Bosch C30 Ladegerät: 3,8 A für 6V und 12V – Nachfolger des Bosch C3

Marco Amato9 Min. Lesezeit

Das Bosch C30 ist der Allrounder der aktuellen Bosch C-Linie: 3,8 A Ladestrom, 6-V- und 12-V-Unterstützung, geeignet für Blei-Säure-, AGM-, EFB-, GEL- und SLI-Batterien von 1,2 bis 120 Ah. Es ist der direkte Nachfolger des ausgelaufenen Bosch C3 und ergänzt dessen Konzept um einen separat wählbaren Regenerationsmodus für tiefentladene Batterien. Bei AUTO BILD ist das C30 der amtierende Preis-Leistungs-Sieger unter den Kfz-Ladegeräten (Note 2,4, Stand: 20.05.2026). Diese Einordnung basiert auf den offiziellen Bosch-Datenblättern und unserer Langzeit-Erfahrung mit den Vorgängern C3 und C7 – eine eigene Hands-on-Messung mit Ladekurven-Aufzeichnung ist in Vorbereitung.

Technische Daten: Fünf Lademodi plus automatische Erhaltungsladung

Das C30 arbeitet wie die gesamte C-Linie mit einer mikroprozessorgesteuerten, vollautomatischen Ladekennlinie. Der Nutzer wählt per Ein-Knopf-Bedienung nur den Modus, alles Weitere (Hauptladung, Absorption, Analyse, Erhaltung) regelt das Gerät selbst. Die fünf wählbaren Modi laut Bosch-Datenblatt (Stand der Broschüre: August 2024, von uns abgeglichen am 04.07.2026):

LademodusBatterietypenKapazitätLadespannungLadestrom
6-V-Modus (Motorrad/Roller)EFB, GEL, SLI1,2–14 Ah7,2 V (±0,25 V)0,8 A
12-V-Motorrad-ModusEFB, GEL, SLI1,2–14 Ah14,4 V (±0,25 V)0,8 A
12-V-Auto-ModusEFB, GEL, SLI14–120 Ah14,4 V (±0,25 V)3,8 A
12-V-Winter-/AGM-ModusAGM, EFB, GEL, SLI14–120 Ah14,7 V (±0,25 V)3,8 A
12-V-RegenerationsmodusAGM, EFB, GEL, SLI1,2–120 Ah16,5 V (±0,5 V)1,5 A
Lademodi des Bosch C30 laut Bosch-Datenblatt. Nach Abschluss jeder Ladung wechselt das Gerät automatisch in die Erhaltungsladung.

Dazu kommen die Eckdaten des Gehäuses und der Sicherheitsausstattung: Schutzklasse IP65 (staub- und strahlwassergeschützt, damit garagen- und carporttauglich), Verpolschutz mit LED-Warnung, Kurzschluss- und Überhitzungsschutz mit automatischer Abschaltung sowie Funkenschutz beim Anklemmen. Die Ladestatusanzeige zeigt den Fortschritt in vier Stufen zu je 25 Prozent. Bosch-Sachnummer der EU-Version: 0 189 911 030. Im Lieferumfang sind abschraubbare Polklemmen enthalten; ein Mobilhaken zum Aufhängen und eine Tasche sind als Zubehör verfügbar.

Einordnung in die C-Linie: Was das C30 vom C3 unterscheidet

Bosch hat die alte C-Serie (C1, C3, C7) durch die neue C-Linie ersetzt: C10, C30, C40-Li, C70 und C80-Li. Das C30 übernimmt die Rolle des C3 nahezu eins zu eins: gleiche 3,8-A-Ladestromklasse, gleiche 6-V- und 12-V-Unterstützung, gleicher Kapazitätsbereich bis 120 Ah. Wer den C3-Praxisbericht kennt, findet die Bedienlogik im C30 wieder – Bosch ist bei der Ein-Knopf-Philosophie geblieben.

