verluste vergessen: Ein 12V→230V-Wechselrichter hat 10–15 % Verlust. Bei 230-V-Verbrauchern den Bedarf um diesen Faktor erhöhen
  • C-Rate ignorieren: Batteriekapazitäten werden bei C20 (20-Stunden-Entladung) angegeben. Bei höheren Entladeströmen sinkt die nutzbare Kapazität
  • Zu knapp kalkulieren: Planen Sie immer 20 % Reserve ein. Batterien altern, und im dritten Jahr steht weniger Kapazität zur Verfügung als im ersten

Eine Übersicht passender Ladegeräte für Ihre Versorgungsbatterie finden Sie im Ladegeräte-Vergleich 2026.

Weiterführende Ratgeber

Autor

Marco A.

Technik-Redakteur bei Elektronik-Zeit. Spezialisiert auf Ladetechnik, Photovoltaik und Energiespeicher.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde von Marco A. mit Unterstützung von KI-Werkzeugen recherchiert und verfasst. Alle Inhalte sind redaktionell geprüft.