Die äquivalente Schwungmasse ist ein Begriff aus dem NEFZ (Fahrzyklus zur Bestimmung des Energieverbrauchs eines Fahrzeugs).

Einrichtung zur Simulation der Fahrwiderstände und der Schwungmasse

Die Richtlinie des NEFZ schreibt vor, dass der Fahrwiderstand und die Schwungmasse im Rollenbetrieb simuliert werden müssen. Bei Prüfständen mit zwei Rollen muss die Simulation an den vorderen Rollen stattfinden. In früheren Jahren wurden Gewichtsscheiben zum Ausgleich und Einstellen der Schwungmasse eingesetzt. Heutzutage können die Massen über Messcomputer vorgegeben werden.

Bestimmung der äquivalenten Schwungmasse

Die äquivalente Schwungmasse wird abhängig von der Bezugsmasse bestimmt. Die genaue Ermittlung erfolgt durch eine Einteilung der Fahrzeuge in sogenannte Schwungmasseklassen. In eine Klasse fallen Fahrzeuge, welche ein ähnliches Gewicht aufweisen. Z.B. führt ein Fahrzeug mit einer Bezugsmasse von 1750 kg zu einer äquivalenten Schwungmasse von 1700 kg.

Bestimmung der Bezugsmasse

Die Bezugsmasse entspricht der Masse des fahrbereiten Fahrzeugs, abzüglich einer Pauschalmasse von 75 kg (Fahrer) und zuzüglich einer Pauschalmasse von 100 kg.

Schwungmasseklassen Übersicht

In folgender Tabelle können die äquivalenten Schwungmassen abhängig von der Bezugsmasse des Fahrzeugs ermittelt werden (EU NEFZ)

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Warum spielt die Schwungmasse eine Rolle?

Der Prüfvorgang zur Ermittlung des Energieverbrauchs eines Fahrzeugs soll so realistisch wie möglich erfolgen. Hierzu gehört natürlich auch das Trägheitsverhalten des Fahrzeugs im fahrenden Zustand und somit auch die Einbeziehung der Schwungmasse, welche eine Gesamtträgheit der umlaufenden Massen erzielt.

Im NEFZ Fahrzyklus wird das zu prüfende Fahrzeug auf dem Rollenprüfstand gefahren. Insgesamt werden ca. 11 km auf der Rolle abgefahren. Der Fahrwiderstand und die Schwungmasse des Fahrzeugs werden simuliert.abhängig von der Fahrzeugmasse das Fahrzeug in eine Gewichtsklasse eingeteilt. Jeder Gewichtsklasse ist eine äquivalente Schwungmasse zugeordnet, welche ein einheitliches Prüfgewicht beschreibt. Dieses Gewicht ist so definiert, dass

Schwungmasseklassen führen zu Abweichungen in der Realität

Die Einteilung der Fahrzeuge in Schwungmasseklassen führt dazu, dass Fahrzeuge mit einem Gewichtsunterschied von bi zu mehr als 100 kg zur gleichen Schwungmassenklasse gezählt werden. So zählt z.B. ein Fahrzeug mit einer Bezugsmasse von 1521 kg zur gleichen Schwungmassenklasse wie ein Fahrzeug mit der Bezugsmasse von 1640 kg (siehe Tabelle oben). Die resultierende Schwungmasse läge bei beiden Fahrzeugen bei 1590 kg. Dies ermöglicht es den Fahrzeugherstellern die Auslegung der Testfahrzeuge so zu gestalte, dass sie sich mit dem Gewicht knapp am oberen Limit einer Klasse bewegen, was sich in den Ergebnissen der Verbrauchs- und Emissionswerte widerspiegelt.

Link zu den NEFZ-Richtlinien:

http://eur-lex.europa.eu