Der greifbare technische Fortschritt gegenüber dem C3 ist der separat wählbare Regenerationsmodus: eine langsame Impulsladung mit 16,5 V und begrenzten 1,5 A, die eine tiefentladene Batterie schrittweise wiederherstellen kann, sofern die Sulfatierung noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Der C3 hatte zwar ebenfalls eine Impuls-Wiederbelebung, sie griff aber nur automatisch ab einer Restspannung von 7,5 V und ließ sich nicht gezielt anwählen. Die übrigen Kernfunktionen bringen beide Generationen mit: Memory-Funktion (der gewählte Modus bleibt nach kurzer Netztrennung erhalten), AGM-Modus mit 14,7 V Ladeschlussspannung und automatische Erhaltungsladung. Das C30 ist damit weniger ein Technologiesprung als ein gepflegtes Facelift mit einem sinnvollen Zusatzmodus.

Ein praktischer Hinweis für Umsteiger: Die Schnellverbinder der alten C-Serie sind nicht mit der neuen C-Linie kompatibel. Wer am Saisonfahrzeug fest montierte Ringösen-Anschlüsse des C3 nutzt, muss diese beim Wechsel auf das C30 neu verkabeln.

Ladezeit in der Praxis: Eine Nacht für die typische PKW-Batterie

3,8 A klingen zunächst wenig, passen aber gut zur 10-Prozent-Faustregel (Ladestrom etwa 10 Prozent der Batteriekapazität) für Standard-PKW-Batterien zwischen 40 und 70 Ah. Ein Rechenbeispiel als Richtwert: Eine halb entladene 70-Ah-Batterie braucht rund 35 Ah Nachladung. Bei 3,8 A Ladestrom entspricht das etwa 9 bis 10 Stunden Hauptladung, plus 2 bis 4 Stunden Absorptionsphase mit sinkendem Strom. Über Nacht angeklemmt ist die Batterie am Morgen voll. Wie die einzelnen Ladephasen (IUoU-Kennlinie) technisch ablaufen, erklärt unser Whitepaper zu Ladealgorithmen im Detail.

Wer es regelmäßig eiliger hat oder Batterien über 120 Ah lädt (Wohnmobil-Aufbaubatterien, 24-V-Systeme), ist eine Leistungsklasse höher beim Bosch C70 mit 10 A richtig. Für die gelegentliche Nachladung und die Wintererhaltung ist der moderate Ladestrom des C30 dagegen kein Nachteil, sondern batterieschonend – ausführlich nachzulesen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Batterieladen.

Die Modi im Alltag: Vom Rollerakku bis zur Start-Stopp-AGM

Motorrad und Roller: 0,8 A für kleine Batterien

Die beiden Motorrad-Modi (6 V und 12 V) reduzieren den Ladestrom auf 0,8 A und sind für Batterien von 1,2 bis 14 Ah ausgelegt. Damit deckt das C30 den kompletten Zweirad-Bereich ab, den das Einstiegsmodell C10 ausspart – das C10 ist ein reines 12-V-Gerät mit festen 3,5 A und laut Bosch für Batterien ab 5 Ah gedacht. Für Besitzer von Motorrad plus PKW ist das C30 damit die deutlich sinnvollere Wahl als das C10.

6-V-Modus: Oldtimer und Youngtimer

Der 6-V-Modus lädt mit 7,2 V und 0,8 A – gedacht für Oldtimer-Bordnetze, alte Traktoren und historische Motorräder. Innerhalb der aktuellen C-Linie beherrschen nur C30, C40-Li und C80-Li die 6-V-Ladung; beim C30 ist sie am günstigsten zu bekommen.

Winter-/AGM-Modus: 14,7 V für Start-Stopp-Batterien

AGM- und EFB-Batterien aus Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik benötigen eine höhere Ladeschlussspannung als klassische Nasszellen. Der Winter-/AGM-Modus hebt die Ladespannung auf 14,7 V an und ist zugleich der richtige Modus für Ladungen bei niedrigen Temperaturen, weil kalte Batterien die Ladung schlechter annehmen. Welche Bauform in Ihrem Fahrzeug steckt, klärt unser AGM-Batterie-Vergleich. Wichtig für die Saisonvorbereitung: Wie Sie die Batterie vor dem Winter richtig laden, haben wir separat zusammengefasst.

Regenerationsmodus: Impulsladung gegen Sulfatierung

Der Regenerationsmodus arbeitet mit 16,5 V und begrenzten 1,5 A als langsame Impulsaufladung. Er richtet sich an Batterien, die durch lange Standzeit tiefentladen wurden und bei denen sich Bleisulfat-Kristalle auf den Platten gebildet haben. Realistische Erwartung: Eine Batterie, die wenige Wochen tiefentladen stand, lässt sich damit oft retten; eine über Monate leere oder mechanisch geschädigte Batterie nicht. Die Hintergründe erklärt unser Ratgeber zur Batterie-Tiefentladung.

Preis-Leistung: Externer Befund und unsere Einordnung

AUTO BILD führt das Bosch C30 in seinem Ladegeräte-Vergleich als Preis-Leistungs-Sieger mit der Note 2,4 (Preisbasis dort: 47,33 Euro; Quelle: AUTO BILD, Test 2024, aktualisiert veröffentlicht 20.05.2026). Einziger Kritikpunkt der Redaktion: Statt der angegebenen 3,8 A maß sie im Mittel 3,3 A. Bei Amazon kostete das C30 am 5. Oktober 2026 rund 51 Euro (Preise können sich ändern). Die Einschätzung deckt sich mit dem Datenblatt-Bild: Kein anderes Gerät der C-Linie bietet 6-V-Support, Motorrad-Modi, AGM-Modus und Regeneration zu diesem Preis. Was dem C30 fehlt, sind LiFePO4-Fähigkeit und 24-V-Support – wer beides nicht braucht, bezahlt beim C40-Li oder C70 für Funktionen, die ungenutzt bleiben.

C30, C40-Li oder CTEK MXS 5.0 – die typische Kaufentscheidung

Wenn Sie ausschließlich Blei-Säure-, AGM-, EFB- oder GEL-Batterien laden (PKW, Motorrad, Oldtimer, Rasentraktor), reicht das C30 vollständig aus. Wenn Sie bereits eine 12-V-LiFePO4-Batterie besitzen oder deren Anschaffung planen (Camper, Solar-Insel, Umrüstung), führt am C40-Li mit dediziertem 14,2-V-Lithium-Modus kein Weg vorbei – das C30 darf LiFePO4 nicht laden. Mehr zu den Anforderungen von Lithium-Batterien im Ratgeber LiFePO4-Ladegeräte.

Gegenüber dem Klassenkonkurrenten CTEK MXS 5.0 (5 A, 12 V) positioniert sich das C30 über die 6-V-Unterstützung und den Preis: Das MXS 5.0 kostet üblicherweise spürbar mehr, bietet dafür 5 A statt 3,8 A, den Recond-Modus mit ähnlicher Funktion wie Boschs Regeneration und ein AGM-Programm, aber keine 6-V-Ladung. Wer einen Oldtimer im Bestand hat, landet bei Bosch; wer maximale Ladegeschwindigkeit in der 12-V-Klasse sucht, eher bei CTEK. Einen Überblick über das CTEK-Sortiment gibt unser CTEK-Marken-Hub.

Für die meisten Haushalte mit gemischtem Fuhrpark ist das C30 die passende Stufe

Das Bosch C30 ist die richtige Wahl für Haushalte mit PKW plus Zweirad oder Saisonfahrzeug, für Oldtimer-Besitzer mit 6-V-Bordnetz und für alle, die eine Start-Stopp-AGM über den Winter pflegen wollen. Es ist nicht die richtige Wahl für LiFePO4-Batterien (dann C40-Li), für 24-V-Systeme und Kapazitäten über 120 Ah (dann C70 oder C80-Li) und für alle, die nur gelegentlich eine einzelne 12-V-PKW-Batterie nachladen – dort genügt das günstigere C10.

Unsere Einordnung

Das Bosch C30 ist ein 3,8-A-Ladegerät für 6-V- und 12-V-Blei-Säure-Batterien (Nass, AGM, EFB, GEL) mit Winter-/AGM-Modus, zwei Motorrad-Modi und Regeneration; LiFePO4 und 24 V deckt es nicht ab. Es ist der Nachfolger des Bosch C3, das wir seit Jahren einsetzen; das C30 selbst haben wir noch nicht in der Hand gehabt, die Einordnung beruht auf dem Bosch-Datenblatt. AUTO BILD: Platz 6, Note 2,4, Preis-Leistungs-Sieger (Test 2024, Stand 20.05.2026). Alle Platzierungen in der Testsieger-Übersicht.

Für Standard-PKW, Motorrad und Oldtimer

Bosch C30

  • 3,8 A Ladestrom
  • 12 V bis 120 Ah, 6 V bis 14 Ah
  • Winter-/AGM-Modus 14,7 V

Das Bosch C30 lädt 12-V-Batterien von 1,2 bis 120 Ah und 6-V-Batterien bis 14 Ah und hält sie danach automatisch per Erhaltungsladung; eine halb entladene 70-Ah-PKW-Batterie ist rechnerisch über Nacht voll (rund 9 bis 10 Stunden Hauptladung plus Absorption). Daten laut Bosch-Datenblatt.

Preis ab ca. 51 € (Stand: 5. Oktober 2026).

Häufige Fragen zum Bosch C30 (FAQ)

Kann das Bosch C30 AGM-Batterien laden?

Ja. Der Winter-/AGM-Modus lädt 12-V-AGM-Batterien von 14 bis 120 Ah mit erhöhter Ladespannung von 14,7 V bei 3,8 A. Für AGM-Batterien ist dieser Modus dem normalen 12-V-Auto-Modus (14,4 V) vorzuziehen, weil AGM-Zellen eine höhere Ladeschlussspannung benötigen.

Ist das Bosch C30 für Motorradbatterien geeignet?

Ja. Das C30 hat zwei dedizierte Motorrad-Modi mit reduziertem Ladestrom von 0,8 A: einen für 6-V-Batterien (7,2 V Ladespannung) und einen für 12-V-Batterien (14,4 V), jeweils für Kapazitäten von 1,2 bis 14 Ah.

Lädt das Bosch C30 auch Lithium-Batterien (LiFePO4)?

Nein. Das C30 hat kein LiFePO4-Ladeprofil und darf nicht an Lithium-Batterien betrieben werden. Innerhalb der Bosch C-Linie übernimmt das C40-Li diese Aufgabe mit einem dedizierten 14,2-V-Lithium-Modus bis 5 A.

Was unterscheidet das Bosch C30 vom alten Bosch C3?

Der Ladestrom bleibt mit 3,8 A gleich, ebenso 6-V- und 12-V-Unterstützung bis 120 Ah, AGM-Modus und Memory-Funktion. Der greifbare Unterschied ist der separat wählbare Regenerationsmodus mit 16,5-V-Impulsladung; beim C3 gab es nur eine automatische Impuls-Wiederbelebung ab 7,5 V Restspannung. Außerdem sind die Anschlussstecker der alten C-Serie nicht mit der neuen C-Linie kompatibel.

Wie lange lädt das Bosch C30 eine 70-Ah-Autobatterie?

Als Richtwert: Eine halb entladene 70-Ah-Batterie benötigt rechnerisch rund 35 Ah Nachladung. Bei 3,8 A Ladestrom sind das etwa 9 bis 10 Stunden Hauptladung plus 2 bis 4 Stunden Absorptionsphase, also insgesamt etwa eine Nacht bis ein halber Tag.

Kann das Bosch C30 eine tiefentladene Batterie wiederbeleben?

Der Regenerationsmodus versucht es mit einer langsamen Impulsladung bei 16,5 V und 1,5 A, die Sulfatierung schrittweise abbauen kann. Das funktioniert nur, wenn die Batterie nicht zu lange tiefentladen war und keine Zelle mechanisch beschädigt ist. Eine Garantie für die Wiederbelebung gibt es nicht.

Weitere Bosch-Ladegeräte im Überblick: Bosch-Ladegeräte-Hub. Alle Marken und Leistungsklassen im Vergleich: Autobatterie-Ladegeräte-Pillar.